V.l.: Tirols Caritas-Direktor Georg Schärmer, Dekanatsreferentin Anita Webhofer, Dekanatsjugendleiterin Petra Egger, Bischof Hermann Glettler und Dekan Franz Troyer. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

V.l.: Tirols Caritas-Direktor Georg Schärmer, Dekanatsreferentin Anita Webhofer, Dekanatsjugendleiterin Petra Egger, Bischof Hermann Glettler und Dekan Franz Troyer. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Kirchenpläne für 2020: Bischof Glettler auf Osttirol-Besuch

Jugendarbeit heuer ein Schwerpunkt der Kirche. Caritas-Direktor Schärmer ortet Pflegenotstand.

Am Donnerstag, 23. Jänner, stattete Bischof Hermann Glettler Osttirol einen Besuch ab. Bevor er am Nachmittag der Sendungsfeier für die rund 300 Osttiroler Caritas-Haussammler und einem ökumenischen Gottesdienst in der Lienzer Martin-Luther-Kirche beiwohnte, lud der Bischof gemeinsam mit weiteren kirchlichen Mitarbeitern zu einem Pressegespräch ins Osttiroler Bildungshaus.

Bischof Glettler sieht die katholische Kirche als „lebendigen Organismus und als eine Gemeinschaft, die trägt.“

Dabei stellte Glettler diverse Schwerpunkte und Initiativen der katholischen Kirche für 2020 vor. Der Jahresschwerpunkt liege demnach im laufenden Jahr auf der Jugendarbeit. Der Bischof sieht einen Paradigmenwechsel: „Es zählt nicht mehr die Frage, wie wir die jungen Leute in die Kirche bekommen. Wichtig ist, ob wir mit ihnen sind.“ Er hoffe daher auf die Bildung von „Lobbygruppen“ in sämtlichen Tiroler Pfarren. In diesen Gemeinschaften soll dann auf die Interessen und Sorgen der Jugendlichen eingegangen werden.

Zudem stehen wieder die Israelfahrten und eine Rom-Wallfahrt, die alle fünf Jahre angeboten wird, auf dem Programm. Die Fastenzeit werde im Zeichen der Versöhnung stehen. „Sie ist ein Dauerauftrag für Kirche und Gesellschaft“, betont der Bischof. Er wünsche sich auch eine zeitgemäße Belebung der Beichte. Die Zahl der Kirchenaustritte bereitet Glettler zumindest in Osttirol keine Sorgen: „Wir haben 42.751 Mitglieder in Osttirol. Nur 265 davon sind im vergangenen Jahr ausgetreten.“ Dennoch tue ihm jeder Austritt leid.

Petra Egger, die Lienzer Dekanatsjugendleiterin, bezeichnete die bisher schon bestens funktionierende Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Schulen als unerlässlich. Egger nannte ein Projekt über digitale Einsamkeit als Paradebeispiel. „Die junge Kirche streckt ihre Fühler in verschiedenste Richtungen aus. In Osttirol sind genug Ideen und Motivation da“, so Egger.

Darüber, „was sich im Dekanat so tut“, sprach Anita Webhofer, seit wenigen Monaten Dekanatsreferentin in Lienz. Ihr liege vor allem die Begleitung junger Beziehungen, Ehen und Familien am Herzen. Als konkrete Maßnahme findet am 5. Juni im Zuge der langen Nacht der Kirche in der Sillianer Pfarre ein Konzert der Dialektgruppe Findling statt. Junge Paare sollen dort „einfach abschalten und sich eine Auszeit gönnen.“

„Für die rund 800 Religionslehrer in Tirol muss ich eine Lanze brechen, sie leisten tolle Arbeit“, so Caritas-Direktor Schärmer.

Caritas-Direktor Georg Schärmer griff abschließend noch das Thema Pflege auf: „Wir haben in unserem Land einen Pflegenotstand, das ist das allergrößte Problem unserer Gesellschaft. Uns fehlt Personal und die Wartelisten sind gigantisch.“ Dekan Franz Troyer pflichtet ihm bei: „Im Wohnheim Nußdorf-Debant stehen zehn leere Betten bereit, doch die nötigen Fachkräfte fehlen.“ Bezüglich des Ausbaus des Familienhelfer-Dienstes mit Fördermitteln ist Schärmer hingegen guter Dinge: „Osttirol ist generell ein guter Boden für Solidarität und damit auch für die Caritas.“

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