Angela Lehner gewinnt Debutpreis des Buchhandels

Der Österreichische Buchpreis 2019 geht an Norbert Gstrein für „Als ich jung war“.

Das Rennen um den – neben dem Bachmann-Preis – renommiertesten Literaturpreis des Landes ist gelaufen. Norbert Gstrein wurde am 4. November zum Auftakt der BUCH WIEN-Woche vor rund 300 geladenen Gästen im Wiener Kasino am Schwarzenbergplatz für sein Buch „Als ich jung war“ mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet. Krankheitsbedingt nahm der Tiroler den mit 20.000 Euro dotierten Preis nicht selbst in Empfang, seine Frau hielt die Dankesrede.

Ausgezeichnet für den besten Debut-Roman 2019 in Österreich: Angela Lehner. Foto: Andy Wenzel

Der parallel zum Buchpreis ausgeschriebene Debütpreis ging an Angela Lehner. Die in Osttirol aufgewachsene Autorin – und ehemalige Dolomitenstadt-Mitarbeiterin – schwimmt mit ihrem Erstling „Vater unser“ damit weiterhin auf einer Erfolgswelle. Sie war auch auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und erhielt im September den Franz-Tumbler-Literaturpreis in Südtirol.

Und hier ist die Begründung der Jury:

„In Angela Lehners Roman „Vater unser“ erzählt Eva Gruber von ihrer Einlieferung in die psychiatrische Anstalt, ihrem magersüchtigen Bruder, den sie dort findet und retten möchte, und ihrem Vater, den sie zusammen mit dem Bruder töten will. An das Gebot „Du sollst nicht lügen“, das es, wie sie feststellt, gar nicht gibt, hält sie sich überhaupt nicht: Hat sie nun die Kindergartenkinder erschossen, wie sie behauptet? Wurden sie und ihr Bruder vom Vater missbraucht und von der Mutter allein gelassen? Begeht der Chefpsychiater, der sie behandelt, wirklich Selbstmord? Unzuverlässig ist sie, die Erzählerin, respektlos und verletzlich zugleich, und sie kehrt damit nicht nur die Welten der Irren und der Normalen um, sondern stellt auch sämtliche, zumeist männliche Autoritäten und deren Ordnungen in Frage. Angela Lehners fulminanter Debütroman, unsentimental, frech und direkt erzählt, ist Familiengeschichte, Krankenhausreport und Krimi in einem – und zugleich ein kritischer Befund eines katholisch geprägten Österreich, in dem auf den Hausaltären neben dem Rosenkranz das gerahmte Porträtfoto von Jörg Haider liegt.“

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