Ein Widder wandert fast alleine nach Obermauern

Nur vier Männer und ein Priester zelebrierten heuer ein uraltes Ritual. Video!

Als Hans Steiner, Gemeindearbeiter aus Prägraten, vor einem Jahr einen prächtigen Steinschaf-Widder in der RGO-Arena ersteigerte, war das Virus, das die Welt in Atem hält, noch unbekannt. Eines wusste Steiner aber: 2020 ist die Fraktion St. Andrä in Prägraten an der Reihe mit dem Opfertier, das üblicherweise am Samstag vor dem „Weißen Sonntag“ begleitet von vielen Gläubigen zur Wallfahrtskirche in Obermauern, Gemeinde Virgen, trottet und nach der Messe dort nicht geschlachtet, sondern versteigert wird. Es kam anders.

Der „Lockdown“ traf auch die Kirchen und ein Versammlungsverbot gilt auch für Prozessionen. In Virgen und Prägraten dachte man dennoch nicht an ein Aussetzen des Brauches, der ja von einer anderen Pandemie – der großen Pest – begründet wurde. Also blieb der Termin der Prozession geheim und die Teilnehmerzahl auf ein Minimum reduziert. Nur vier Männer machten sich am 18. April mit dem prächtigen, wunderbar gepflegten Tier auf den Weg. Pfarrer Ferdinand Pittl empfing sie in Obermauern und zelebrierte die Messe unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Fast. Lukas Berger war mit der Videokamera dabei. Er präsentiert auf YouTube ein beeindruckendes und auch rührendes Video, das wir unseren Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchten.


Über den als immaterielles UNESCO-Kulturerbe ausgezeichneten Opferwidder-Brauch haben wir mehrfach berichtet.

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