Was wird aus dem Hochstein? Auf diese Frage werden noch Antworten gesucht. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Was wird aus dem Hochstein? Auf diese Frage werden noch Antworten gesucht. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Hochstein Arbeitsgruppe: Viele Erkenntnisse, keine Ergebnisse

30 Projekte aus fünf Themenfeldern werden demnächst auf „Zukunftsfähigkeit“ abgeklopft.

Stadtmarketing-Chef Oskar Januschke übernahm in der Gemeinderatssitzung vom 18. Juli die mit Spannung erwartete Berichterstattung der Hochstein-Arbeitsgruppe, die derzeit noch überwiegend aus Menschen besteht, die als Anrainer, Wirtschaftstreibende und Grundbesitzer mit dem Berg unmittelbar verbunden sind. Demnächst soll dieser Kreis um alle Fraktionsführer, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, TVBO, Bergbahnen und andere Experten erweitert werden.

Politisch wurden die Sitzungen dieser Gruppe bisher von VP-Mandatar Christian Steininger geleitet und auch Bürgermeisterin Elisabeth Blanik nahm am Ideenfindungsprozess teil, dessen Struktur einmal mehr die Handschrift Januschkes trägt. Der Stadtbeamte relativierte den Zwischenstand gleich vorweg: „Es gibt viele Erkenntnisse, aber noch keine Ergebnisse.“

Man habe in zehn intensiven Sitzungen und bei einer Exkursion nach Südtirol die Potenziale erhoben, den Mitbewerb analysiert, ebenso wie die Stärken und Schwächen des Hochsteins, habe über die „Perspektive Berg“ hinausgedacht und entdeckt, dass die Thematik sehr komplex sei, zumal es viele „Stakeholder“ gebe, vom Skiclub bis zur Forstwirtschaft. „Wir haben uns die Mühe gemacht, Spitzenliteratur zu beschaffen“, erklärte Januschke und zeigte eine ganze Reihe von Grafiken, darunter Nächtigungsentwicklung, Bettenzahl, Tourismusintensität, Umwelttrends, Sporttrends und allerhand vergleichende Analysen. Unter Januschkes Regie füllten die Arbeitsgruppenteilnehmer in einer „SWOT-Mitbewerberanalyse“ Datenblätter aus, in denen die Skigebiete in Lienz mit anderen in Osttirol, Oberkärnten und Südtirol verglichen wurden. Dabei reifte offenbar die Erkenntnis heran, dass man sich mehr einfallen lassen muss, als Skifahren.

Deshalb führte eine Exkursion nach Bruneck, „wo zwanzig Millionen Euro in Kultur am Berg investiert werden, nicht in Aufstiegshilfen“, erklärte Januschke. Aus einer ehemaligen Bergstation werde dort ein Fotomuseum und das sei nur einer von 16 Wandlungsprozessen in Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und Slowenien, den man untersucht habe. Dieser Wandel sei klimatisch, demografisch und durch Veränderungen im Urlaubsverhalten vorgegeben und müsse auch in die Überlegungen für den Hochstein einfließen.

Nicht nur Januschke sondern auch Steininger und Blanik betonten das Potenzial des Berges. „Ich mache mir mittlerweile um den Hochstein weniger Sorgen, als um das Zettersfeld“, erklärte die Bürgermeisterin und Christian Steininger resümierte: „Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Dinge, die wir im Bauchgefühl alle wussten, haben sich bestätigt. Besonders spannend war für mich die positive Stimmung in der Arbeitsgruppe.“

Und das Fazit? Aus allen Analysen werden 30 größere und kleinere Projekte herausdestilliert, die sich in fünf Themenfelder einteilen lassen und vom Büro Revital auf ihre Realisierbarkeit und Zukunftsfähigkeit abgeklopft werden sollen. Die Vollbeschneiung sei dabei ebensowenig vom Tisch, wie andere Investitionen in den Wintersport. Die „Dimension Ski“ müsse aber „durchbrochen und aufgeweitet werden“.

Bisher habe man am Hochstein konzeptlos gearbeitet, erklärte die Bürgermeisterin, das habe sich nun geändert: „Andere haben schon vor zehn Jahren die Trends analysiert, das hätten wir als Bergbahn-Eigentümer auch machen sollen.“ Nun lägen brauchbare Grundlagen auf dem Tisch, die laut Blanik zu einer weiteren Einsicht führen: „Wir werden auch ein Konzept für den Transformationsprozess auf dem Zettersfeld brauchen.“

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8 Postings bisher
multi 1 vor 4 Monaten

Da merkt man das die Tourismusverantwortlichen und Politiker in Osttirol jahrelang geschlafen haben wenn sie nach Südtirol fahren müssen auf Exkursion .

Flori98 vor 4 Monaten

Ich hoffe es wurden zu allererst die Betriebsausgaben von 1 Mio Euro für 3 Monate Winterbetrieb analysiert und Einsparungspotenziale erörtert. Das ergibt ca. € 11.000,-- pro Tag reine Betriebskosten, also sehr hinterfragungswürdig!

42na95 vor 4 Monaten

Das ist doch Realsatire pur !!!

Allerdings besser jetzt Erkenntnis und Selbstreflexion als denn nie.

Nun sollten Taten folgen denn die Wintersaison 17/18 ist schneller um, als man denkt.

Hey, Ho, Let's Go

bergfex vor 4 Monaten

Wenn ich diesen Artikel nicht gelesen hätte, wüßte ich jetzt gleich viel.

    chiller336 vor 4 Monaten

    dem "erschlafften ballon" hochstein wurde wieder a bissl luft eingeblasen ....

    schneida vor 4 Monaten

    Genauso geht's mir die meiste Zeit mit deinen Kommentaren lieber bergfex 🙄

      bergfex vor 4 Monaten

      Habe dir aus Mitleid bzu gestimmt.☺

    Danny vor 4 Monaten

    bergfex! Es ist immer gut,wenn man kritisieren kann.Ich denke, es liest sich gut im Artikel was bis jetzt passiert ist und was noch passieren wird