Nicht nur Reinhold Messner hält ihn für einen der besten Alpinisten der Welt: Steve House war beim Eisfestival als Referent und als Sportler aktiv. Foto: Martin Lugger

Nicht nur Reinhold Messner hält ihn für einen der besten Alpinisten der Welt: Steve House war beim Eisfestival als Referent und als Sportler aktiv. Foto: Martin Lugger

Osttirols Eiskletterer bewiesen Improvisationstalent

Trotz Lawinenwarnung ging das 2. Eisfestival mit vielen Highlights über die Bühne.

Normalerweise sind Wetterkapriolen der Horror für jeden Outdoor-Veranstalter, aber die Osttiroler Eiskletter-Szene rund um Silvester Wolsegger, Vittorio Messini & Co. kann offenbar weder riesiger Publikumsandrang noch eine Lawinenwarnung ins Schwitzen bringen. Der Verein Bergsport Osttirol wickelte auch unter widrigen Umständen mit viel Improvisationstalent das 2. Osttiroler Eisfestival ab.

Bereits am Freitag wurden beim Ansturm auf den Vortrag von Kletter-Weltstar Steve House kurzerhand sämtliche Räume im Matreier Tauernhaus per Livestream vernetzt und so bekamen rund 500 Gäste mit, wie der Meister aus der Schule plauderte. Am Samstag machte dann zunächst die ausgerufene Lawinenwarnstufe 4 dem Veranstalter einen Strich durch die Rechnung, doch schnell wurde auch diese Not zur Tugend. Beim Eispark geplante Workshops wurden auf ganz Osttirol verteilt, die Teilnehmer waren begeistert.

Die Schnellsten am eisigen Wandfuß des Wildenkogels: Eismaster 2017 ist Peter Wurzer (rechts), zweiter wurde Hannes Pfeifhofer. Foto: Martin Lugger

Der Speedwettbewerb um den 2. Osttiroler Eismaster ging unter viel Applaus auf dem Wandfuß des Matreier Wildenkogels über die Bühne. Eine Route mit dem Schwierigkeitsgrad WI (Water Ice) 5 musste dabei so schnell wie möglich bezwungen werden. Den Titel sicherte sich der Osttiroler Peter Wurzer vor Hannes Pfeifhofer aus Südtirol und dem Matreier Kevin Resinger. Bei den Damen dominierte die Tirolerin Katharina Schrettl. Rang zwei ging an Bettina Lubaach, Dritte wurde Birgit Krabichler.

Am Sonntag stand dann doch noch der spektakuläre Eispark im Gschlösstal im Mittelpunkt des Events. Hunderte Fans kamen auf ihre Rechnung und hatten Gelegenheit, auch den neuen, sehr alpinen Sektor mit bis zu 60 Metern Wandhöhe zu testen. „Der Eispark bietet jetzt insgesamt rund 80 Linien mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden für Anfänger bis hin zum Profi an. Der neue Sektor beinhaltet auch einige Mixed-Routen mit Fels und Eis““, erklärt Silvester Wolsegger von Bergsport Osttirol. Sein Verein betreibt den Eispark Osttirol gemeinsam mit den Osttiroler und Kalser Bergführern.

Dolomitenstadt hatte bereits 2011 Gelegenheit zu einem ausführlichen Interview mit Steve House (mit Video!). Wer mehr über die Erfinder des Osttiroler Eisparks erfahren will, sollte sich das aktuelle Dolomitenstadt-Magazin besorgen, mit einer ausführlichen Fotoreportage über Vitto und Motz, zwei schillernde Fixsterne der Osttiroler Alpinszene.


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6 Postings bisher
Klara Fall vor 1 Jahr

Ist der künstliche Eispark dann überhaupt notwendig, wenn es kein Problem ist auf natürliche Eisparks/Wasserfälle gleich in der Nähe auszuweichen?? Es war ja eine tolle Veranstaltung auch wenn diese nicht auf dem künstlichen Eispark sattfand. Viel Spaß beim Eisklettern weiterhin, Temperaturen passen ja!

Rope vor 1 Jahr

Sorry, MSMRB hat recht! Habe mich voreilig nur auf die Schlagzeile konzentriert (war aber auch nicht vorteilhaft formuliert) Somit entschuldige ich mich bei den lobenswerten Veranstaltern !

Rope vor 1 Jahr

Wie in der Schlagzeile dieses Berichtes von der Sportredaktion angeführt, wurde die Veranstaltung "TROTZ LAWINENWARNUNG" durchgeführt. TOLLE VORBILDWIRKUNG ! Trifft dann wie sie oft die Katastrophe ein, ist das Entsetzen und Geheule groß!

    RSMRB vor 1 Jahr

    Eben darum wurden die Workshops ja auf nicht von der Lawinengefahr betroffene Teile Osttirols ausgelagert und so jede Gefährdung der Teilnehmer über das übliche Maß hinaus ausgeschlossen. Um dies möglich zu machen haben die Organisatoren dankenswerterweise innerhalb kürzester Zeit (wenige Stunden am Samstag vor Beginn) ein Alternativprogramm ausgearbeitet.

    Bitte informiere dich adäquat - den Artikel zu lesen hätte schon gereicht - bevor du engagierten Leuten solche Dinge an den Kopf wirfst.

    senf vor 1 Jahr

    "trotz lawinenwarnung" liest du? die am freitag ausgerufene lawinenwarnstufe hat ja den veranstalter kurzfristig dazu bewogen, die workshops auf andere orte osttirols zu verlegen, lese ich. ich bezweifle, dass die örtlichkeit im tauerntal und der zugang dazu tatsächlich im lawinengefährdeten gebiet liegt, aber vielleicht lieg ich falsch, man kläre mich auf!

      Zuckerpuppe vor 1 Jahr

      Am Alpenhauptkamm war Lawinenwarnstufe 4, deswegen wurde die Veranstaltung, wie von dir erwähnt, auf mehrere Destinationen in Osttirol verteilt, das Gebiet ist am Hauptkamm - das ist eine tatsächlichr Vorbildwirkung. Das beweist auch, dass Osttirol ein Eisklettwrparadies ist. Absolut super Veranstaltung. Riesengrosses Danke ung an die Veranstalter. Weiss jemand, ob es noch irgendwo mehr Fotos zum anschaun gibt?