Ich tauche gerne in unterschiedliche Rollen

Philipp Strobl wollte schon immer Schauspieler werden. Und hat den Schritt gewagt.

Das ist die 30. Folge der Interview-Serie “Heimweh?” Im Introvideo zur Serie erfahren Sie mehr. Unser heutiger Gesprächspartner ist Philipp Strobl (24) aus Lienz.

Phillip-Strobl
Philipp Strobl, porträtiert von Linda Steiner.

Erzähl mal was du machst.

Ich studiere seit eineinhalb Jahren Schauspiel in Wien, an der Schauspielschule Krauss.

Musstest du eine Aufnahmeprüfung absolvieren?

Ja, ich musste drei Monologe vorbereiten – klassische und moderne – und während dessen noch eine kurze Improvisation.

Wie kann man sich dein Studium vorstellen? 

Theoretisch an sich ist nur Theatergeschichte, wo viel über Theaterformen und -arten, über das Sprechen und Lesen gelehrt wird. Praktischer Unterricht besteht beispielsweise aus Sprechunterricht. Man arbeitet an Hochlautung, am stimmhaften S und dem „reibe R“. Im Fach „AtemKörperStimme“ wird versucht, Kontakt zwischen Körper und Stimme herzustellen. Dann gibt es den Basisunterricht, der bedeutet: wie erarbeite ich eine Szene, was sagt die Person, wie ist die Person, in welcher Zeit wurde das Stück geschrieben und inwiefern fließt das in die Person mit ein. Wir arbeiten auch viel mit Sanford Meisner, da stellen sich Fragen wie: Wie halte ich den Fokus zum Partner? Wie gehe ich auf den Partner ein? Wie reagiere ich auf meine oder seine/ihre Impulse? Außerdem wird noch Gesang unterrichtet.

Was macht dir am meisten Spaß?

Die Arbeit mit den verschiedenen Leuten und Typen, das Erarbeiten und Eintauchen in unterschiedliche Rollen.

Welche Art von Theater liegt dir besonders gut?

Ich steh’ noch ziemlich am Anfang. Ich kann und will daher diese Frage noch nicht beantworten. Ich will mich gar nicht festlegen und kann nur ausschließen, irgendwann Kabarett zu machen.

Wie lange dauert dein Studium eigentlich?

Drei Jahre.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Schauspiel zu studieren?

Zur Schauspielerei habe ich mich immer schon hingezogen gefühlt.  Vor ein paar Jahren habe ich dann bei einem Studentenfilm über den Ersten Weltkrieg mitgewirkt und das hat mir so gut gefallen, dass ich den Schritt einfach wagte.

Hast du noch einen starken Bezug zu Osttirol?

Meine Wurzen liegen in Osttirol, aber jetzt lebe und arbeite ich in Wien. Sobald mir aber der Stadtduft zu sehr zu Kopfe steigt, freue ich mich immer wieder auf zu Hause.

Kannst du dir vorstellen irgendwann wieder hier zu leben?

(Lacht) Ich sag immer: Wenn mir der Durchbruch gelungen ist, kaufe ich mir den Sonnenhof, erarbeite dort meine Rollen und wohne hier zwischen meinen Drehpausen.

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In der Serie „Heimweh?“ entstehen vorerst 50 Porträts von Studentinnen und Studenten aus Osttirol, geschrieben und gezeichnet von Linda Steiner. Unterstützt wird dieses Dolomitenstadt-Projekt von Durst Phototechnik. Außerhalb Osttirols lebende Studierende, aber auch andere junge „Bildungsauswanderer“ können sich per Mail an redaktion@dolomitenstadt.at bei uns melden, wenn sie an diesem Projekt teilnehmen möchten.

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