Nach dem Großbrand Ende Juni 2025 wird das Abfallwirtschaftszentrum der Firma Rossbacher in Nußdorf-Debant wieder aufgebaut und modernisiert. Bis Ende 2028 investiert das Unternehmen rund 45 Millionen Euro in Recyclingtechnik, Brandschutz und Bahnlogistik. Landeshauptmann Anton Mattle informierte sich am Samstag bei einem Lokalaugenschein über den Stand der Arbeiten.
Meterhohe Flammen, dichter Rauch und hunderte Einsatzkräfte hatten den Großbrand in der Recyclinganlage im Bezirk Lienz geprägt. Beim Wiederaufbau sollen nun der Brandschutz verbessert, mehr Wertstoffe zurückgewonnen und Abfalltransporte verstärkt auf die Schiene verlagert werden.
„Der Großbrand in Nußdorf-Debant hat gezeigt, wie rasch ein Brandereignis zur Herausforderung für eine ganze Region werden kann“, sagte Mattle. Er dankte den Einsatzkräften und betonte, beim Wiederaufbau konsequent auf Sicherheit und Vorsorge zu setzen. Eine leistungsfähige Abfallwirtschaft sei für Tirol unverzichtbar. Der Schutz der Beschäftigten, der Bevölkerung und der Umwelt müsse dabei oberste Priorität haben.
Vier Millionen Euro für den Brandschutz
Von den geplanten 45 Millionen Euro entfallen rund vier Millionen auf den Brandschutz. Die Halleninfrastruktur soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden. Die Anlagentechnik befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase, der Ausbau der Bahninfrastruktur ist für 2027 und 2028 vorgesehen.
„Der Brand war für unser Unternehmen und unsere MitarbeiterInnen ein einschneidendes Ereignis. Mit dem Wiederaufbau setzen wir auf moderne Sicherheitsstandards, innovative Recyclingtechnik und eine umweltfreundlichere Abfalllogistik“, erklärte Franz Rossbacher. Ziel sei ein sicherer und zukunftsfähiger Standort, der langfristig zur Entsorgungssicherheit und Ressourcenschonung in der Region beitrage. Rossbacher dankte den Einsatzkräften sowie den Landes- und Bezirksbehörden für die Zusammenarbeit.
Höhere Sortierleistung und weniger Lkw-Verkehr
Herzstück der Modernisierung werden eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage und eine sogenannte Ressourcenrückgewinnungsanlage. Die Kunststoffsortierung soll Verpackungskunststoffe für rund 500.000 Menschen verarbeiten und die bisherige Sortierleistung verdoppeln.
Mit der Ressourcenrückgewinnungsanlage sollen bis zu 60 Prozent der in Sperrmüll sowie Gewerbe- und Baustellenabfällen enthaltenen Wertstoffe zurückgewonnen werden. Dadurch sollen mehr Rohstoffe im Kreislauf bleiben und weniger Abfälle thermisch verwertet werden müssen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Bahnanschlusses. Durch die Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene könnten laut Unternehmensangaben künftig bis zu 4.000 Lkw-Fahrten im Bezirk Lienz eingespart werden.
Bürgermeister Andreas Pfurner verwies auf die Bedeutung des Wiederaufbaus für Nußdorf-Debant: „Der Großbrand war eine enorme Belastung für unsere Gemeinde. Umso erfreulicher ist es, dass nun in die Zukunft des Standorts investiert wird. Besonders wichtig sind uns dabei die Sicherheit der Bevölkerung und die Entlastung durch weniger Lkw-Verkehr.“
Batterien und Akkus richtig entsorgen
Das Land Tirol nahm den Besuch zum Anlass, auf die Brandgefahr durch falsch entsorgte Batterien und Akkus hinzuweisen. Batterien, Akkus und Elektrogeräte gehören weder in den Restmüll noch in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Das gilt auch für E-Zigaretten und Einweg-Vapes mit fest verbauten Akkus.
Batterien und Akkus können kostenlos bei Rücknahmestellen im Handel oder bei den Recyclinghöfen der Gemeinden abgegeben werden. Bei Lithium-Ionen-Akkus empfiehlt das Land, sichtbare Pole nach Möglichkeit mit Isolierklebeband abzukleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus sollten möglichst rasch zu einer geeigneten Sammelstelle gebracht werden.
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