Sturmschäden im Hochgebirge: Linderhütte ohne Dach

Auch die Selbstversorgerhütte am Lienzer Hausberg blieb vom Unwetter nicht verschont.

Seit einigen Tagen ist es Gewissheit, dass das große Unwetter und die Sturmböen Ende Oktober auch im Hochgebirge großen Schaden angerichtet haben: Bei einem ausgedehnten Überprüfungsmarsch entdeckte ein Mitglied des Vereins Alpenraute, dass der Linderhütte auf 2.683 Meter Seehöhe, knapp unterhalb des Gipfels des Spitzkofels, das Dach fehlt. Der Schaden wird auf knapp 20.000 Euro geschätzt.

Die 135 Jahre alte Selbstversorgerhütte für maximal sechs Personen, die 1997 generalsaniert wurde, steht nun ohne richtigen Winterschutz da. Laut Fachleuten kann die Renovierung durch Freiwillige des ÖTK Lienz aufgrund der exponierten Lage erst Anfang des Frühjahrs starten.

Bisher duckte sich die Linderhütte als sicherer Unterschlupf nur vierzig Höhenmeter unterhalb des Spitzkofel-Gipfels in die Felsen. Foto: Wolfgang C. Retter
Nun steht die Notunterkunft ohne richtigen Winterschutz da. Foto: ÖTK Lienz

Die Linderhütte, erbaut von Bäckermeister, Gastwirt und Bergpionier Ignaz Linder, ist im Ostalpenbereich mit einem Tiefenblick von über 2.000 Meter wohl einzigartig. Bergsteiger von nah und fern verbringen hier nach vier bis fünf Stunden Aufstieg die Nacht nur vierzig Höhenmeter unter dem höchsten Punkt des Spitzkofels und erleben die besondere Abend- und Morgenstimmung hoch über dem Lienzer Becken.

Die Freiwilligen des ÖTK Lienz sind Bergfreunden für jegliche Spende als „Weihnachtsgabe“ auf das Konto IBAN AT18 2050 7000 0000 8433 bei der Lienzer Sparkasse sehr dankbar.


Linktipp: Auch Dolomitenstadt war zu Besuch auf der Linderhütte und tauchte in ihre Geschichte ein. Hier lesen.

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1 Posting bisher
Platenigl

Alles Gute den Freiwilligen, die die Linderhütte wieder in Stand setzen, und ein herzliches Dankeschön!

Was den Artikel über die Linderhütte bzw. die Erschließer der Lienzer Dolomiten betrifft, möchte ich eine kleine Korrektur anbringen. In diesem Artikel, vorletzter Absatz, wird Ignaz Linder als Erstbesteiger der Großen Sandspitze genannt. Richtiger wäre, ihn als den ersten touristischen Besteiger zu bezeichnen.

Erstbesteiger der Großen Sandspitze war Franz Mitterhofer (1836 bis 1910) vulgo Kreitmair, Bauer, Wirt und Gamsjäger auf dem Kreithof in Tristach. So berichtet es das Alpenvereinsjahrbuch 1899 sowie diverse aktuelle Bergliteratur.