Tirol bereitet 1.100 zusätzliche Betten für Kranke vor

Zwei Millionen Mundschutzmasken und tausende Schutzanzüge sind im Anflug.

Das Land Tirol bereitet für den zu erwartenden Anstieg an Coronavirus-Patienten 1.100 zusätzliche Betten in Hotels, Krankenpflegeschulen und Reha-Zentren vor. Diese Notkrankenstationen sollen nicht wie anderswo in Hallen errichtet werden, hieß es. „Es wird keine Massenquartiere geben“, erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Montag bei einer Videopressekonferenz.

Zudem habe man in den Krankenhäusern des Landes rund 1.300 Betten durch etwa die Verschiebung von nicht dringenden Operationen frei gespielt, fügte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) hinzu. Im Bezirk Landeck, in dem die Lage mit 144 Infizierten etwas drastischer sei als im Rest des Landes, werde die erste Notkrankenstation bereits errichtet. Wie viele der nunmehr 299 Infizierten in Tirol zur Zeit im Krankenhaus behandelt werden mussten, war vorerst noch unklar. „Wir haben aber das Glück, das wir großteils milde Erkrankungen haben“, meinte Platter.

„Bei einem kritischen Verlauf der Infektionen, würde uns die Infektionskette in den nächsten zehn Tagen erschlagen und wir hätten nicht mehr genügend Betten“, warnte der Mediziner Alois Schranz. Wenn nun die Menschen aber Distanz zu einander halten, könne man die Kurve abschwächen. „Es hängt davon ab, wie sehr die Leute mitmachen“, betonte der Mediziner. Man rechne derzeit mit einer Verdoppelung der Infizierten alle drei Tage. Wichtig sei nun auch, darauf zu achten, dass die Erkrankten so lange wie möglich zu Hause bleiben, damit nicht unnötig Spitalskapazitäten verbraucht werden, so wie es teilweise in Italien geschehen sei, erklärte Schranz.

Das Land habe zudem zwei Millionen Mundschutzmasken für 1,97 Millionen Euro und „ein paar Tausend“ Schutzanzüge bestellt. Diese sollen direkt per Luftfracht nach Wien geliefert werden, um eine Konfiskation durch ein anderes Land zu verhindern. Bis zum Wochenende soll die Lieferung in Tirol sein, meinte Schranz.

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1 Posting bisher
hubert

alles schön und gut mit den zusätzlichen betten und wer schaut dann auf die kranken, der zivildiener aus der reserve? man will halt vorbereitet sein, damit es nicht zu denselben bildern wie in italien kommt, nach den vielen fehlern des krisenmanagements in den letzten tagen, lieber jetzt ein bisschen zu viele maßnahmen. beruhigt mich jetzt aber auch nicht, wenn ich auf so einem bett ohne ärztliche betreuung liegen müsste.