„Vielfalt leben“ – in 72 Stunden ohne Kompromiss

Ein Bericht von Österreichs größter Jugend-Sozialaktion im Countdown.

Vom 19. bis zum 22. Oktober fand Österreichs größte Jugendsozialaktion “72 Stunden ohne Kompromiss” statt. In diesem Jahr lautete das Motto “Vielfalt Leben”. Ich war als Mitglied der Projektgruppe “72h Media” drei Tage lang im Einsatz und habe meine Erfahrungen festgehalten.

Noch 72 Stunden (16:00 Mittwoch)
Gerade erst wurden uns T-Shirts, Projektaufträge und Goody Bags übergeben und jetzt geht es auch schon los. Nach einer kurzen Einweisung fällt der Startschuss für die 72 Stunden ohne Kompromiss. Die Teilnehmer der anderen Projekte machen sich auf den Weg zu ihren Einsatzorten und ich bleibe mit meinen Kollegen der Gruppe „72h Media“ noch in der Dekanatsjugendstelle, um unser Büro für die nächsten drei Tage einzurichten. Von hier aus werden wir all unsere Einsätze koordinieren und die dabei entstandenen Fotos, Videos und Texte schneiden, bearbeiten und schreiben.

Noch 55 Stunden (9:00 Donnerstag)
Der nächste Morgen ist angebrochen. Während ein Teil unseres Teams bereits auf dem Weg zum ersten Einsatz ist, wird im Büro fleißig gearbeitet. Ein neues Logo für die Dekanatsjugend Facebook Page wird erstellt und nach diversen Telefonnummern von Radiosendern, die eventuell über das Projekt berichten könnten, wird gesucht. Außerdem wird der Tagesplan erstellt.

Noch 53 Stunden (11:00 Donnerstag)
Auf geht’s! Wir machen uns auf den Weg zur Fachschule der Dominikanerinnen, um die Fortschritte der Projekte „Herzkissen“ und „Laube lebt auf“ zu begutachten. Während die Näherinnen schon einige Kissen vollendet haben, bleibt auch Zeit für einige kleine Singeinlagen. Ganz im Gegensatz zu den fleißigen Helfern im Außenbereich, die trotz Regen voller Motivation daran arbeiten, die Laube im Garten der Fachschule in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Von hier aus machen wird uns direkt auf den Weg zu unserem Termin bei Radio Osttirol, bei dem wir Infos dafür erhalten, was wir bei Audiointerviews beachten müssen, damit diese auch tatsächlich radiotauglich werden.

Noch 51 Stunden (13:00 Donnerstag)
Mittagspause! Nach einem ersten, erfolgreichen Vormittag haben wir uns eine kurze Verschnaufpause auf jeden Fall verdient.

Noch 50 Stunden (14:00 Donnerstag)
Fisch gestärkt starten wir ins Nachmittagsprogramm.
Unser erster Stopp ist die Pfarre zur Heiligen Familie, wo die Vorbereitungen fürs Projekt „Roll on der Generationen“ auf Hochtouren laufen.

Als wir die Stufen zum Pfarrsaal hinaufsteigen, schlägt uns schon eine Duftwolke, die nach frisch gebackenem Kuchen riecht, entgegen. Während die einen hier in der Küche süße Köstlichkeiten für die Bewohner und Bewohnerinnen des Wohn- und Pflegeheims zubereiten, basteln die anderen an Tischdekoration und stellen ein Rahmenprogramm für den Besuch der Gäste zusammen.


Nachdem wir uns auch noch aktiv an der Kuchenverkostung beteiligt haben, machen wir uns auf den Weg nach Dölsach. Dort wird im Flüchtlingsheim für das Projekt „Mei Tog“ gedreht. Alle Beteiligten sind voller Elan bei der Sache.

Egal ob Tischtennis, Tischfußball oder Karaokesingen, alles wird von der Projektgruppe auf Video festgehalten um zu zeigen, dass verschiedene Herkunftsländer überhaupt nichts am Tagesablauf ändern und wir unterm Strich doch sowieso alle gleich sind.

Noch 46 Stunden (18:00 Donnerstag)
Nachdem wir wieder aus Dölsach zurück sind, legen wir noch einen kurzen Stopp im Büro ein, um den folgenden Tag grob durchzuplanen, bevor wir uns auf den Weg nach Hause begeben, was aber noch lange nicht Feierabend heißt – denn auch zu Hause werden noch fleißig Videos geschnitten, Bilder bearbeitet und Berichte verfasst.

Noch 30 Stunden (10:00 Freitag)
Neuer Tag, neues Glück. Nach einer kurzen Besprechung machen wir uns gleich auf den Weg zur Fachschule der Dominikanerinnen. Als wir dort ankommen staunen wir – schon weit über 30 Herzkissen haben die fleißigen Näherinnen bereits gefertigt. Und auch im Garten sieht es weitaus besser aus als am Tag zuvor.

Petrus meint es gut mit den Helferinnen und Helfern – warm ist es zwar nicht sonderlich, aber zumindest die Sonne scheint. Die Laube macht schon einen viel einladenderen Eindruck und auch der Garten erstrahlt in neuem Glanz. Die Büsche wurden zurechtgestutzt und Unkraut gejätet.

Noch 27 Stunden (13:00 Freitag)
Auf dem Weg zurück ins Büro versuchen wir vergeblich, in der Fußgängerzone Interviewpartner für das Projektvideo zu finden. Keiner scheint mit uns sprechen zu mögen – naja, auch kein Beinbruch. Jetzt wird erst mal Mittagspause gemacht.

Noch 26 Stunden (14:00 Freitag)
Aufbruch in Richtung Wohn- und Pflegeheim. Dort stehen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Projekt „Roll on der Generationen“ bereits in den Startlöchern. Den Heimbewohner und -bewohnerinnen steht die Freude über den Ausflug zur Pfarre zur Heiligen Familie ins Gesicht geschrieben und auch die Jugendlichen sind mehr als motiviert, den älteren Herrschaften den Nachmittag so schön wie möglich zu gestalten.

Der Konvoi aus Rollstühlen und Begleitern wandert vom Wohn- und Pflegeheim über den Iselkai bis zur Pfarre, wo die Gäste bereits erwartet werden. Neben den am Vortag zubereiteten Köstlichkeiten wird den Anwesenden auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Einige kleine Stücke am Klavier und auf der Geige sowie kurze Geschichten und Gedichte werden den Gästen vorgespielt und vorgelesen. Am Ende ergreift sogar die mehrmalige Poetry Slam Gewinnerin Frieda Kleinlercher das Mikrofon und gibt einige ihrer Texte zum Besten, die für viele Lacher im Publikum sorgen.


Noch 23 Stunden (17:00 Freitag)
Von der Pfarre zur Heiligen Familie geht es für uns direkt nach Abfaltersbach. Am Vortag wurden wir von der Projektgruppe „Mei Tog“ spontan zum Pizza essen eingeladen und nahmen die Einladung natürlich gerne an. Bevor es im Jugendzentrum ans essen geht, verteilen wir noch einige Flyer für die Abschlussfeier der Projektgruppe, bei der auch das Video, welches über die letzten Tage hinweg entstanden ist, Premiere feiert.

Noch 21 Stunden (19:00 Freitag)
Ein weiterer Tag geht zu ende. Müde und erschöpft holen wir unsere Sachen aus dem Büro und machen uns auf den Weg nach Hause.

Noch 6 Stunden (10:00 Samstag)
Der letzte Morgen ist angebrochen. Erste Anlaufstelle heute – Radio Osttirol. Wir haben über die letzten beiden Tage hinweg fleißig Interviews von Projektteilnehmern gesammelt und diese werden nun zu einem Beitrag zusammengeschnitten, welcher in der Mittagsshow ausgestrahlt wird.

Noch 4 Stunden (12:00 Samstag)
Abermals machen wir uns auf den Weg zur Pfarre zur Heiligen Familie, wo ein Abschlussessen stattfindet. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Projekte „Herzkissen“, „Laube lebt auf“ und wir von „72h Media“ finden sich zusammen, um letzte gemeinsame Stunden zu verbringen und Resümee zu ziehen. Die fleißigen Näherinnen haben in den letzten 72 Stunden über 40 Herzkissen gefertigt, die Laube im Garten der Fachschule der Dominikanerinnen erstrahlt in neuem Glanz und all das wurde von uns in Bild-, Video-, Audio- und Textform festgehalten. Dafür wird uns von allen Seiten gedankt – und sogar Martin Lesky von der Caritas Innsbruck ist extra angereist, um uns für das soziale Engagement zu danken, welches wir in den letzten Tagen unter Beweis gestellt haben.

Die letzten paar Stunden
Etwas müde aber glücklich lassen wir die letzten paar Stunden damit ausklingen, unsere Berichte, Fotos und Videos fertigzustellen, um mit Hilfe dieser die letzten 72 Stunden für immer in Erinnerung behalten zu können. Denn sie waren eine großartige Erfahrung und haben uns gezeigt, dass soziales Engagement und gelebte Solidarität auch Spaß machen können.

Alle Fotos: Dolomitenstadt/Valeria Brunner

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1 Posting bisher
Thomas Haidenberger vor 2 Jahren

Die "72 Stunden ohne Kompromiss" sind eine tolle Initiative und eine Gelegenheit für junge Menschen, ihre vielseitigen Talente einzubringen. Als unsere eigenen Kinder noch "im passenden Alter" waren, haben wir die Aktion mehrmals hautnah mitbekommen ...

Ich kann den vielen aktiven TeilnehmerInnen und allen, die im Vorfeld organisatorisch tätig waren und sind, zu ihrem selbstlosen Einsatz nur gratulieren. Viele Ergebnisse der Projekte aus früheren Jahren sind bis heute wirksam und für Menschen Teil ihres Alltags.

Besonderer Dank auch für den vielfältigen Bericht auf dolomitenstadt.at - da kann man richtig "mitleben"