Stadtmarkt: Wollen kein Politikum werden

Vereinsobmann Hermann Kuenz sucht den Konsens mit der Stadt.

Hermann Kuenz ist Sprecher des Lienzer Stadtmarkt-Vereines. Foto: Lugger

Die Diskussion rund um den Lienzer Stadtmarkt lässt die Wogen seit geraumer Zeit hochgehen. Im Auge des Sturms jedoch bewahrt einer die Ruhe: der Sprecher der derzeit insgesamt 19 Anbieter des Stadtmarktes, Hermann Kuenz. „Wir wollen Konsens mit der Stadt und Zufriedenheit bei unseren Kunden,“ betont Kuenz, denn: „Wir wollen kein Politikum werden!“

Bis März wolle man auf jeden Fall noch im Stegergarten bleiben, informiert der Vereinsobmann, inzwischen arbeite man schon am neuen Aufstellungsplan für die neugestaltete Messinggasse. Zuletzt ließ ja die Forderung der Stadtregierung nach erhöhten Standgebühren am Übergangsstandort aufhorchen. Über die Vorgangsweise von Bürgermeisterin Elisabeth Blanik überrascht, meint Kuenz: „Wir haben noch kein dementsprechendes Schriftstück von der Bürgermeisterin erhalten. Wir zahlen ja bereits eine Standgebühr, die sich mit den aktuellen Forderungen massiv erhöhen würde. Deshalb wird es da auch noch Gespräche geben, und ich erwarte, dass man unseren sachlichen Argumenten Gehör schenkt.“

Die Argumente der Stadtmarkt-Standler sind klar: es gilt, die entscheidenden Fragen zum Standort Messinggasse zu klären. Knackpunkte sind Erreichbarkeit und Parkplatzmöglichkeiten sowie vor allem die unter vielen Fragezeichen verschüttete M99-Baustelle. „Wir werden sicher nicht ein zweites Mal übersiedeln,“ stellt Kuenz klar.

Der Stadtmarkt – so sind sich alle einig – ist ein Frequenzbringer und mittlerweile ganz anders aufgeschlossen als noch vor 11 Jahren bei seiner Eröffnung. Hermann Kuenz arbeitete damals in einer Arbeitsgruppe auf Initiative von Altbürgermeisterin Helga Machné zwei Jahre an der Weiterentwicklung des Vorgängermodells Bauernmarkt mit. Auch das Stadtmarketing unter Leitung von Oskar Januschke griff dem entstehenden Markt schon zu Beginn tatkräftig unter die Arme. Bald schon stand das heute bekannte, einheitliche Konzept in Design, Auftritt, Qualität und Marketing.

„Wir spüren eine große Unterstützung der Kunden,“ sagt Kuenz und freut sich, dass das Konzept „Stadtmarkt“ aufgeht. „Es gibt da eine Sehnsucht, nicht nur in den Supermarkt zu gehen. Außerdem ist der Stadtmarkt ein integrierter Bestandteil von Lienz.“ Doch gerade aufgrund des aufgeflammten Hickhacks rund um die Standortfrage macht sich der Stadtmarkt-Vereinsobmann Sorgen, dass so manchem Standler das alles zu viel werden und der Stadtmarkt „zerreißen“ könne.

Momentan muss sich Kuenz noch keine Sorgen wegen abwandernder Anbieter machen. Die Zahl der Anbieter schwankt von Anfang an zwischen 17 und 20 Händlern. Der jüngste, 19. Betrieb des Marktes ist die Gebirgsimkerei Fercher aus dem Mölltal, die seit einem halben Jahr mit dabei ist. Kuenz: „Wir würden uns noch so manchen, gerne auch bäuerlichen, Anbieter wünschen, um die Vielfalt der heimischen Produkte noch besser hervorzuheben. “

Bis zum Osterfest 2012 sollten also alle Unstimmigkeiten beseitigt und die Zukunft des Stadtmarktes ausverhandelt sein. In der Zwischenzeit, so Kuenz, wird von den Stadtmarktlern beobachtet, wie sich der Standort Stegermarkt in der für den Stadtmarkt schwierigen Winterzeit bewährt.

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Meinungsumfrage vor 6 Jahren

aha, ist also doch noch nicht alles so fix wie angesagt, was den standort betrifft. find ich toll, dass sich die standler nicht einfach so eine aufs aug drücken lassen. warum frägt man eigentlich nicht die lienzer, wo sie diesen bauernmarkt lieber hätten? eine demokratische bürgerbefragung wär doch mal demokratiepolitisch eine tolle sache. denn immerhin ist der bürger und nicht die stadt der kunde dieser tollen idee. und wie man ja weiß, alle macht dem volke, so sollte es zumindest doch sein. aber ich glaube ja sowieso nicht, dass der markt schon im frühjahr wieder in der messinggasse zurück ist, denn wenn man zur zeit von der andreas hofer-straße in die messinggasse geht, begleitet einem ein übler geruch vom nachbar areal, so dass einem ja gleich der gusto auf echte bäuerliche produkte vergeht. am besten wär ja, die stadt lienz kauft das areal, macht einen parkplatz mit vielen bäumen daraus (dann könnten auch die alten bäume stehen bleiben) und alle hätten gewonnen. oder man weitet den markt überhaupt auf das m99 areal, denn jetzt ist ja eh nicht mehr so viel platz, wie vor dem umbau der gasse.

also liebe politiker, lassen wir das volk entscheiden!