Workshop über historische Fotografie in Franzensfeste

Unter den Referenten war auch Meinrad Pizzinini, der Georg Egger vorstellte.

Wo sind die ersten Fotoateliers im Tiroler und Südtiroler Raum entstanden? Wer waren die Fotopioniere? Mit welchen Apparaten hat man früher fotografiert? Was wurde fotografiert und präsentiert – was nicht? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am 20. September eine Tagung in der Festung Franzensfeste. Beteiligt waren an diesem Interreg-Projekt das Tiroler Archiv für photographische Dokumentation und Kunst (TAP), die Stadtgemeinde Bruneck, das Amt für Film und Medien und die Abteilung Museen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol. Das TAP ist großteils EU-finanziert, hat auch in Lienz einen Standort und wird vom Osttiroler Historiker Martin Kofler geleitet.

Neben Anton Holzer, Herausgeber der Zeitschrift „Fotogeschichte“, referierte in Franzensfeste auch Meinrad Pizzinini, der die Entwicklung der Fotografie in Osttirol am Beispiel des Fotopioniers Georg Egger skizzierte. Unter anderem um das Studium seines heute weltberühmten Sohnes Albin in München zu finanzieren, meldete Egger 1873 das Fotografengewerbe in Lienz an. Viele seiner Arbeiten schlummerten lange in den Archiven der Stadt und wurden 2012 im Rahmen einer Sonderschau des TAP erstmals gezeigt.

Gunther Waibl zeichnete die Situation der Fotografie in Südtirol in der Frühzeit nach, Daniela Pera präsentierte den Fotobestand der Società degli alpinisti tridentini (SAT) und Floriano Menapace plauderte mit Alessandro Campaner vom Südtiroler Landesarchiv über die Veränderungen des Berufsalltags von Fotografen. Markus Wurzer sprach über Südtiroler Amateurfotografen im Abessinienkrieg (1935–1941) und Evelyn Reso vom Südtiroler Landesmuseum für Tourismus entlarvte klassische Motive in Ansichtskarten.

Bei einer eigens zusammengestellten Fotomaterialienschau zeigten die Tiroler Landesmuseen, das Südtiroler Landesarchiv, das TAP mit der Stadtgemeinde Bruneck und das Landesamt für Film und Medien Fotomaterialien aus ihren Beständen: eine Daguerreotypie aus dem Jahr 1847, Einrichtungsgegenstände aus dem Bozner Fotoatelier Waldmüller, historische Postkarten, Fotoglasplatten und Fotokameras aus 150 Jahren Fotografiegeschichte.

Gezeigt wurde aus der Sammlung des TAP auch dieses Porträtbild einer unbekannten Lienzerin, aufgenommen von Maria Egger.
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