Ein Besuch bei den Special-Olympics-Langläufern

Rainer Pötscher und Franz Josef Kinzl aus Matrei holten Silber und Bronze in Schladming.

Stolz präsentieren die beiden Olympioniken ihre Medaillen. Von links: Rainer Pötscher, Franz Josef Kinzl und Trainer Karl Holzer. Fotos: Dolomitenstadt/Klammer

Nach zehn Tagen Special Olympics World Winter Games im steirischen Schladming/Ramsau sind am vergangenen Wochenende auch die Osttiroler Langlauf-Athleten Rainer Pötscher und Franz Josef Kinzl wieder in Matrei angekommen. Ich durfte die beiden bereits während der Bewerbe und Siegerehrungen im Rahmen des Special Olympics Volunteer-Projekts (medial) begleiten.

Bei unserem Wiedersehen in der Lebenshilfe Matrei werde ich mit leuchtenden Augen empfangen. Die beiden ambitionierten Langläufer zeigen mir stolz ihre Medaillen und Siegerschleifen. Noch ein Foto vor dem eigenen Transparent, danach setzen wir uns gemeinsam mit ihrem Trainer Karl Holzer an einen Tisch. Angetreten sind Pötscher und Kinzl in den 50- und 100-Meter-Läufen in der Ramsau am Dachstein. „Vor den eigentlichen Rennen gibt es den Vorlauf. Dabei werden die AthletInnen nach ihrer Leistung in die Divisionen eingeteilt, damit Chancengleichheit gewährleistet werden kann“, erklärt Trainer Holzer.

Die beiden Osttiroler liegen sich nach einem erfolgreich geschlagenen Rennen in den Armen.

Bei den Wettkämpfen selbst sicherte sich Pötscher die Bronzemedaille im 100-Meter-Lauf sowie den sechsten Platz im 50-Meter-Bewerb in der Division M03. Kinzl trat in der Kategorie M04 an. Er holte Silber im 100-Meter-Lauf und den vierten Platz im 50-Meter-Lauf. Unterstützung erhielten die beiden Osttiroler vor allem durch ihre Familien vor Ort. Kinzl schwärmt von seinem Bruder, der „mir geholfen hat, dass ich gut ins Ziel komme“, während Pötscher von seinen jubelnden Eltern erzählt. Beide haben großes Lob für ihren Trainer übrig: Alles an den Spielen habe ihnen gefallen, besonders aber die Zusammenarbeit mit Holzer.

Trainiert wurde über das ganze Jahr hinweg im Rahmen des wöchentlich durchgeführten Sportprogramms. Im Winter nimmt man die örtlichen Loipen und Pisten in Anspruch, im Sommer wird am liebsten der Fußballplatz bespielt. Im Zuge der olympischen Vorbereitungen wurden neben den zwei Wocheneinheiten in Matrei auch die Loipen in Kartitsch genutzt.

Welcome Home! Kinzl, Pötscher und Holzer nach ihrer Ankunft in der Lebenshilfe Matrei.

Angesprochen auf die Motivation erzählt Holzer, dass jeder der Athleten mit einem eigenen Motto in die Herausforderung „Special Olympics World Winter Games“ gestartet ist. Kinzl deklariert sich selbst als „Beißer“, Pötscher „gibt stets sein Bestes“.

Sie erzählen von ihrem Zimmernachbarn aus dem Paznaun, der zwar in der letzten Division, aber dennoch immer mit Spaß dabei war. Auch er nahm Gold und Bronze unter großem Applaus mit nach Hause. Ob die beiden Sportler aufgeregt waren? „Gar nicht. Wir waren super vorbereitet“, so Pötscher mit einem zufriedenen Lächeln. Die vielen Menschen und auch den Medienrummel haben sie sehr genossen. Was ihnen sonst noch sehr gefallen hat? Die Prominenz (unter anderem Helene Fischer und Andreas Gabalier) und das Anschauen anderer Bewerbe. Die Schneeschuhlauf-Bewerbe seien besonders interessant gewesen, erzählt Franz Josef Kinzl.

Zum Schluss spricht Trainer Holzer darüber, wie schön es gewesen sei, bei den Special Olympic World Winter Games dabeizusein. Ich kann ihm in diesem Punkt nur zustimmen. Für diese Möglichkeit, den Sport in seiner ehrlichsten Form und ohne große Konkurrenzgedanken zu erleben und die atemberaubende Atmosphäre zu spüren, bin ich sehr dankbar.

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1 Posting bisher
hoerzuOT vor 6 Monaten

Einfach toll!! Allerherzlichste Gratulation!! Und Sie, Herr Holzer, sind ein Held!