Peter Paul Rohracher ist Obmann des Vereins zur Förderung des Lienzer Hauptplatzes. Foto: Martin Lugger

Peter Paul Rohracher ist Obmann des Vereins zur Förderung des Lienzer Hauptplatzes. Foto: Martin Lugger

Rohracher: Kein Schnellschuss auf dem Lienzer Hauptplatz

Der Obmann der „Hauptplatzler“ will offene Punkte vor der Fuzo-Einführung klären.

Es freut mich und alle Hauseigentümer und Gewerbetreibenden des Hauptplatzes sehr, dass die Bürgermeisterin, wie sie in einem ORF-Interview geäußert hat, die Stadtentwicklung und Gestaltung (!) auch auf den Hauptplatz ziehen will. Es ist ganz im Sinne der Lienzerinnen und Lienzer, die Gestaltung aus der Nachkriegszeit in eine moderne und zeitgemäße Optik zu bringen. Über eine Ganzjahres-Fußgängerzone wurde intern in zahlreichen Sitzungen, die das Stadtmarketing geleitet hat, bereits ausführlich diskutiert.

Mittelfristig wird es  zu einer gut durchdachten Lösung im Konsens mit allen Beteiligten auch kommen, aber ein Schnellschuß bringt sicher keine positive Lösung. Seitens der Gemeinde wurde uns immer signalisiert, dass nach Aufstellen eines Budgets für Marketing, Events und Gestaltung auch mit einer Neugestaltung des Platzes zu rechnen sei. Nun haben wir die Zusage über ein Marketingbudget von einer Summe im mittleren fünfstelligen Eurobereich, das von allen Anrainern, bis auf fünf Liegenschaften, des Hauptplatzes, des Bozenerplatzes und der Andrä-Kranz-Gasse getragen wird.

Diese noch ausstehenden Häuser werden intensiv aufgeklärt, dass auch hier noch weitere Unterstützung akquiriert werden kann. Es ist am Hauptplatz doch etwas schwieriger, diese Zusagen auch in Verträge zu bringen, da bei uns sehr viele Filialisten und Franchisenehmer tätig sind, die teilweise mit den Franchisegebern die Verträge abstimmen müssen. In anderen Gassen sind wenige oder gar keine Ketten ansässig und somit ist dort eine Lösung oftmals leichter.

In unseren Augen – und hier stimme ich Gemeinderat Schwarzers Posting auf dolomitenstadt.at zu – würde es viel mehr Sinn machen, in wenigen weiteren Sitzungen mit dem Stadtmarketing die restlichen offenen Punkte intensiv zu diskutieren und zu lösen und dann ein Gesamtkonzept umzusetzen. Das Wohnzimmer der Lienzer soll nicht in einer politischen sondern in einer nach stadtentwicklungsrelevanten Punkten betrachteten Lösung gestaltet werden.

Dass dann die Gestaltung, wie von Bürgermeisterin Blanik angekündigt, auch umgesetzt wird, motiviert uns natürlich noch mehr zur Arbeit mit Oskar Januschke und seinem Team. Von unserer Seite her ist mit der Vertragsunterzeichnung bis zum Herbstbeginn zu rechnen und mit der Lösung der heiklen Punkte (Fußgängerzone, Events) ebenso. Im Anschluss muss die von der Bürgermeisterin  erwähnte Gestaltung durchdacht werden, sodass nach Finanzierung und Fixierung der Firmen sicher nach dem Sommer 2017 begonnen werden kann. Dies wäre dann zeitgleicher Baubeginn mit dem Mobilitätszentrum, wo sicher Abstimmungen erfolgen müssen und vielleicht auch ein Konzept für die Verwendung des Postgebäudes auf dem Tisch liegt.

Arch. DI Peter Paul Rohracher

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7 Postings bisher
gruenxi vor 1 Jahr

Geschätzte 2 Jahrzehnte hört man schon von einer Fuzo.Politiker sind gewählt worden, um Entscheidungen zu treffen (nebenbei bemerkt, haben wir in Österreich viel zu viele Politiker, welche keine Entscheidungen treffen) Heute sollte daher die Entscheidung für eine Fuzo fallen. Ich bin überzeugt, dass dann endlich Maßnahmen für eine attraktive ganzjährige Fuzo getroffen werden. Oder soll noch bis zum Sanktniemerlandstag gewartet werden, bis die Kaufleute wissen, was sie eigentlich wollen ?

gaukler vor 1 Jahr

Seit Jahren wehren sich die Sprecher der Hauptplatz-Kaufleute gegen eine FuZo. Es ist schon zu lange zugewartet worden. Weg mit den Autos vom Hauptplatz. @ Macki: Dir stimme ich ausdrücklich zu! Es ist mir schon klar, dass die ganzen Paketzusteller Stress haben, aber in den vergangenen Monaten ist es anscheinend ganz wurscht geworden, um welche Uhrzeit noch eingefahren wird.

Macki vor 1 Jahr

Von mir aus kann Blanik im Alleingang die ganze Innenstadt zur Fußgängerzone erklären. Da hab ich nichts dagegen. ABER ich zweifle daran, dass sich dadurch irgendetwas verbessert. Ich bin letzte Woche mehrfach mit Kinderwagen durch die Rosengasse spaziert. Egal wann, ob vor oder nach 10 Uhr, es war immer ein Hindernislauf. Ständig musste ich durchfahrenden oder stehende LKWs, Paketdienstlern, Taxis und Radfahrern ausweichen. Teilweise mussten Werbeständer der Geschäfte zur Seite gerückt werden um überhaupt weiter zu kommen. Von den immer vor der Trafik Dobnig parkenden PKWs spricht man als Lienzer schon gar nicht mehr. Es hat sowieso keinen Sinn.

Den Lienzern würden also viel mehr faktische Handlungen als solch philosophische Ansätze etwas bringen.

Nikolaus F. Pedarnig vor 1 Jahr

First things First - Das Wichtigste zuerst.

Ich halte es hier mit dem neuen Bundeskanzler Christian Kern - First things first. Komplexe Projekte brauchen vor ihrer Umsetzung mutige Zielsetzungen, kühle Analyse und ganzheitliche Planung. Einfache Antworten auf schwierige Fragestellungen sind nur vermeintliche Lösungen. Das Pro&Kontra "Autogerechter Hauptplatz in Lienz" erfordert die Grundsatzentscheidung hin zum "Die Bevölkerung zuerst". Diese umfasst Junge & Alte, Männer & Frauen, Einheimische & Gäste, Stadtmenschen & Landmenschen, Fußgänger, Rad- und Autofahrer. Alle diese Menschen haben ihre Interessen, ihre Anforderungen an sich und ihre Umwelt, an den privaten und den öffentlichen Raum. Das Auto ist nur ein Teil dieser Interessenslage, und mit Sicherheit nicht (mehr) der Größte und Wichtigste.

First things First kann also nur heissen, zuerst der Mensch und dann das Auto: Bevorzugte Nutzung des innerstädtischen öffentlichen Raumes für die Bevölkerung.

nasowas vor 1 Jahr

Vermutlich braucht es die Fußgängerzone, damit überhaupt etwas weitergeht in Richtung Gestaltung. Erst wenn die Autos UND die Gastgärten weg sind, sieht man, wie desolat er ist.

bb vor 1 Jahr

Seit vielen Jahren steht das Thema an und wird rauf und runter diskutiert - "Schnellschuss" erscheint mir hier der falsche Ausdruck. Ich finde das Signal der Stadtregierung gut, da endlich weiter zu machen. Ein gute Lösung ohne dauerhafte Fussgängerzone kann ich mir nicht vorstellen...

Insider vor 1 Jahr

Gesamtkonzept ist wichtig und schön und gut. Trotzdem muss es mit einem ersten Schritt beginnen und das ist die Erklärung dieses Areals zur ganzjährigen Fußgängerzone. Parkmöglichkeiten gibt es rund herum mehr als genug - Autos haben auf diesem Platz nichts verloren. Auch diverse Abstimmungen vor den Wahlen und jetzt auf dolomitenstadt.at haben gezeigt, dass die Bevölkerung das so will - die Gewerbetreibenden haben lange genug auf dem Bremspedal gesessen!