Köll attackiert Föger: „Diese Rechtsansicht ist haltlos!“

Der Matreier Bürgermeister kämpft an mehreren Fronten um seinen Platz im TVBO.

Am 18. Dezember wählt der TVBO einen neuen Aufsichtsrat. Bis vor Kurzem schien klar, dass diesem Gremium auch der Matreier Bürgermeister Andreas Köll angehören wird. Er war auf der Liste von Langzeitobmann Franz Theurl auf einem sicheren Platz in der Stimmgruppe 1 gereiht, als Geschäftsführer der Matreier Goldried Bergbahnen GmbH. Doch dann kam der Paukenschlag. Heinz Schultz, Mehrheitseigentümer dieses Unternehmens, reichte selbst eine Liste zur Wahl ein und nominierte seinen Sohn Maximilian, der ebenfalls Geschäftsführer der Bergbahn ist. Weil Schultz schneller war als das Duo Theurl-Köll, war der Matreier plötzlich aus dem Rennen. Wir haben berichtet.

Doch Köll will sich nicht geschlagen geben und macht, was er immer in solchen Situationen macht: Er schickt Anwälte los. In diesem Fall seinen langjährigen Weggefährten Johannes Hibler. Der wirft im Auftrag von Köll in einem geharnischten Schreiben dem obersten Tiroler Tourismusbeamten Gerhard Föger vor, er kenne das Gesetz nicht und sei zudem befangen. Der Brief liegt der Redaktion vor.

Wie berichtet erklärt Gerhard Föger seine Entscheidung zugunsten von Maximilian Schultz damit, dass ein und dasselbe Unternehmen bei der Wahl nur von einer Person vertreten werden könne. Hat das Unternehmen zwei Geschäftsführer, die auf unterschiedlichen Listen kandidieren, dann hat laut Föger der die Nase vorn, dessen Liste als erste bei der Behörde eingereicht wurde. In diesem Fall ist das Maximilian Schultz.

Hibler und Köll lassen das nicht gelten: „Diese Rechtsansicht ist haltlos und nimmt meinem Mandanten sein Recht zur Ausübung des passiven – und wenn Sie dieser Rechtsansicht weiter anhängen – auch des aktiven Stimmrechts,“ schreibt Hibler an Föger. Wenn Köll keine Stimme erhalte, könne Föger davon ausgehen, dass die Wahl rechtswidrig sei und aufgehoben werden müsse. Im Gesetz sei lediglich geregelt, dass eine Person nicht gleichzeitig auf verschiedenen Listen kandidieren könne. „Jene Bestimmung, auf die Sie sich offenbar berufen, regelt nicht die Ausübung des Stimmrechtes einer juristischen Person die mehrere (handelrechtliche) Vertreter hat.“ Hibler bleibt in seinem Schreiben freilich einen Lösungsvorschlag schuldig. Auch andere Firmen haben mehrere handelrechtliche Vertreter und dennoch nur eine Stimme.

Doch Andreas Köll und Johannes Hibler schießen aus allen Rohren. Sie stellen in ihrem Schreiben auch in den Raum, dass Föger als Aufsichtsratsvorsitzender der Osttirol Investment GmbH (OIG) gegenüber der Schultz-Gruppe befangen sei. Die OIG ist an den Kalser Bergbahnen von Heinz Schultz beteiligt. Auch dieser Vorwurf steht freilich auf wackeligen Beinen. Andreas Köll selbst ist seit Jahrzehnten eng mit der Schultz-Gruppe verbunden und kandidiert als operativer Geschäftsführer eines Schultz-Unternehmens. Föger hatte im Prinzip also nur die Wahl zwischen dem einen oder anderen Geschäftsführer der selben Firma. Der Beamte wollte zu dieser Causa am Freitag keinen Kommentar abgeben.

Um sich den Weg in den TVBO freizuschießen, droht Andreas Köll auch Heinz Schultz persönlich mit allen biblischen Plagen. Er lässt dem Liftkaiser über seine Vizebürgermeisterin Elisabeth Mattersberger und die Kleine Zeitung ausrichten, dass er die Kandidatur seines Sohnes Maximilian zurückziehen soll, andernfalls würden diverse Verträge zwischen der Gemeinde und den Matreier Bergbahnen in Frage gestellt. Auch auf diesem Schlachtfeld ist Köll in einer Doppelrolle gefangen. Deshalb werden die Drohungen gegen Schultz von der Vizebürgermeisterin überbracht. Das ändert freilich nichts an der Tatsache, dass offenbar innerhalb des strategisch für Matrei so wichtigen Unternehmens ein Machtkampf zwischen dem Mehrheitseigentümer Heinz Schultz und seinem eigenen Geschäftsführer und Standortbürgermeister Andreas Köll entbrannt ist.

Die nächste Runde in diesem Machtkampf ist sicher schon eingeläutet. Wir werden berichten!

Linktipp: Tourismuswahl Osttirol 2017

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13 Postings bisher
Instinktivist vor 2 Wochen

spätestens jetzt würde jemand dem der osttiroler Tourismus am Herzen liegt einfach nicht noch zehn Fässer aufmachen. Ich denke es gibt so schon genug offene Baustellen und einen Streit vom Zaun zu brechen nützt wohl niemandem. Ich an Herrn Dr. Kölls Stelle, würde die gewonnenen Freizeit einfach nutzen um mein schwer verdientes Geld auszugeben.

hieronymus68 vor 2 Wochen

Langzeitbürgermeiser mit ihren Verflechtungen sind heute eigentlich nicht mehr Zeitgemäß. Es dreht sich halt vieles nur um Machterhaltung persönliche Eitelkeiten und ums Geld.

Kilian1990 vor 3 Wochen

Wild um sich schlagend versucht Köll jetzt, seine letzten Machtpositionen zu retten. Ich hoffe, dass er dabei nicht Schaden anrichtet für den Tourismus, die Wirtschaft und die Gemeinde. Er hat sicher einiges geschafft in den Jahren als Politiker. Das erwartet man aber auch von einem Bürgermeister und Landtagsabgeordneten. Wir (fast) alle müssen uns auch unser Geld erarbeiten.

senf vor 3 Wochen

köll ist gekränkt und zeigt nun sein wahres gesicht. er droht mit vertragsauflösungen. ob er damit für seine gemeinde etwas gutes tut, sei dahingestellt. es dürfte für die familie schulz ein leichtes sein, sich aus matrei zurückzuziehen. köll hat die funktion als geschäftsführer der GBB also nur für sich genutzt, am skibetrieb hat er nichts weitergebracht. die sesselbahn am klaunzerberg ist längst abgetragen und der von köll seit jahren versprochene skiweg zur talstation fehlt immer noch. dafür fährt ein skibus, den die nachbargemeinden teuer bezahlen. kölls zeit ist abgelaufen, da nützen auch die feinsten juridischen spitzfindigkeiten um teures geld nichts mehr. merkt denn das die frau vize nicht?

    Flori98 vor 2 Wochen

    Die Gemeinde Matrei in den TVB-Wahlkampf hineinzuziehen finde ich nicht richtig und beschämend. Eines ist aber auch klar: Schultz braucht auch die Gemeinde Matrei (günstiger Wasserzins, Servitute, Finanzierungsbeteiligung, Umwidmungen, usw.) und umgekehrt ebenso (Ausbau Infrastruktur im Skigebiet). Man kann zu Köll stehen wie man will, aber ohne sein langjähriges Bemühen wäre die Skischaukel Kals Matrei - wenn überhaupt - erst Jahre später realisiert worden. Er war der Initiator dieser Skiverbindung! Der Kalser Bgm. hat jahrelang dagegen gearbeitet bis sich die Ötztaler Betreiber aus Kals zurückgezogen haben und Schultz eingestiegen ist und damit keine Alternative mehr da war. Der Skiweg zur Talstation scheitert nach wie vor an dem Widerstand von Grundeigentümer(n), begründet vielleicht auch aus politischen Motiven. Und die Sesselbahn wurde abgetragen, da diese veraltet war und sehr wenig genutzt wurde, da ja die Einseilumlaufbahn als schnellere Aufstiegshilfe zur Verfügung steht (Skibus nicht eingerechnet).

      senf vor 2 Wochen

      flori, was willst du da beschönigen? köll mitsamt stellvertreterin ziehen die gemeinde in den wahlkampf, es wird gedroht, aus sämtlichen verträgen auszusteigen. hatten diese engegenkommen nicht den zweck, für die gemeinde matrei eine besserstellung zu erwirken, oder waren es nur aktionen, die der bürgermeister in gleicher person als geschäftsführer für seine bevorteilung nutzte?

      kannst du die ablehnung des kalser BM belegen, oder plapperst du nur gerüchte nach? wie kolportiert, fühlt sich die fam. schulz in kals recht gut zu hause. immerhin betreibt sie dort ein hotel, das in seiner grundidee auf dem mist unterwegers entstanden ist.

      du meinst, der skiweg in matrei scheitert aus politichen motiven ... vielleicht liegt es nur an der vertraulichkeit der verhandelnden person oder haben die grundbesitzer etwa gar aus erfahrung die schnauze voll?

      ich gebe dir natürlich recht, köll hat ausser zweifel als LA und BM grosse verdienste erworben. ihn deshalb als einen halbgott zu verehren mag wohl ein wenig übertrieben sein.

Na Servas vor 3 Wochen

...super: der RA Dr. Johannes Hibler war ja als Lienzer Bürgermeister auch schon "sehr erfolgreich".... man sollte sich vor allem an sein Märchen erinnern: "Der neue Alpin Coaster ('Osttirodler') am Hochstein wird das Überleben des Hochstein sichern und die nötigen Mehreinnahmen bringen..." - ganz abgesehen von den exorbitanten Mehrkosten dieses Experimentes (bis heute nicht restlos aufgeklärt!), usw.; weitere erfolgreiche Beispiele gefällig: Investor für die Lienzer Bergbahnen, attraktives Jugendhotel beim (neuen) Dolomitenbad, Nordschule, Brücke vom GrandHotel über die Isel an das Südufer, intelligente Ampeln als Staulösung für die Tiroler Strasse, Umfahrung für die Stadt Lienz, usw... diese Liste liesse sich gerne fortsetzen...

Kurgan vor 3 Wochen

Unglaublich wie sehr Köll sich als Herrscher sieht. Er will Verträge der Marktgemeinde aufkündigen, weil er persönlich keinen Listenplatz erhält? Also Matrei schaden, damit er trotzig wo reinkommt?

Vor allem: wozu? Was ist in Matrei denn touristisch in den letzten Jahren geschehen, wo kein Schultz, Privatiers oder Nationalpark die Initiative ergriffen haben?

Die Prossegklamm? Das mehrmals angekündigte Hallenbad beim Schwedenhotel? Was Andreas? Was? Was befähigt DICH für einen Listenplatz? Erkläre es mir bitte. Egal ob als Beobachter52, GuteNachtOevp, Iseltalerin oder als wer auch immer. Vielleicht verstehe ich es dann ja.

Kilian1990 vor 3 Wochen

Für mich stellt sich die Frage, warum Köll so vehement um einen Sitz im Tourismus-Aufsichtsrat/Vorstand kämpft. Die Macht und die Liebe zum Tourismus allein könnens wohl nicht sein - genauso wie bei Theurl nicht. Hmmmmm?????

    Lissi vor 3 Wochen

    Der Grund ist viel,viel Geld und viele Baustellen

hallo vor 3 Wochen

ich weiß jetzt, dass ich sicher zur Wahl gehe und diese Liste sicher nicht wähle!

Kiew vor 3 Wochen

Wann wird Herr Köll kapieren: "The game is over."

chiller336 vor 3 Wochen

😀😀😀 na wie is des dann oder wäre des dann, wenn schultz den bgm als geschäftführer absetzt? hm? .... auf jedn fall wirds wieder mal dreckig ... und die frage stellt sich, ob des dem osttiroler tourismus förderlich ist?