Fußballsaison für Osttiroler Vereine zu Ende

Der ÖFB bricht alle Amateurbewerbe ab. Es gibt keine Meister und keine Auf- und Absteiger.

In seiner gestrigen, per Videokonferenz geführten Sitzung hat das ÖFB-Präsidium den Entschluss gefasst, die derzeit aufgrund des Coronavirus ausgesetzten Fußballbewerbe im Bereich der Landesbewerbe abzubrechen. Von dieser Entscheidung betroffen ist auch der Kärntner Fußballverband, dem die Osttiroler Vereine angehören. So werden auch die Unterliga West, die 1. und auch die 2. Klasse vorzeitig beendet.

Wie der ÖFB auf seiner Vereinshomepage mitteilt, werden die abgebrochenen Bewerbe nicht gewertet, es gibt also keine Meister und keine Auf- und Absteiger. ÖFB-Präsident Leo Windtner spricht von einer „sehr schweren Entscheidung“, die aber angesichts der derzeitigen Lage alternativlos sei.

Die Osttiroler Vereine in der Unterliga West tragen diesen Entschluss mit. „Es war die beste Lösung, da auch in der Meisterschaft noch alles offen war. In einer solchen Situation darf sich niemand benachteiligt fühlen”, erklärt der Fußball-Sektionsleiter von Thal/Assling, Michael Jungmann.

Michael Jungmann (li.), Fußball-Sektionsleiter von Thal/Assling, stellt klar: „Jetzt darf sich keiner benachteiligt fühlen.“ Foto: Brunner Images

Matrei-Trainer Harald Panzl schlägt in die gleiche Kerbe. „In dieser Situation ist alles andere wichtiger als Fußball. Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren, gesund zu bleiben und wirtschaftlich schnellstmöglich wieder auf die Beine zu kommen“, so Panzl.

Für Matrei-Trainer Harald Panzl hat die Gesundheit Priorität. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Für Werner Idl, Obmann des FC-WR Nußdorf-Debant war der Entschluss des ÖFB voraussehbar: „Uns gegenüber wurde das schon vor Wochen angedeutet, wir waren also gewissermaßen darauf vorbereitet“.

Für Rapid Lienz-Obmann Didi Müller ist der Abbruch der Amateurligen der richtige Schritt. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Auch sein Lienzer „Amtskollege“ Didi Müller respektiert die Entscheidung: „Es ist richtig so, kritische Stimmen wird es immer geben. Für die vermeintlichen Aufsteiger ist es natürlich bitter, für die Absteiger glücklich. Auf Rapid Lienz hat dieser Entschluss keine Auswirkungen.“ Müllers Amtszeit als Vereinsobmann könnte aber unfreiwillig verlängert werden. Der scheidende Vorstand könne aufgrund des Veranstaltungsverbotes aktuell keine Vollversammlung einberufen und bleibt daher wohl etwas länger als geplant im Amt.

Ein Blick auf die aktuelle Tabelle der Unterliga West dürfte vor allem die Osttiroler Spieler der geplatzten Frühjahrssaison nachtrauern lassen, immerhin finden sich nach der Winterpause alle vier Osttiroler Vereine in der oberen Tabellenhälfte – allesamt nur durch maximal drei Zähler voneinander getrennt und noch chancenreich im Kampf um die Meisterschaft.

Rapid Lienz-Spieler Aziz Ayodeji fieberte der Frühjahrssaison entgegen.

Das bereitet auch Aziz Ayodeji von Rapid Lienz Bauchweh. Der Verteidiger zeigt „volles Verständnis für diesen Entschluss. Für uns ist es aber extrem schade, wir haben im Herbst viel geleistet und bis zuletzt viel Energie und Zeit in den Aufbau investiert. Die Tabellensituation hätte aus Osttiroler Sicht eine extrem spannende Frühjahrssaison garantiert. Aber klar ist auch: Gesundheit hat zweifellos Vorrang.“ Er hoffe nun einerseits darauf, dass Rapid Lienz bestehen bleibt und andererseits, dass es bald wieder Derbys im Dolomitenstadion zu sehen gibt.

Sobald die Maßnahmen für Mannschaftssportarten von der Bundesregierung gelockert werden, wollen die Osttiroler Vereine wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen. Dann hoffen sie auf einen planmäßigen Start der Herbstsaison.

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1 Posting bisher
Spanidiga

War früher jedes Wochenende an einem Fußballplatz (Lienz-Debant-Matrei) und auch Unterstützer.....jetzt schon lange nicht mehr...hat sich halt so entwickelt....bin Beobachter und finde....vielleicht wäre ein genereller Neustart der Osttiroler Vereine...auch mit einigen Zusammenschlüßen (mir immer noch in Erinnerung...der seinerzeitige Plan vom Fan+Gönner Wiedemayer Walter für einen FC Osttirol) vielleicht ganz gut tun würde.