Die Neuen am BKH: Georg Kollnig und Dritan Keta

Ein Heimkehrer und ein Zuwanderer übernehmen Schlüsselrollen im Lienzer Krankenhaus.

Andreas Köll wirkte sichtlich zufrieden, als er den Osttiroler Medien am 7. Februar zwei Neuzugänge am Lienzer Bezirkskrankenhaus präsentierte, die ab 1. April Schlüsselrollen im zweitgrößten Betrieb des Bezirkes übernehmen werden: Georg Kollnig folgt auf Helene Brunner als Verwaltungsdirektor, Dritan Keta beerbt als Leiter der Abteilung für Innere Medizin Langzeit-Primar Peter Lechleitner. Vor allem die Besetzung der Verwaltungsdirektion bot in den vergangenen Monaten ausgiebig Nahrung für die Gerüchteküche.

Nun lichtet sich der Nebel nach einer fast zweijährigen Ausschreibungsperiode, deren Länge Köll mit betriebswirtschaftlichen Umstrukturierungsplänen erklärte. Man habe den Job von Helene Brunner vorschriftsgemäß nach fünf Jahren neu ausgeschrieben, ihr Engagement dann aber noch einmal um ein Jahr verlängert, weil es Überlegungen gab, das Krankenhaus in eine Betriebsgesellschaft nach dem Muster der Häuser in Hall und Schwaz umzubauen, an denen auch die Tirol Kliniken beteiligt sind. Weil sich die Umsetzung dieser Pläne als langwierig erwies, wurde schließlich doch das Besetzungskarussell in Gang gesetzt. Sieben Kandidaten traten an und am Ende entschied sich die Hearing-Kommission für Georg Kollnig.

Der stammt – wie der Namen schon sagt – aus Thurn, ist mit einer gebürtigen Oberlienzerin verheiratet und hat eine zum Teil hochkarätige berufliche Karriere mit Schwerpunkt in der Industrie hinter sich. Kollnig ist promovierter Betriebswirt, arbeitete für den Bosch-Konzern an dessen Hauptsitz in Stuttgart, war in leitenden Funktionen unter anderem beim Autohandels-Multi Wolfgang Denzel und als Sanierer bei Eybl am Werk. Seit neun Jahren ist Kollnig für den amerikanischen Xerox-Konzern in dessen Wiener Niederlassung tätig. Heuer wird der Vater von drei schulpflichtigen Kindern fünfzig und kehrt mit seiner Familie in die Heimat zurück. Den neuen Job am Bezirkskrankenhaus Lienz übernimmt Kollnig „mit Spannung und Respekt“.

Georg Kollnig (links) und Dritan Keta – die beiden Neuen im Bezirkskrankenhaus Lienz. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Mit Temperament und einem Augenzwinkern präsentierte sich der neue Primar der Abteilung für Innere Medizin den Medien. Dritan Keta drehte den Spieß um und forderte die versammelte Journalistenschar auf, sich selbst erst einmal vorzustellen. Er wolle schließlich wissen, wer hier Fragen stellt. Dann schilderte der aus Albanien stammende, 49 Jahre alte Herzspezialist recht locker seinen Werdegang, der den Auswanderer Anfang der neunziger Jahre nach Südtirol führte. Meran ist nach wie vor ein Mittelpunkt seines Lebens, obwohl Keta beruflich derzeit am Krankenhaus in Füssen arbeitet. Die Klinik im Allgäu ist durch ihre Grenznähe auch ein medizinischer Nahversorger für die Menschen im Tiroler Außerfern. Für Keta ist diese Situation vergleichbar mit jener des Lienzer Krankenhauses, dessen Einzugsgebiet er vor allem nach Südtirol ausweiten will. Seine engen fachlichen und persönlichen Verbindungen zur Nachbarregion sollen dabei helfen.

Warum er sich gerade das Bezirkskrankenhaus Lienz als Wirkungsstätte ausgesucht habe, wurde der auf minimalinvasive Herz- und Gefäßchirurgie spezialisierte Mediziner gefragt: „Es ist ein Haus, wo alles vorhanden ist. Das hat mich fasziniert. So etwas gibt es in Deutschland nicht mehr.“ Das Bezirkskrankenhaus Lienz ist ein Universalkrankenhaus, der Randlage des Bezirkes geschuldet. Ein Drittel der 372 Betten stehen in der Abteilung Innere Medizin, der zweitgrößten in Tirol, die Keta künftig leiten wird. Vor seiner Entscheidung machte der Mediziner inkognito einen Streifzug durch das BKH. Sein Resümee verrät einiges über seine Einstellung: „Ich bin durch die Abteilungen gegangen und dachte mir, ein robustes Haus. Sauber. Und die Leute sind freundlich. Das hat mir gefallen.“

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8 Postings bisher
gruenxi

Was Hr.Kollnig bisher geleistet hat, ist ja schön und gut. Aber interessant wird, was er künftig als Verwaltungsdirektor leistet: wie setzt er sich z.B.gegen politische Machtmenschen durch? Die Ausschreibung wirft auch die Frage auf, warum Bewerber vor Postenvergabe öffentlich genannt werden? Wenn man liest, dass ein Bewerber der Bruder des Thurner Bürgermeister ist, war schon klar, wer das Rennen macht. Wenn ein anderer Bewerber namentlich genannt wird und den Posten nicht bekommt, fragt man sich, ob ein Grund auch seine Kandidatur bei Stronach war? Ich kann mir gut vorstellen, dass qualifizierte nicht im Bezirk tätige Osttiroler/innen sich künftig überlegen, sich bei einer öffentlichen Ausschreibung zu bewerben. Denn leider müssen sie damit rechnen, vor Postenvergabe in diversen Medien genannt zu werden.

    bergfex

    Warum vorher schon so negativ??

    tauernwind

    Ist Frau Brunner nicht die Schwester des Tristacher Bürgermeisters ? oder soll sich Hr. Kollnig nicht bewerben weil sein Bruder Bürgermeister ist ?

    Xerox ist kein kleiner Konzern und wer den leitete hat was auf dem Kasten, also hat er die Fähigkeit ein Unternehmen betriebswirtschaftlich zu führen und um das geht es.

    Alles gute Hr. Kollnig !

klf2015

Bleibt alles schööön schwarz. Gute Gesundheit :o)

    bergfex

    Bist du dir sicher das alles parteipolitisch gelöst wurde? Die zwei neuen sind wohl kein unbeschreibenes Blatt. Was nun ein "Thurner BM" mit all dem zu tun hat frage ich mich schon. Was ist denn der Neid für Luder.

anton2009

... der Lebenslauf von Kollnig kommt in diesem Bericht zu kurz! Meines Wissens hat er an der HAK Lienz maturiert, dann ein Wirtschaftsstudium absolviert und ein Doktorat erworben! Ich bitte höflich um Ergänzungen!

    sw

    Kollnig ist promovierter betriebswirt, kann man ja dem artikel entnehmen!

    wo er maturiert hat, interessiert bei allem respekt wirklich niemanden ...

      anton2009

      .. der Artikel wurde erst nach meinem Posting erweitert und ergänzt!