Bischöfe fordern Bleiberecht für gut integrierte Familien

Bischofskonferenz fordert Einbindung von Gemeinden und Ländern in die Entscheidung.

Klare Botschaften veröffentlichte die Österreichische Bischofskonferenz nach ihrer Herbstkonferenz in der Abtei Michaelbeuern. Im Zentrum standen unter anderem Novemberpogrom und Bleiberecht. „Eine lebendige Erinnerung eröffnet Zukunft, weil der Blick auf die dunklen Seiten der Geschichte davor schützt, Fehler der Vergangenheit zu wiederholen“, heißt es in der Presseerklärung der österreichischen Bischofskonferenz zum Novemberpogrom von 1938.

Die Bischofskonferenz fordert zudem eine großzügige Anwendung des humanitären Bleiberechts vor allem für gut integrierte Familien. Gleichzeitig plädierten die Bischöfe für eine verpflichtende Einbindung der Verantwortlichen von Gemeinden und Ländern bei Bleiberecht-Entscheidungen. Nötig sei ein „nüchterner und zugleich menschlicher Blick auf jedes einzelne Schicksal“. Kritisiert wird der Ton in der Asyldebatte. „Wer Asyl sucht, darf nicht stigmatisiert oder gar kriminalisiert werden. Parteipolitisches Kalkül darf weder über das Recht noch über die Menschlichkeit dominieren“, mahnen die Bischöfe. Aus christlicher Sicht sei klar: „Asyl ist ein heiliges Recht und darf nicht zum Schimpfwort werden.“

Der Vollzug der einschlägigen Gesetze wie auch der Ton in der Asyldebatte hätten sich „verschärft“. Immer häufiger komme es auch zu „dramatischen menschlichen Situationen“ im Zusammenhang mit Abschiebungen nach negativen Asylentscheidungen, hielten die Bischöfe zu ihrem Plädoyer für eine Stärkung des humanitären Bleiberechts fest. Auch bei jenen, die Asylsuchende helfend begleiten, sei „die Enttäuschung groß, und sie werden durch solche Entscheidungen vor den Kopf gestoßen.“

Das große ehrenamtliche Engagement vieler für Asylsuchende und anerkannte Flüchtlinge halte bis heute an, stellten die Bischöfe fest. Ausdrücklich dankten sie für die vielfältige Hilfe, sei es bei der Bewältigung der Alltagssorgen oder in Form von Integrations- und Sprachpatenschaften: „Dieser Einsatz ist nötig, damit Integration gelingen kann, und Österreich wird ihn weiter dringend brauchen.“

Das Thema Asyl beschäftigte auch die Bevölkerung in Lienz, die mit einem Lichtermeer auf dem Hauptplatz der Stadt im September 2018 vergeblich ein Bleiberecht für die Familie Magomedov einmahnte. Foto: Brunner Images
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2 Postings bisher
Sonnenstrahl

Ein sehr schönes Zeichen von Seiten unserer kirchlichen Hirten! ☺Bleibt noch zu wünschen, dass die "Schafe"🐑🐑🐑 eine "Herde" 🐑🐐🐏🐩🐂🐃🐄🐎🐁🐵🐒🐡🐌🐥sein wollen, die auch Platz für "färbige" (auch im Sinne andersdenkender, -fühlender, -sprechender...) Exemplare haben wollen!!???

nikolaus

Ein dreifaches Hoch auf die Bischofskonferenz!!! Offensichtlich sind die Oberhirten wieder bei der Herde angekommen. Nun hoffen wir, dass ein Dominoeffekt, an dem sich auch profane Personen (siehe Kaiser und Wallner) beteiligen, einsetzt und so weit reicht, dass er auch die starre Haltung des zuständigen Ministers "umkick(el)t"!