Fantasima in Lienz geht in die elfte Runde

Von 17. bis 19. März finden die Figurentheatertage statt. Interview mit Organisatorin Heidi Fast.

In Lienz gibt es ein ganz besonderes Festival, das heuer schon zum elften Mal stattfindet. Es zieht nicht nur Kinder in seinen Bann – auch Erwachsene, die sich verzaubern lassen möchten, freuen sich schon auf das Wochenende vom 17. bis 19. März. Was da stattfindet? Fantasima 2017, die Lienzer Figurentheatertage. Ein Festival der ganz besonderen Art.

Heidi Fast, Leiterin der Stadtkultur Lienz, die das Festival plant, vorbereitet und durchführt, sprach mit dolomitenstadt.at exklusiv über Künstler, Stücke und Publikumslieblinge.

Heidi, ist Fantasima eigentlich dein Lieblings-Projekt?
Derzeit ja (sie lacht), auf alle Fälle liegt mir das Festival sehr am Herzen, es ist für mich wie mein Kind. Wie alle Kinder macht es viel Arbeit, aber auch viel Freude.

Von links: Restauratorin und Ausstatterin Verena Ulbrich, Puppenspieler Andreas Ulbrich und Organisatorin Heidi Fast beim Pressegespräch in der Stadtbücherei Lienz. Foto: Dolomitenstadt/Kofler

Wann beginnst du mit der Planung?
Eigentlich schon vor dem jeweilig letzten Festival. Vor unserem findet nämlich das in Wels statt und das besuche ich nach Möglichkeit auf der Suche nach neuen Künstlern und Stücken.

Einige der Künstler kommen aber fast jedes Jahr?
Ja, es gibt richtige Publikumslieblinge, wie Matthias Kuchta vom Lille Kartofler Figurentheater, er kommt heuer schon zum elften Mal. Auch unsere heimischen Theater sind Fixstarter. Heuer ist die Theaterwerkstatt Dölsach leider nicht dabei, weil die Proben für die Passionsspiele alle Kräfte benötigen, aber Andreas Ulbrich, der Berliner Puppenspieler, der im Mölltal lebt, zeigt wieder ein Kasperl-Stück.

Seine Frau gestaltet ja die Schaufenster in der Innenstadt. In der Stadtbücherei ist ein besonders großes zu bewundern!
Verena Ulbrich macht das auch schon zum elften Mal mit viel Liebe und Kunstverstand. Sie ist ja auch Restauratorin und Ausstatterin der Stücke ihres Mannes und die Liebe zum Detail sieht man auch in den Schaufenster-Dekorationen, die auf das Festival hinweisen sollen.

Von den Fixstartern haben wir schon gesprochen, was ist heuer neu?
So international wie heuer waren wir noch nie. Aus Argentinien kommt ein ganz toller Künstler mit einem Stück, das fast alle Facetten des Figurentheaters zeigt. Omar Alvarez spielt das Märchen „Der standhafte Zinnsoldat“ und Heini Brossmann vom Theater Trittbrettl in Wien hat den Text übersetzt und spricht ihn. Auch auf das „Train Theater“ aus Israel freue ich mich. Es zeigt zwei Vorstellungen von „Tiny ocean – kleines Meer“ für die Kindergärten, aber auch für interessiertes erwachsenes Publikum. Gespielt wird das „Unterwasserstück“ in drei Aquarien. Und in der Stadtbücherei gibt es ein Künstlergespräch, das ich mit Margrit Gysin – sie ist mit zwei Kinderstücken da – und Matthias Kuchta führe.

Omar Alvarez aus Argentinien ist 2017 zum ersten Mal bei den Lienzer Figurentheatertagen dabei. Er spielt das Märchen vom tapferen Zinnsoldat. Foto: Stadtkultur

Das ist einer der beiden Abende für Erwachsene?
Ja, der andere ist eine ganz tolle Aufführung von Woyzeck, gespielt von Stefan Kügel vom Theater Kuckucksheim aus Deutschland. Die Geschichte von Georg Büchner ist ja eigentlich eine tragische, in dieser Figurentheater-Fassung aber auf jeden Fall ein ganz toller Abend. Stefan Kügel spielt nicht nur, er singt dazu auch noch Soldatenlieder mit Texten von Büchner und alleine das ist schon sehens- und hörenswert. Stimmlich würde ich ihn als deutschen Paolo Conte bezeichnen (lacht).

Für welche Zuschauer ist Fantasima eigentlich?
Für alle! Wir haben Stücke für Kinder ab vier Jahren, viele treue erwachsene Zuschauer, die sich auch von den Stücken für die Kleinen verzaubern lassen und heuer kommt erstmals eine Klasse zukünftiger Kindergarten-PädagogInnen aus Klagenfurt, um einen Tag lang Fantasima intensiv zu erleben!

Was kostet der Spaß und wie kommt man zu den Karten?
Wenn man alle zwölf Stücke sehen will – und das geht sich bei guter Planung aus – ist natürlich der Festival-Pass ideal, er kostet 32 Euro. Die Tageskarten kosten 12 Euro und der Einzeleintritt 6 Euro. Es gelten auch die KiKu-Karten und KiKu-Pässe, davon ausgenommen sind die Abendstücke. Reservieren können wir nur Karten für die Abende, das ist im Bürgerservice in der Liebburg (Tel. 04852 600 519) möglich. Alle Infos gibt es auch auf www.stadtkultur.at und der Programmfolder liegt in der Liebburg, in der Stadtbücherei und in Geschäften und Banken auf.

Da bleibt mir nur noch toi, toi, toi zu wünschen, ich bedanke mich für das Gespräch! Und ein Tipp: Gehen Sie doch in den nächsten Tagen einmal ganz aufmerksam durch die Lienzer Innenstadt, um die Puppen der Familie Ulbrich zu entdecken!

Fantasima im Veranstaltungskalender – alle Termine auf einen Blick.


Jetzt freigeschaltet! Im aktuellen DOLOMITENSTADT-Magazin erschien ein Interview mit Puppenspieler Andreas Ulbrich. Hier online lesen.

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