Soviel kann gesagt werden: Es ist kein einziger übriggeblieben! Fotos: Dolomitenstadt/Mario Gietl

Soviel kann gesagt werden: Es ist kein einziger übriggeblieben! Fotos: Dolomitenstadt/Mario Gietl

Studententest: Osttiroler Schlipfkrapfen von Schlipf&Co

Kulinarisches Heimweh? Lässt sich per Online-Lieferservice vertreiben!

Wochenschluss heißt Zeit. Zeit für Entspannung, für Freunde, gute Laune und vor allem auch für gutes Essen. Am besten alles auf einmal. Genauso wie heute. Schlipfkrapfen von schlipfco.at stehen am Speiseplan. Wir sitzen entspannt in der warmen Küche einer Innsbrucker Wohnung. „Wir“ sind das Team-Innsbruck der jungen Dolomitenstadt-Redaktion.

Mario Gietl

Mario Gietl ist 19 Jahre alt und kommt aus Sillian. Seit Oktober 2015 studiert er Psychologie an der LFU Innsbruck. Schlipfkrapfen kennt er von seiner Oma und seiner Tante: „Ich nehme oft gefrorene Schlipfkrapfen, zubereitet von meiner Tante, die als Köchin arbeitet, mit in die Landeshauptstadt. Selbst ist es mir einfach zu viel Aufwand und so gut würde ich die Krapfen mit Sicherheit nicht hinbekommen. Hier schmecken sie dann mindestens genauso gut wie zu Hause. Das ist dann sozusagen mein ganz persönliches Stück Heimat.“

Gregor Asslaber

Gregor Aßlaber, 20, kommt aus Matrei und studiert Geschichte und Englisch. Sein Bezug zu Schlipfkrapfen: „Ich verbinde Schlipfkrapfen mit meiner Kindheit in Osttirol. Meine Schwester und ich kochten häufig gemeinsam mit unserer Oma in Matrei. Hin und wieder gab es natürlich auch Schlipfkrapfen. Mit wenig Erfolg versuchte uns dabei Oma das sogenannte „Pitschen“, also das Zusammendrücken des Teiges am Rand, beizubringen. Wann immer ich nun irgendwo Schlipfkrapfen esse, erinnere ich mich jedes Mal gerne an die Kochstunden, damals in Omas uriger Küche.“

Lisa Klammer

Lisa Klammer, 19, kommt aus Heinfels und studiert Politikwissenschaft. Das bringt sie mit Schlipfkrapfen in Verbindung: „Für mich sind Schlipfkrapfen ein Stück Heimat und Kindheit zugleich. Meine Oma hat mit mir als kleines Kind die Osttiroler Spezialität oft selber gemacht. Dabei habe ich mir ihre Kochkünste abgeschaut, aber leider gelingen mir die Schlipfkrapfen immer noch nicht so gut wie meiner Oma. Aus diesem Grund hat für mich dieses Gericht eine große Bedeutung, mit dem ein Stück Osttirol und Familie nach Innsbruck kommt.“

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Draußen schneit es sogar ein wenig, aber die weihnachtliche Stimmung will noch nicht so recht aufkommen. Ist ja auch noch etwas früh. Es klingelt. Endlich ist es da, unser gutes Essen. In der Tür steht eine freundliche Lieferantin, die uns unsere Bestellung entgegenstreckt – heimische Schlipfkrapfen. Ja, tatsächlich waschechte Osttiroler Schlipfkrapfen, online bestellt über schlipfco.at.

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Der einzigartige Schlipfkrapfen-Lieferservice wurde von Edwin Baroian aus Wien und seiner Freundin Viktoria Prast aus St. Veit im Defereggental vor nun gut drei Jahren aus dem Boden gestampft. Zunächst belieferte man nur Schlipfkrapfenliebhaber in Wien, doch seit Ende Feber dieses Jahres kann man sich das Schmankerl auch in Innsbruck bis zur Wohnungstür zustellen lassen. Lydia Nöckler aus St. Veit im Defereggental macht wöchentlich mehrere tausend Schlipfkrapfen, um für genügend Nachschub zu sorgen.

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Die Teigtaschen sind zwar vorgekocht, aber noch tiefgefroren. Auf den ersten Blick wirken die Krapfen ziemlich klein, von Zuhause kennen wir sie größer, weshalb wir auch der Mengenempfehlung keinen Glauben schenken. Für den großen Hunger werden 7-9 Stück empfohlen, dann haben wir wohl einen riesengroßen Hunger. Bei uns findet die doppelte Menge den Weg in den Topf. Schnell sind sie gekocht und die braune Butter steht auch schon bereit. Auf unserem Teller werden sie noch mit Käse und Schnittlauch garniert. Mahlzeit!

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Die Fülle aus Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch, Rapsöl und Salz ist herrlich zart, aber für unser Empfinden ist die Knoblauchnote etwas zu dominant. Eine zusätzliche Prise Salz hat das Gericht geschmacklich noch verfeinert. Weizenmehl, Salz und Rapsöl formen den Teig. Dieser ist zwar etwas fester, aber dafür waren die Krapfen hervorragend verarbeitet, sodass kein einziger aufplatzte.

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Alles in allem kommen beim Verspeisen der Schlipf&Co-Krapfen durchaus Heimatgefühle auf. Letztendlich ist „typisch osttirolerisch“ aber subjektiv, läuft doch die Zubereitung bei jedem ein wenig anders ab. Uns haben die Schlipfkrapfen jedenfalls geschmeckt. Wir werden in Zukunft sicher nochmal das Angebot nutzen. € 0,47 pro Teigtasche sind durchaus annehmbar, für Studenten jedoch etwas kostspielig. Heimat hat eben ihren Preis.

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3 Postings bisher
senf vor 10 Monaten

„Innos zeichnet ein Bild der Hoffnungslosigkeit für eine ganze Region, insbesondere für die Frauen. “, so bgm. und rgo-obmann ruggenthaler in der kleinen zeitung vom juli 19/2016 zum vorschlag piok, in der iselregion knödel, schlipfkrapfen und kräuter zu produzieren und dafür einen markt aufzubauen. und nach dem dafürhalten von bgm. köll sind die ideen der innos sogar inakzeptabel, weil die iselregion damit zur "´Region zweiter Klasse" verkommt. .

schön zu lesen, dass es nun in der bundes- und in der landeshauptstadt tatsächlich osttiroler schlipfkrapfen aus osttirol gibt. sogar per onlinebestellung. und wenn man den osttirolabstämmigen feinschmeckern glauben kann, schmecken sie auch. nach altem rezept, erinnerungen kommen auf, und omas bekommen besonderen stellenwert. mich interessiert, ob die schlipfkrapfen tatsächlich aus osttirol kommen und dort auch hergestellt werden. viktoria prast aus st. veit im defereggental lebt in wien und macht den vertrieb. lydia nöckler aus st. veit kommt dem bericht nach aus st. veit und pitscht wöchentlich mehrere tausend dieser schmangerln. wenn frau prast es wirklich geschafft hat, diese köstlichkeit vorwiegend aus osttiroler zutaten in st. veit herzustellen zu lassen und in großstädten preiswert zu vertreiben, dann ist ihr zu gratulieren. auch von den politischen vertretern!

    Mario Gietl vor 10 Monaten

    Die Schlipfkrapfen werden tatsächlich in Osttirol hergestellt. Auch die Zutaten dafür kommen aus einem Geschäft in der Region. Weitere Infos kann man auch diesem Beitrag des ORF entnehmen, wo Lydia Nöckler ganz genau auf die Finger geschaut wird.

    http://www.schlipfco.at/orf-beitrag-ueber-unsere-osttiroler-schlipfkrapfen/

    holymoly vor 10 Monaten

    @senf: sollte ein bgmst oder sonstige person wirklich der meinung sein, dass eine region "verkommt", weil speisen aus der region und mit derart starken bezug wie die "osttiroler schlipfkrapfen" in alle welt geliefert und dann auch noch geschätzt werden .... bitte einfach das feld für wirkliche regionsverteter räumen, oder ist wien durch das schnitzel irgendwie "nicht in aller munde" und zu einer, was auch immer "verkommen" ???? wir wissen es eh schon länger: die blockierer sitzen bei uns ganz oben ..... schlipfkrapfen vor, noch ein ....... suuuuper sache!!!!