TVBO: Weiter Aussicht auf Landeszuschuss

Aber nur bei einem harten Sparkurs wird Gerhard Föger weich.

In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz berichteten am Dienstag, 15. März, Obmann Franz Theurl und Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frömel von der einer Sitzung des TVBO-Aufsichtsrates, bei der auch Gerhard Föger anwesend war, der Leiter der Tourismusabteilung des Landes. Er hatte gemeinsam mit Revisor Martin Kofler offenbar noch allerhand Fragen zum kürzlich verabschiedeten TVBO-Budget 2011.

Theurl und Frömel sehen sich durch den Landesbeamten in ihrer Arbeit bestätigt. „Gut, dass sie da waren“, meinte etwa Frömel, es hätte „ein hartes, offenes Gespräch innerhalb des Aufsichtsrates“ gegeben, weil sich offenbar nicht alle Teilnehmer dieses Gremiums des Ernstes der Lage bewusst gewesen wären.

Franz Theurl sieht sich einig mit Föger und zwei Kernprobleme: zum einen den außergewöhnlich hohen Anteil an Infrastrukturkosten am Gesamtbudget des Tourismusverbandes. Die Einnahmen des Gesamtverbandes, vorwiegend aus Pflichtbeiträgen und Aufenthaltsabgaben, betragen rund 5,6 Mio Euro. Mehr als 40% davon fließen laut Theurl „an Dritte“.

29% beträgt dieser Anteil im Hochpustertal, 36% in Lienz, 53% im Defereggental. In der Nationalparkregion rund um Matrei fließen mit 65% gar zwei von drei eingenommenen Euros direkt in die Schubladen von Infrastrukturbetrieben wie den Bergbahnen. Dafür wolle er, Theurl, nicht weiter den Kopf hinhalten.

Also wurde einmal mehr ein „Gesamtkonzept“ eingefordert, das rigoroser als bisher hinterfragt, welche Bauvorhaben – und damit Darlehen – unverzichtbar sind. Wenn es gelinge, dieses Konzept schlüssig und ohne übertriebene Begehrlichkeit der Regionen auf die Beine zu stellen, dann habe Föger die Auszahlung eines bereits budgetierten 300.000 Euro Landeszuschusses „nicht verneint“.

Fortschritte habe man dem obersten Landestouristiker beim zweiten Problemkreis präsentieren können: die in Osttirols Tourismusbüros überproportional hohen Ausgaben für Personal und Verwaltung lässt Theurl vom Klagenfurter Experten Kohl & Partner evaluieren, rund 80.000 Euro an Einsparungspotenzial seien bereits in Umsetzung.

Ebenfalls in Expertenhand ist die Klärung, ob und wie das Aktienpaket der Lienzer Bergbahnen vom privaten Verein in der Verband zurückgeführt werden kann, ohne zu riskieren, dass Lienzer Vermögen zur Deckung von Matreier Schulden verwendet wird. Die renommierten Anwälte Kunz Schima Wallentin (Wien) prüfen, ob zumindest das Stimmrecht beim Verein bleiben kann.

Eisern festgehalten wird an der Golfplatz-Förderung, die allerding ohne zusätzliches Darlehen „alleine aus dem freien Cash der Region Lienz“ (Theurl) finanziert werden soll.

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