Foto: Expa

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Stolpert der neue Dolomitenlauf über bürokratische Hürden?

Laut BH Lienz fehlt die Anmeldung der Veranstaltung. Franz Theurl sieht keine Versäumnisse.

Die neue Streckenführung für den 46. Dolomitenlauf – das Classic Race soll heuer von Heinfels über den Drauradweg bis auf den Lienzer Hauptplatz führen – bereitet Franz Theurl, dem Obmann des veranstaltenden Langlauf- und Radsportclubs Lienzer Dolomiten (LRC), einigen Ärger.

Die gemeindeübergreifende Veranstaltung hätte laut Gesetz vier bis sechs Wochen vor dem Event bei der Bezirkshauptmannschaft Lienz als zuständige Behörde gemeldet werden müssen. Nach Ansicht der BH ist das nicht korrekt geschehen. Die Behörde ließ Theurl ein entsprechendes Schreiben zukommen. Bezirkshauptfrau Olga Reisner gegenüber dolomitenstadt.at: „Darin sind die Grundlagen für die Rechtsmeinung der Behörde angeführt.“

Bezirkshauptfrau Olga Reisner vermisst in den Einreichungen des LRC eine konkrete Anmeldung. Foto: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

Davon, dass er bei der BH Lienz keine Veranstaltungsanmeldung eingereicht habe, will Theurl aber nichts wissen. „Zum Dolomitenlauf haben wir bereits am 30. November einen Antrag gestellt, dieser wurde ohne Einsprüche der anwesenden Parteien verhandelt und es liegt bereits eine Verhandlungsniederschrift vor. Das ist die Vorgangsweise, die ich in den letzten 30 Jahren mit der Bezirkshauptmannschaft problemlos praktiziert habe“, so der LRC-Obmann.

In dem Ansuchen, das der Redaktion vorliegt, ist von einem „Antrag auf Überwachung – 46. Dolomitenlauf und Dolomitensprint“ die Rede. Das reicht offenbar nicht. In einem Absatz des Schreibens wird auf die neue Strecke verwiesen: „Für 2020 haben wir insofern eine Programmänderung vorgesehen, als dass für den 46. Dolomitenlauf, … , der Start in Heinfels und der Zieleinlauf in Lienz am Hauptplatz vorgesehen ist. Dafür wird die Drautalloipe präpariert, ….“ Für die Behörde ist das allerdings keine konkrete Veranstaltungsanmeldung.

Franz Theurl hält die Anmeldung des Dolomitenlaufs für korrekt. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Theurl hält dagegen. Gemeindeübergreifend sei auch die Austragung in früheren Jahren gewesen. In einem Schreiben an die Bezirkshauptfrau betont er: „Der Dolomitenlauf ist seit Bestehen immer über mehrere Gemeinden hinweg organisiert worden und liegt daher natürlich in der Zuständigkeit der BH.“ Theurl betont, man habe einerseits alle Bürgermeister der betroffenen Gemeinden bereits im Oktober 2019 über die neue Streckenführung informiert und andererseits über 200 Grundeigentümer in die gesamte Planung miteinbezogen – nie sei es dabei zu Problemen gekommen.

Nun ist man auf beiden Seiten um Schadensbegrenzung bemüht. Der LRC-Obmann hat laut Reisner bis heute Abend, 14. Jänner, Zeit, eine entsprechende Stellungnahme zu den im Schreiben der Behörde thematisierten Punkten abzugeben. Die endgültige Entscheidung der Bezirkshauptmannschaft darüber, ob das Langlaufrennen auf dem Drauradweg stattfinden kann oder nicht, wird dann für morgen erwartet.

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27 Postings bisher
egosumquisum

und von wegen Werbeeffekt die zwei grössten Sponsoren haben sich auch schon zurückgezogen.Na warum wohl?

egosumquisum

Am Freitag um 17.00 Uhr ist eine stille Kundgebung von Fridays for futures😁und um 18.00 Uhr ist die Veranstaltung vom 50 . Dolomitenlaufes😆wenn der ganze Wahnsinn nicht zum Himmel schreit!?!?! Schade dass der Mensch zu blöd zum Denken ist!!!

senf

die veranstalter des 50. dolomitenlauf werben vorwiegend mit obertilliacher idylle. dort findet man schnee, romantik und sportgenuss, maßgeschneidert für langläufer. doch die realität ist anders. man karrt für zwei, drei tage tonnenweise schnee zur loipenherstellung bis in die innenstadt und hofft damit alpendweit etwas sensationelles anzubieten. mag sein, einige hundert zahlende läufer erlauben sich den scherz. nur einen tag später ist von alledem mit riesenaufwand entstandenen nichts mehr zu sehen. sollte ein laglaufbegeisteter durch die sekundenberichte im tv angespornt werden um nach lienz zu fahren, sucht vergeblich nach einer stadtloipe.

osttirol ist eine tourismusdestination, die aufgrund ihrer strukturvielfalt mit vielen tollen sommer- und winterangeboten aufwarten kann. es gibt ein tolles loipenangebot mit stabiler schneedecke von prägraten bis sillian und obertilliach. das kleine dorf im oberland hat sich in den vergangenen jahren erfolgreich auf den langlauf spezialisiert und ein heute weitum bekanntes langlaufzentrum geschaffen. dort war man durchaus in der lage, die paar hundert langläufer unter dem Titel „Dolomitenlauf“ des LRC zufrieden zu stellen und für den lienzer talboden einzuspringen, wo man alljährlich regelrecht um schnee fiebert.

es scheint den verantwortlichen sturköpfen, aus eitelkeit, machtdemonstration oder aus welchen gründen auch immer nicht klar zu werden, dass man veranstaltungen dort machen muss, wo die entsprechenden bedingungen vorzufinden sind und auch die finanziellen, umweltgerechten und sportlichen kriterien passen. wir leben im 21. Jahrhundert und sind angeblich zivilisiert.

franz theurl als mitinitiator des dolomitenlaufs würde in obertilliach mit geringen mitteln den größeren erfolg für sein ego und der destination einfahren, als mit dem teuren großgetue am lienzer hauptplatz, dem – wie tv bilder liefern - eigentlich nur sehr wenige fans, sporlerangehörige und betreuer beiwohnen und daher der behauptete werbeeffekt immer fraglicher scheint.

blaubaer

Sinnlose Geldverschwendung für eine Sportart die vom Aussterben bedroht ist. Touristisch uninteressant. Tägliche Präparierung bei teilweise nur 2-3 Skispuren *greiftsenkafnkopf*

    beobachter52

    Lieber balibär, fahre bitte einmal nach Toblach, nach Sexten, ins Gsiesertal, .... oder auch nach Obertilliach! Du wirst dich wundern, wie lebendig die "aussterbende" (und übrigens eine der gesündesten) Sportart ist!

    michael68

    kompletter blödsinn.. In Lienz ist vielleicht noch wenig los. Weil in den vergangenen Jahren nichts getan wurde für den Langlaufsport. Aber schau mal ins Oberland bis nach Südtirol. Dann siehst du was möglich ist. Und wenn nur 20% von den Südtiroler Langläufer die jedes Wochenende auf der Strecke in Toblach und Umgebung unterwegs sind auch mal nach Lienz laufen und mit dem Zug retour. Dann wäre es ein Erfolg. Und das ist auch realistisch. Was im Sommer funktioniert kann auch im Winter funktionieren. Langlauf hat in Südtirol noch eine andere Bedeutung.....

      beobachter52

      Lieber Michael, dem ersten Teil deines Postings kann ich zustimmen, aber: Mit den Langlaufschi über den Drauradweg nach Lienz zu laufen kann nie so ein Erfolg werden wie das Radfahren auf dieser Strecke im Sommer! Alle Vorteile, die diese Strecke für Radfahrer bietet (gleichmäßiges Gefälle, viele Abschnitte im Wald = schattig, kühl, windgeschützt, bequem mit dem Rad bis zum Bahnhof, sommerliches Ambiente in der Stadt Lienz ....) sind für den Langläufer Nachteile (langweilige Strecke nur für Doppelstock, neben dem Bach eiskalt, daher auch keine Rast empfehlenswert, zum Bahnhof muss man zumindest ein Stück zu Fuß gehen, Verkühlungsgefahr außer man nimmt vollständige Wechselkleidung mit usw.)!

      michael68

      @beobachter: ich würde Visionen aber nicht gleich schlecht reden. Das Projekt braucht vielleicht noch ein paar Jahre. In 5 Jahren kann man dann ein Resümee machen und dann könnt ihr kritisieren. Aber nicht alles im vorhinein schon schlecht machen.

      senf

      @michael68: du hast schon recht, bedenke aber, dass die langlaufbelebte region von der du sprichst ab 1.200 höhenmeter liegt und von süden her wetterbegünstigt ist, das gilt auch für das angrenzende defereggental. der lienzer talboden hingegen liegt 500 höhenmeter tiefer und kann leider nicht mit schneesicherheit aufwarten, wie die vergangenen jahrzehnte ja gezeigt haben. dafür bietet lienz überdurchschnittlich viele sonnenstunden.

      ich finde, dass die macher des dolomitenlanglaufs diese natürliche rahmenbedingung einfach nicht akzeptieren wollen und mit enormen mitteleinsatz des TVB eigentlich vergeblich gegen die natur ankämpfen. es hilft niemanden, wenn tv-sender über das spektakel am hauptplatz berichten, und der teuer angekarrte schnee 20 stunden später in die drau entsorgt werden muß. man wirbt für etwas, das es in wirklichkeit gar nicht gibt, ausser enttäuschung! das hat die destination osttiol nicht nötig, weil es in nächster umgebung genügend angebote für derartige events gäbe. alles andere ist schildbürgertum! die verantwortlichen macher sollten das 50 jahrjubiläum für sich feiern und das kapitel "Dolomitenlanglauf " nachher als geschichte für lienz endlich ablegen.

      noch was: der seite jahren apere lienzer weihnachtsmarkt oder der dreikönigsmarkt sind weitere beispiele. hier werden ebenfalls tausende euro tourismusgelder verplempert, denn die winterstimmung laut werbebotschaft der marktverantwortlichen fehlt zur gänze. der heuer zaghaft gefallene schnee wurde vorher entsorgt, geblieben ist eine fade innenstadt, so mein/unser eindruck. zwei bis drei radladerschaufeln voll schnee hätten wunder gewirkt!

anton2009

Aufgabe der BH Lienz wäre es, den Dolomitenlauf nach besten Kräften zu unterstützen und nicht Prügel vor die Füße der Veranstalter zu werfen. Sind wir doch froh, dass es noch begeisterte Funktionäre gibt, die sich diese oft unbedankte Arbeit antun. Zum 50Jahr-Jubiläum gratuliere ich und wünsche gutes Gelingen für heuer!

    Talpa

    Aufgabe der BH ist es, ihre behördlichen Aufgaben wahrzunehmen, alle gleich zu behandeln, und keinem a Extrawurscht zu gewähren. A nit dem Theuerl. Wer nach 30 Jahren nit weiß, wie man a Veranstaltung ordentlich anmeldet, is fehl am Platz. Jeder Verein schafft des, da Franz scheinbar nit. Des kommt davon, wenn Sesselkleber Jahrzehnte lang Ämter bekleiden: Sie wern selbstherrlich.

      michael68

      Mach da keine sorgen. da wird halt wieder großer Wirbel gemacht um jemanden der im Kreuzfeuer steht, Probleme zu bereiten. Schlussendlich findet der Lauf sowieso statt.

      Wenn man nichts macht wird man kritisiert und wenn man was macht erst recht.

    Chitina

    Die Bezirkshauptmannschaft hat als Behörde für die Einhaltung bestehender Rechtsvorschriften zu sorgen. Wenn was passiert, sind die Behördenvertreter die ersten, die zur Verantwortung gezogen werden und vor dem Richter stehen.

      hieronymus68

      Hab ich noch nie gehört,daß ein Behördenvertreter zur Rechenschaft gezogen wurde.

    bergfex

    Recht muß Recht bleiben.

    Wenn ich ein Haus bauen will und sage es der Gemeinde, kann ich auch nicht anfangen zu bauen, sondern ich muß den "Beamtenweg/Gesetzesweg" einhalten.

user89

Das ist die Vorgangsweise, die ich in den letzten 30 Jahren mit der Bezirkshauptmannschaft problemlos praktiziert habe - genau solche Aussagen sind eine Verhöhnung der Bevölkerung! Hoffentlich wird dem endlich ein Riegel vorgeschoben...bezüglich Produktion von Unmengen an Schnee und das tagelange herumkarren mit Traktoren und LKWs ist ohnehin schon genug gesagt worden...Franz genug ist genug!

    michael68

    In Südtirol wird gleich praktiziert. Gsiesertal haben sie in den vergangenen Jahren im November schon Schnee mit Traktoren verteilt und erzeugt.... Dort ist es ein Langlaufparadies.. und man sieht was man erreichen kann auch mit der laut euch "aussterbenden" Sportart Langlauf.... .. apropo in Obertilliach wurde auch in den vergangenen Jahren auch 1 oder 2x eine Kunstschnee loipe erzeugt... Hat man da mal was gehört???? Mir egal ob Franz hin oder Franz her... Ich als Langläufer bin froh, dass man auch im oder ab dem Lienzer Talboden mal laufen kann. Und deswegen haben auch in diesem Jahr wieder einige Leute wieder mit dem Langlaufen begonnen.

Biopower

Ganz deiner Meinung beobachter52 Es ist eine Frechheit, wie das Geld das der Osttiroler Tourismus und die Osttiroler Wirtschaft schwer verdienen müssen sinnlos beim Fenster außegschmissn wird. Jo wenns nimma longt gemma holt mit da Ortstaxe und dem Promillesatz wieder aufe.

    Biker

    Solange wir alle stillschweigend diese sinnlose Systemerhaltungsabgabe zahlen wird sich auch nichts ändern. Die Touristiker sollen sich ihren Verband und Veranstaltungen selbst finanzieren. Wenn die Werschöpfung so hoch ist dann rentiert sichs ja ohnehin.

beobachter52

Abgesehen vom rechtlichen Teil: Was sagt der Naturschutz zur "Theurl Variante"? Da wird bei Leisach Kunstschnee erzeugt, den Strom liefern Dieselmotoren (!), mit Traktoren zB. nach Tassenbach geliefert! Dort wird er auf der Runde um den Stausee aufgetragen (diese ist nämlich als viel benützter Spazierweg geräumt), weil es die Runden braucht, um in etwa zu den 42 km zu kommen! Nach dem Sonntag wird dieser Schnee sicher wieder auf die Seite geschoben - siehe Spaziergänger (mit voller Berechtigung)! Sehr umwelt- und klimafreundlich und auch nachhaltig, oder? In Obertilliach wäre heuer genug Naturschnee vorhanden und wird für den Skatingbewerb am Sammstag auch genützt ...

    gabi755

    Wieviele Nächtigungen werden durch den Dolomitenlauf eigentlich generiert?

    bergfex

    Auch "Gott" hatGesetze ein zu halten.

    DimebagDarell

    na dann... besser wir haben als Sonnenstadt und Umgebung den Touristen (und Einheimischen) nix mehr zu bieten oder?? Keine Loipen im Winter, keinen Weltcup (auch wenn er noch so umstritten ist), keine Veranstaltungen mehr in der Innenstadt (is ja viel zu laut). Sorry, aber das is kleinkariert. Immer dran denken, viele leben vom Tourismus. Ich denke was Lienz zu bieten hat, kann sich durchaus sehen lassen, und glauben Sie mir, mir passiert es nicht selten, dass zumindest ich zu hören bekomme: Lienz ist eine lebendige Stadt, immer mal wieder was los. Aber mir ist auch klar das viele Couchpotatoes das nicht mitkriegen können (ist jetzt nicht auf Sie bezogen).

      beobachter52

      Lieber DimebagDarell, du wirst dich wundern, aber ich stimme dir hundertprozentig zu! Lienz braucht die Veranstaltungen (Weltcup, Radrennen, Dolomitenmann, ...), auch Veranstaltungen in der schönen, mit viel flair behafteten Innenstadt (soweit auf die Anrainer Rücksicht genommen wird)! Übrigens gehört Franz Theurl bei vielen solchen Events zu den "Vätern"! Auch der Sprint am Freitag gehört in die Stadt! Lienz braucht auch eine Loipe: Etwa im Bereich Tristach - Golfhotel, bis spätestens Weihnachten (auch mit Kunstschnee) präpariert und dann betreut, solange es die Witterung zulässt! Aber nicht von der Galizenklamm auf den Hauptplatz und das für nur EINEN Tag ....

    Biker

    Es lässt sich erahnen was die Touristiker vom Klimaschutz halten!

    adabei

    Stimmt, Schnee wurde/wird transportiert, aber im Oberland ist das Naturschnee (kaum vorzustellen, aber es hat auch in Heinfels und Umgebung-nicht nur in Obertilliach- im November sehr viel geschneit), der jetzt verteilt wird. Im Lienzner Talboden hatts der Regen leider etwas übertrieben. Anstatt froh zu sein, dass überhaupt etwas veranstaltet wird, wird gemeckert und geschimpft. Ist in Osttirol nix los, passts net (Betten leer, Infrastruktur veraltet, weil keine Investitionen,...), wird was organisiert, is sowieso net recht (es profitieren sowieso immer nur die gleichen), wirds im Winter gemacht, passts auch nicht (weil zuviel/zuwenig Schnee, Kunstschnee,...), wird im Sommer was auf die Beine gestellt, ist erst recht verkehrt (zuviele Touristen, Verkehr, zu laut,...). Was man auch macht, man macht es falsch! und ps: egal WER oder WAS das organisiert!

      DimebagDarell

      richtig, bin genau deiner Meinung. Ich als einer der Loipenbenutzer kann euch sagen, dass die Kunstschneeloipe bis kurz vor Thal reicht, danach ist genügend Naturschnee vorhanden. Wies aber weiter oben in Tassenbach beim Stausee ausschaut kann ich aber nicht beurteilen. Deshalb red ich hier lieber nicht mit.