Willkommen in St. Margarethen! So nennt Hannes Weingartner sein Wildgehege am Margarethenfeld in Dölsach. Fotos: Dolomitenstadt/Gander

Willkommen in St. Margarethen! So nennt Hannes Weingartner sein Wildgehege am Margarethenfeld in Dölsach. Fotos: Dolomitenstadt/Gander

Rotwild kehrt zurück: Rudi und Hannes freuen sich

Zuchttiere fanden nach einem unfreiwilligen Ausgang heim nach „St. Margarethen“.

Wie berichtet hatten Unbekannte im Dezember 2017 den Zaun eines Wildgeheges in Dölsach aufgeschnitten. Alle zehn Hirschkühe entkamen und irrten, manche wochenlang, umher. Nur Rudi der Hirsch blieb zuhause und wartete dort auf seinen Harem. Kein schlechter Plan. Denn inzwischen sind bis auf eine Hirschkuh alle Tiere wieder nach „St. Margarethen“ heimgekehrt.

So taufte der Besitzer der Zuchttiere und Zimmermeister Hannes Weingartner sein Rotwildgehege am Margarethenfeld, gegenüber dem Margarethenkirchlein in Dölsach. Im August 2017 hatte er elf Stück Rotwild von einem Züchter in Kärnten gekauft und aus seinem Acker wurde ein nach den strengen Auflagen eingerichtetes Wildtiergehege.

Nachdem die Hirschkühe das Gehege verlassen hatten, blieb Rudi allein zurück und wartete auf die Rückkehr seiner Gefährtinnen.

„Es waren wohl Neider oder schlecht informierte Tierschützer“, meint Weingartner, die in der Nacht auf den 9. Dezember den Zaun des Wildgeheges aufschnitten. Ihm blieb nichts anderes übrig, als zu warten und zu hoffen, daß die ausgebüchsten Tiere selbst nach Hause finden. Und tatsächlich: Schon am nächsten Tag kehrte ein Tier zurück. Nach zehn Tagen näherte sich eine Gruppe von sechs Hirschkühen der Koppel und mit ein wenig Nachhelfen gab es ein Wiedersehen mit Rudi, dem Hirsch.

Ein Tier kam nach weiteren zehn Tagen, ein anderes nochmals eine Woche später allein nach „St. Margarethen“ zurück. Nicht der Hunger plagte die Hirschkühe – dank der fleißigen (Silo-)Bauern im Lienzer Talboden – sondern Heimweh! Eine Hirschkuh ist noch immer abgängig und wohl auf der Suche nach dem Heimweg, oder nach einem neuen, wilden Rudi – man weiß es nicht.

Hannes Weingartner freut sich über die Rückkehr seiner Tiere.
Inzwischen ist die Herde beinahe wieder komplett. Eine einzelne Hirschkuh ist noch abgängig.

Warum hält man eigentlich Rotwild in einem Gehege? „Österreichweit gibt es an die 1700 Gehegehalter, nur 26 davon in Tirol. Es ist einer von vielen landwirtschaftlichen Betriebszweigen, ähnlich einer sehr extensiven Mutterkuhhaltung“, beantwortet der Tierzüchter die Frage. Der erste Nachwuchs wird wegen der ganzen Aufregung erst verspätet im August erwartet. Im Alter von 16 bis 17 Monaten ist das junge Rotwild schlachtreif und wird vom Züchter persönlich zu Würsten und „Henkele“ verarbeitet. Er beliefert damit den heimischen Markt und die Gastronomie – so der Plan.

Neben dem Rotwild leben auf Weingartners Hof noch Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Pferde, Hennen und natürlich sein Esel. In Zukunft möchte Hannes Weingartner sich aber mehr auf die Rotwildzucht konzentrieren. Schon im Februar wird sein Rotwildbestand um fünf Schmaltiere erweitert, das sind circa einjährige Hirschkühe. Rudi wird sich freuen.

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bergfex

Und in dieser Zeit hat sie niemand irgendwo gesehen????