Der Virger Firschnitzbach wird verbaut

Mit den Schutzbauten wird die größte Maßnahme für die Lebensraumsicherung umgesetzt.

Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler lud zur Gemeindeversammlung in den Virger Pfarrsaal.
Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler lud zur Gemeindeversammlung in den Virger Pfarrsaal.

Der Pfarrsaal war voll besetzt, als der Virger Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler vor der Gemeinde neue Projekte vorstellte, allen voran das Großbauprojekt rund um die Verbauungsmaßnahme des Firschnitzbaches, das rund sechs Millionen Euro kosten wird. Otto Unterweger, von der Wildbach- und Lawinenverbauung äußerte sich dazu optimistisch: „Mit diesen weitreichenden Schutzbauten wird es bis zum Jahr 2022 gelingen, das Gefahrenpotential für das Ortszentrum von Virgen wirksam zu reduzieren. Ein Murenereignis wie im Jahr 2012, das als 500- bis 1.000-jähriges Ereignis eingeschätzt wird, sollte dadurch verhindert werden können.“

Damit wird die Raumordnung der Gemeinde auf neue Wege geleitet. Im Wesentlichen, so betonte Kranebitter, werde das bisherige Konzept zwar fortgeführt, doch der „Naturwerteplan und die Biotopkartierungen finden aufgrund der gesetzlichen Vorgaben verstärkte Gewichtung“.

Bürgermeister Ruggenthaler stellte zudem weitere Projekte vor, wie ein Konzept zur Gemeindestraßensanierung bis ins Jahr 2018. Das Amtsgebäude wurde bereits ökonomisch saniert, die Mülltrennung effizient organisiert und wie es der Gemeinde wichtig ist, der bisherige energiebewusste Weg fortgeführt. Virgen darf sich neben der höchsten Energieauszeichnung auch über das Prädikat „Familienfreundliche Gemeinde“ freuen. Finanzverwalter Frank Mattersberger berichtete von einem ausgeglichenen Budgethaushalt. Für die kommenden Jahre seien die Erweiterung des Friedhofes, der Ausbau des Feuerwehrhauses in Obermauern, einige Grundankäufe sowie Breitbandverkabelungen vorgesehen. Die Gemeinde wolle sich auch künftig dem Thema Energie widmen, ein Ressourcenbewirtschaftungsprogramm sei im Entstehen, der Ankauf eines gemeinschaftlichen E-Cars bereits beschlossen.

Die Agrargemeinschaftsthematik erfreut die Gemeindeführung weniger. Von den 18 Agrargemeinschaften in der Gemeinde sind sieben als Gemeindegut bestätigt worden. Laut Gemeindeaussendung bedeute das „neben dem Unmut der Betroffenen“ für die Verwaltung einen erhöhten Aufwand, der die oft versprochenen Einnahmen allerdings vermissen lasse. Was touristische Einrichtungen in der Gemeinde beträfe, forderte Ruggenthaler eine klare Trennung zwischen Gemeindeangelegenheiten und den Zuständigkeiten des Tourismusverbandes. Von Seiten der Gemeinde wolle man nicht verantwortlich sein.

Sehr wohl verantwortlich aber, so bekräftigte Ruggenthaler abschließend, sehe man sich für Natur, Gemeinschaft und Schöpfung und man wolle diese Rolle aktiv wahrnehmen. Eine Gruppe von Personen aus Prägraten und Virgen arbeite zudem seit Mai an den sogenannten „Virgentaler Perspektiven“ für die Zukunft.

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