Stadtlabor Lienz: Pflastersteine und Bauminseln

Bald sollen Bürger transparenter als bisher über die Stadtgestaltung informiert werden.

Wissen Sie, was nach Dutzenden Sitzungen der „Hauptplatzler“ und vielen Diskussionen im Gemeinderat auf dem größten Platz der Stadt geplant ist? Oder was die nächsten Schritte bei der Behübschung diverser Innenstadtgassen sind? Bald wird es einen Ort geben, an dem sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lienz zumindest über Altstadt-Themen ein Bild machen können: das „Stadtlabor“!

Angesiedelt wird es im kleinen Kiosk neben dem Café Petrocellis, der früher vom Umweltamt genutzt wurde. Jetzt bekommt das Gebäude ein neues Dach, neues Mobiliar und eine neue Funktion. Hier soll man bald Einblick nehmen können in die Pläne der Stadtverwaltung und -politik, idealerweise mit der Möglichkeit, auch selbst Ideen, Vorschläge und Wünsche zu deponieren. Wie genau das ablaufen soll, wusste Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bei einem Mediengespräch zu aktuellen Stadtthemen allerdings noch nicht zu berichten.

Dafür enthüllte die Bürgermeisterin, dass ab dem Frühjahr die Zwergergasse im bewährten Altstadtstil gepfalstert wird und die Schweizergasse noch heuer Parkbuchten und Bauminseln bekommt. In der Zwergergasse soll ein von den Anrainern ausgearbeitetes Bespielungskonzept neue Möglichkeiten für Gastronomie und Handel bieten und auch die Schweizergassler tüfteln an mehr Aufenthaltsqualität in ihrer Straße. Dafür gibt es in beiden Stadtzonen Vereine, ähnlich wie in vielen anderen Gassen, besetzt mit Leuten, die Häuser, Lokale und Geschäfte besitzen und sich nicht nur Gedanken über „ihre“ Gasse machen, sondern für die Vermarktung dieser Ideen auch etwas Geld in die Hand nehmen.

Durch diese Tür wird man bald in ein Lienzer „Stadtlabor“ eintreten können, das primär wohl als Infokiosk für Projekte in der Innenstadt fungieren dürfte. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Sieben Vereine und zehn Arbeitskreise basteln mittlerweile in und an der kleinen Altstadt von Lienz, koordiniert von der Stadtverwaltung und von einem Dachverein. Diesem stand bis vor kurzem RedBull-Ikone Hans Kastner vor, jetzt übernahm das Zepter ein anderer Freizeit-Lienzer, Martin Bergmann, der in Wien das Designstudio EOOS leitet. „Die Sicht von außen ist uns wichtig“, meint dazu die Bürgermeisterin. Diese Sicht hat Bergmann für den Hauptplatz bereits an Blanik übermittelt, jetzt gilt es, sie mit den bisher erarbeiteten Konzepten zur Deckung zu bringen und dann im neuen Stadtlabor die Bürger damit zu konfrontieren.

Ob das Stadtlabor auch die Planung für das Großkaufhaus an der Dolomitenkreuzung oder für das Mobilitätszentrum samt Straßenbrücke transparent machen wird, ob man dort auch ein Konzept für den völlig ausufernden Verkehr bewundern und bewerten kann und ob die Bürger gar einen Blick auf die Zukunft der Bergbahnen werfen dürfen – das steht noch in den lokalpolitischen Sternen.

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2 Postings bisher
meinlz

Stadtlabor? Klingt ja gut! Sensationell wäre dann, wenn man bzw Frau auch auf die Wünsche der Bevölkerung eingehen würde!!!! Wie war das mit dem M 99? das wurde doch mehrheitlich abgelehnt und wird nun doch gebaut! Viele wünschen sich auch wieder eine frühere Öffnungszeit im Bad - doch kein Einlenken seitens der Gemeinde! Früher wurden Stadt- und seebus bestens angenommen! Dank der neuen Fahrpläne der Geisterbusse konnte man den Individualverkehr erheblich erhöhen! Rodungen am Schlossberg macht man in einer Nacht und Nebelaktion! Geplante Vorhaben wie Mobilitätszentrum werden erst gar nicht diskutiert und wenn, dann unter Ausschluss der Presse! Transparenz und Anregungen bzw Wünsche der Bevölkerung zu akzeptieren sieht anders aus!!!!

Kiew

Die Botschaft - mehr Transparanez, was in Lienz geplant ist und geschieht - die hör ich wohl, allein es fehlt der Glaube!