„Indem wir Politik machen, gestalten wir die Demokratie“

Für Jonathan aus Kötschach bedeutet das Wahlrecht mehr als ein Kreuzerl auf einem Zettel.

Der nächste Interviewpartner für die Dolomitenstadt-Serie „Jugend wählt“ heißt Jonathan und kommt aus Kötschach-Mauthen. Der 20- Jährige absolviert im nächsten Schuljahr die Matura in der HTL in Villach und hat vor, nach dem Abschluss im Bereich Sport und Sportwissenschaften seine Ausbildung fortzusetzen. Sportbegeisterung fehlt ihm da natürlich nicht.

Jonathan, was bedeutet Politik für dich?

Jonathan: Viele definieren Politik mit Politikerinnen und Politikern oder mit Gesetzen und Beschlüssen, aber für mich ist Politik der Bereich, in dem die Bürger als ein Ganzes eine Wirkung auf die Demokratie und unser Land haben. Indem wir „Politik machen“ gestalten wir unsere Demokratie aktiv mit.

Wie und wo informierst du dich über Politik?

Jonathan: Politische Neuigkeiten und Informationen hole ich überwiegend aus dem Internet. In Zeiten von Donald Trumps Tweets ist es für mich fast unmöglich, im Netz nichts über politische Ereignisse zu erfahren. In weiterer Folge ist natürlich auch der Fernseher, also die News, eine wichtige Informationsquelle.

Jonathan würde als Bundeskanzler versuchen, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik wieder zu stärken. Foto: Caterina Schiliro

Was würdest du als Erstes verändern, wenn du für einen Tag Bundeskanzler wärst?

Jonathan: Ein Tag ist zweifellos zu kurz, um wirklich etwas verändern zu können. Wäre ich nun 24 Stunden lang Bundeskanzler, dann würde ich versuchen, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger – Wählerinnen und Wähler – in die Politik zu stärken. Ich glaube, dass unsere Demokratie in diesem Sinne ein wenig angekratzt ist, weil die Menschen teilweise nicht so wählen wie sie es eigentlich wollen. Mein Ziel wäre es, dass die Bürger nicht aus Protest eine Partei wählen, sondern aus Überzeugung für das jeweilige Parteienprogramm und mit der Sicherheit, dass sie ihren politischen Vertretern und ihren Versprechen vertrauen können.

Gehst du zur Nationalratswahl im September?

Jonathan: Ja, ich werde im September wählen gehen. Für mich ist das Wahlrecht ein Luxus und ein Privileg. In vielen Ländern musste man früher wie auch heute noch um seine Stimme kämpfen. Auch in Österreich durfte die Bevölkerung nicht immer mitsprechen. Deshalb will ich meine Chancen nützen und unsere hart erkämpften Rechte nicht verkümmern lassen.

Welche Erwartungen hast du an die nächste Regierung?

Jonathan: Die neue Regierung sollte vor allem stabil sein und ihre Versprechen einhalten. Von der Politik erwarte ich mir in nächster Zeit nichts Großes, sondern dass sie sich einfach auf das Grundsätzliche, nämlich ein erneutes Vertrauen aufzubauen, konzentriert. Als „Wiedergutmachung“ erwarte ich mir einfach mehr Transparenz und weniger Skandale.


„Fridays for Future“ beweist: Die Jugend will mitreden und kann die Politik auch unter Druck setzen. Die Jungjournalisten von dolomitenstadt.at holen deshalb Wahlberechtigte unter 20 vor das Mikrofon und fragen in unserer neuen Serie „Jugend wählt“, welchen Stellenwert die Politik im Leben junger Menschen aus der Region hat.

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