Einkaufen mit Maske: „Es ist ungewohnt“

Seit gestern wird maskiert geshoppt. Lokalaugenschein bei einem Supermarkt in Lienz.

Seit gestern, Mittwoch, gilt in Österreich beim Einkaufen das „Maskengebot“, um die Ausbreitung des Coronavirus besser einzudämmen. Ab 6. April sind die Masken in Supermärkten Pflicht.

Mittwochfrüh haben auch in Lienz die Supermärkte damit begonnen, Schutzmasken auszuhändigen. Wir haben in einer Hofer-Filiale in der Dolomitenstadt vorbeigeschaut und uns ein Bild gemacht. Vor dem Geschäft sieht an diesem Tag alles so aus wie sonst auch. Erst nachdem ich den Eingangsbereich passiert habe, taucht vor mir mitten im Gang zwischen den Regalen ein Schild auf. „Maske hier erhältlich“ steht da drauf. Ein Pfeil zeigt, wo es lang geht.

Dieses Schild weist den Weg zu den Masken und ist kaum zu übersehen. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Ich folge dieser Aufforderung und schaue bei Kassa Nummer vier vorbei. Die Kassiererin bemerkt mich rasch. Während eine Kundin gerade ihren Einkauf bezahlt, dreht sich die Angestellte zu mir um und streckt mir mit einer silbernen Zange – ich vermute ein Grillbesteck – eine Maske entgegen.

Mit Abstand und Zange – so bekommt man bei Hofer seine Maske.

Eva Gander, die in dieser Filiale arbeitet, hat gerade Schichtende. Sie kommt kurz zu mir rüber und erklärt vor dem Geschäft den neuen Ablauf:

Eva Gander hat gerade Schichtende und darf ihre Maske abnehmen.

Die Leute würden sich gut an die Vorgaben halten. Der Maskenvorrat werde aufgeteilt auf Früh- und Spätschicht. „Pro Schicht hatten wir heute mindestens 200 Stück“, so Eva.

Ich bleibe vor dem Geschäft, um mich mit Kunden zu unterhalten, die gerade ihren ersten Einkauf mit der Corona-Maske getätigt haben. Und dabei merke ich schnell: Die Menschen handeln vorbildlich und gehen auf Distanz.

Renate Schneider stammt aus Wörgl, ihr Mann lebt in Abfaltersbach. Die Zeit während der Coronakrise verbringt sie bewusst in Osttirol. „Hier lässt es sich doch bestens leben“, meint Renate.

Ein paar kontaktfreudige Einkäufer – wie die Nordtirolerin Renate Schneider – nehmen sich beim Verlassen des Ladens dennoch kurz Zeit. Unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes verratet sie mir, wie ihr erster Einkauf mit Maske war:

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25 Postings bisher
bobbilein

warum wirft man seine im supermarkt ausgehändigte schutzmaske nach 5min einkauf gleich nach verlassen des geschäftes in den müll?

man sollte doch wertschätzender damit umgehen, wenn man weiß, dass masken mangelware sind!

atomsix

Ich war gestern samt mitgebrachter Maske beim Lidl einkaufen. Dabei hatte ich ein eigenartiges Gefühl, da außer dem Personal, weniger als die Hälfte der zu diesem Zeitpunkt anwesenden 7 - 8 Kunden, ebenfalls ein solche trug. Offenbar gab es in diesem Geschäft gestern diese Teile noch nicht. Dieser Umstand und die Tatsache, dass eine Ansteckung aufgrund des spärlichen Andranges kaum möglich sein kann, veranlasste mich, meinen "Schutz" wieder in der Tasche verschwinden zu lassen.

Anschließend stellte ich mir die Frage nach dem Sinn bzw. Unsinn des Maskentragens im Supermarkt in Quarantänezeiten und entsprechendem stark eingeschränkten Kundenverkehr und kam dabei zu folgenden Schlüssen: 1. Offenbar traut die Regierung dem Volk nicht zu, die allseits bekannten Hygiene- und Abstandsregeln beim Einkaufen zu befolgen. Auch werden sich in den letzten 2 bis 3 Wochen wohl einige Personen beim Einkaufen infiziert haben?? Alles ist möglich. 2. Bekanntlich bietet die herkömmliche Maske keinen Selbstschutz, sondern soll andere vor dem Träger schützen, falls dieser infiziert ist. 3. Da Infizierte jedoch entweder krank das Bett hüten oder abgesondert sind, wird man diese wohl kaum im Supermarkt beim Einkaufen antreffen. 4. Bleiben noch die sog. asymptomatisch Infizierten. Diese Menschen haben das Virus intus, zeigen aber keine Symptome. Das bedeutet aber auch, dass sie nicht husten bzw. niesen, oder? Die gestern erstmals ausgewerteten Tests in systemerhaltenden Berufen brachten diesbezüglich einen Anteil von unter 1,0 % der Testpersonen als Ergebnis. Das bedeutet, dass ab kommenden Montag alle! Kunden von Supermärkten (eine Ausweitung wird wohl kommen) diese Masken tragen müssen, weil ... ja warum eigentlich?

Nickname

in Facebook-Flohmarktgruppen werden so aktiv die Sachen verkauft wie nie (jetzt gibt es ja Zeit ohne Ende), ist DAS normal? So werden ungeschützte und derzeit "illegale" Kontakte getätigt, die auch hypotetisch zur Ausbreitung von covid19 führen könnten. Es stellt sich gleich die Frage - vielleicht doch endlich amol Geschäfte aufmachen und wie in Supermärkten mit strengen Regeln einkaufen lassen? statt sowas.. 🤔

Majo

Die Maskenverordnung geht in Ordnung, wenn es hoffentlich auch nützt, was ich nicht verstehe, warum muss man in einigen Geschäften in Lienz zuerst durch das ganze Geschäft gehen, um erst bei der Kassa eine Maske abzuholen um einkaufen zu dürfen, und dann muss man diese noch selber aus einem Karton entnehmen, ...also was stimmt hier nicht, unhygienischer geht's in Zeiten wie diesen wohl nicht mehr, oder ???

    benda

    Sehr geehrter Majo, um nicht auf die geschenkten und unhygienischen Gratismasken angegewiesen zu sein kannst du natürlich auch mit einer von dir ( gekauften ) mitgebrachten und hygienischen Maske einkaufen, niemand wird dich davon abhalten. Oder noch besser geh in ein Geschäft unter 400m2 einkaufen da gibt es anscheinend kein Corona, weil diese Geschäfte die Verordnung nicht umsetzten müssen, da brauchst du keine Maske.

Nachdenker

Und das FA hat zur Zeit keine anderen Sorgen, als zu kontrollieren, ob Frauen, welche helfen wollen und bevor ihnen zu Hause auf den Kopf fällt Masken zum Selbstkostenpreis nähen, zu kontrollieren, ob die Frauen wohl nicht 1000 - e von Euro am Fiskus vorbei verdienen. Da kann man nur den Kopf schütteln.

    Oschtadio

    Tut mir leid aber wenn ich schon eine Gesichts/Mundmaske selber nähe ,was ich zb. auch gemacht habe, darf ich nichts verlangen ! Nicht mal gegen einen Unkostenbeitrag da diese Gesichts-Mundmasken nur für das eigene Sicherheitswertgefühl sind. nicht zum Schutz. Und sobald ich Entgeld dafür entgegennehme ( gar nicht sowenig wie ich aus sicherer Quelle weiß , 5'50 € und dann noch ins Internet damit gehe das man keine Aufträge mehr annehmen kann ist es verständlich daß die Finanzer vor der Tür stehen.) Das ist das wenigste was einen passieren kann das andere wäre eine Anzeige wegen Fahrlässiger Körperverletzung mit ziemlich schlechten Folgen. Da ich die Masken ja als Schutzmasken verkaufe und da verlasse ich mich als Endverbraucher auf das Wort Schutz !!!! Denken Sie darüber mal nach. Bleibs Gesund

freekit78

mich würde interessieren wieviel beim hofer einkaufen und nicht von dieser gemeinde sind ? warum wird das nicht kontrolliert? gibt es eine dienstanweisung von oben an die polizei? warum werden aber spaziergänger aufgehalten und nach dem wohnort gefragt?

sind natürlich alles nur verschwörungstheorien von mir!

    Nickname

    pfui. Vielleicht soll sie am liebsten nach Wörgl einkaufen fahren? 😉 die Kluglienzer dürfen dann auch NUR zur Geschäften gehen, die am nähesten sind und nicht wählen dürfen! ist das echt notwendig so?

bla

Zur Abwechslung sind sich die Experten in einem Thema einig: Die Masken bringen nix.

... wär ja höchst überraschend gewesen wenn die Regierung auf unsere Experten hört. Schade, dass wir die Leute in Politiker und Experten aufteilen – die Experten haben die Ahnung, die Politiker haben das Sagen.

In diesem Sinne: Die Expertenregierung war super!

Sonnenstrahl

Mit einer Zange wird die Maske ausgegeben!!! Aber in welchem Billiglohnland, unter welch menschenunwürdigen und unhygienischen Bedingungen sie hergestellt wurde, diese Frage stellen sich hierzulande wohl die wenigsten! 😱

Da lob ich mir die vielen Leute, die selbstinitiativ ihre maßgeschneiderten und kreativ angefertigten "Verhüllungsteile" ausführen!

benda

Super Reportage über einen Deutschen Diskonter der zur Zeit ein tolles Textil, Blumen und Spielzeugangebot hat, während der heimische Fachhandel die Geschäfte geschlossen halten muss.

Franz Kirchmair

Wenn sich die "vorbildliche Einkäuferin" tatsächlich an die Verordnungen gehalten hätte, dann hätte sie in Abfaltersbach eingekauft und nicht in Lienz.

    senf

    @FK: wie wahr! so ist das mit dem ego.

    bla

    niemand mag Klugscheißer

      Bergziege

      Ja dann "bla" - ab mit dir in die Bundesregierung! Es scheint ja so, als ob du alles sogar besser weißt, als die Experten! ... oder glaubst, dass dann aus deinem "bla" ein blablabla wird....;-)

    hubert

    du hast recht, die einkäuferin aus abfaltersbach hat sich strafbar gemacht, sie hätte in ihrer heimatgemeinde einkaufen müssen, lt. verordnung, nur wenn es dort kein lebensmittelgeschäft gibt, darf man in die nächstgelegene gemeinde fahren und das ist in ihrem fall auch nicht lienz. angeblich wurden in ähnlichen fällen bereits drakonische strafen verhängt. also, bitte aufpassen!😱

Spanidiga

Finde...mit Abstand und Maske sollte man in jedes Geschäft gehen können...habe noch nie Massen in einem Modegeschäft oder zB. beim OBI oder Gärtnerei (da zu bestimmten Zeiten eher-könnte man mit Zugangsbeschränkung regeln) Geschäftsleuten wäre geholfen...auch wenger Arbeitslose usw. Natürlich mit Untersagung von größeren Menschenansammlungen.

    senf

    @spandiga: mit maske schon, da stimm ich dir zu. was ich aber nicht verstehe, ist die auswahl bestimmter masken aus industriefertigung, von denen man abhängig gemacht wird und die erst ab einen bestimmten zeitpunkt in den erforderlichen mengen erhältlich sind.

    wenn man bilder aus anderen länder sieht, dann sieht man die unterschiedlichsten farben und formen von schutzmasken. gekauft, selbstgenäht, improvisiert. ich kenne keine kriterium für masken (ausser baumwolle). man hört nur, dass das alles wirkungslos sei, die zahlen der infizierten in diesen ländern sprechen allderdings eine andere sprache. schade, ich hätte mir auch erwartet, dass unsere krisenteams zumindest die anforderungskriterien für schutzmasken des "alltags" publiziert hätten. zur überbrückung, bis die genormten erhältlich sind.

    ich kann mir gut vorstellen, dass in österreich schon wieder die lobbysten fleissig am werken sind, die mitverdienen wollen, denn die schrecken vor nichts zurück.

      Oschtadio

      wenn das Pseudonym "Schutzmasken"weggelassen würde kann jede Art von Mund und Gesichtsmaske benützt werden. Sobald man nämlich etwas als Schutz deklariert ist der Erzeuger/Hersteller haftbar? Denn der müsste die Sicherheit eigentlich dazu garantieren und das kann keiner.

kämpfer

VIEL ZU SPÄT wurde reagiert! Die Masken hätten schon vor 3 Wochen PFLICHT sein müssen! ÜBERALL! Dann hätte man viele Massnahmen nicht gebraucht, und ALLE Geschäfte hätten offen lassen können! Warum erst jetzt Masken? Sein jetzt genug geschädigt und dem Staat geht das Geld aus???

    bobbilein

    das nächste mal wählen wir Sie in die bundesregierung

      hoerzuOT

      ganz genau. es weiß halt momentan jeder alles besser. allesamt expertInnen ;)

      bergfex

      Darf @kämpfer nicht wie sie und alle anderen die eigene Meinung kund tun?

    Staudinger

    Vor drei Wochen wahren die Masken wahrscheinlich noch in einer Schneiderei in China und wenn sonst schon keine Masken mehr da sind werden die Wahrscheinlich zuerst für das Medizinpersonal und für die Pflegeheime verwendet.