Literatur an der Wand und im Tagebuch

Christoph Zanon-Literaturpreis wird heute um 19 Uhr im Lienzer Rathaus verliehen.

Mit dem zehnten Christoph Zanon Literaturpreis, der am 16. Dezember im Lienzer Rathaus verliehen wird, meldet sich eine kulturelle Institution der Dolomitenstadt mit einem kräftigen Lebenszeichen zu Wort: die Lienzer Wandzeitung. Sie entstand vor 22 Jahren mit dem Ziel, heimische Kreativtalente zum Schreiben und Publizieren zu bewegen.

„Die mangelnde Kritikmöglichkeit und -fähigkeit der damaligen Zeit hat uns bewogen, diesen Kulturverein zu gründen“, erinnert sich der Lienzer Gemeinderat Uwe Ladstädter, der von Anfang an dabei war.

Die lose zusammengesetzte Autorengruppe rund um Persönlichkeiten wie Christoph Zanon und Heli Gander machte ihrem Namen mit zwei Schaukästen alle Ehre. An der Wand gegenüber dem ehemaligen Uhrmachergeschäft Ladstätters wurde und wird Interessierten die Möglichkeit geboten, Texte zu veröffentlichen. Als Vorbild dient die traditionelle chinesische Wandzeitung, die vor allem in Peking effektiv eingesetzt wird.

Natürlich sei das Interesse an den Texten an der Wand inzwischen zurückgegangen, räumt Ladstädter ein. Kritische Köpfe fänden heute andere Wege, sich Gehör zu verschaffen. Einige Mundartgedichte und aktuelle Texte hängen aber noch heute im Schaukasten am Gösserbräu. „Wir tauschen etwa im monatlichen Rhythmus aus. Satirische und griffige Texte wie in den frühen Neunizigern kommen aber kaum noch vor.“

Neben Gruppenlesungen initiert die Lienzer Wandzeitung im Zweijahresrhythmus auch den „Christoph Zanon Literaturpreis“.  Seit 1990 findet dieser Wettbewerb statt, der anfangs „Brachland“ hieß und ab 1998 nach dem früh verstorbenen Leisacher Autor benannt wurde. Bekannte Namen wie Bernhard Aichner, Hans Salcher oder Christoph Ebner trugen sich in die Siegerliste ein.

Fiktive oder reale Begebenheiten in Tagebuchform sollten heuer eingereicht werden. Die drei Gewinner werden am 16. Dezember um 19.00 Uhr im Rathaus bekannt gegeben. Die Veranstaltung ist öffentlich. Auf den Hauptgewinner wartet der „Preis der Stadt Lienz“ im Wert von 2.000 Euro.

Links:

Uwe Ladstädter liest auf Video im Rahmen der „Gegenklang“-Veranstaltung

Bernhard Aichners neuer Krimi

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