„Ich dachte, ich würde nie wieder spielen“

Dellachs „Tormaschine“ Samir Nuhanovic über die schwere Zeit nach seinem Kreuzbandriss.

Samir Nuhanovic ist nicht nur in der Kärntner Fußballwelt seit Jahren ein Begriff. Der gebürtige Slowene reiht sich Saison für Saison unter die besten Torschützen ein, hamstert Ehrungen und Lob. Nicht von ungefähr spielte der 32-Jährige für drei Saisonen in der Bosnischen Bundesliga bei NK Zvijezda Gradacac und dem FK Sarajevo.

Seit vier Jahren schnürt Nuhanovic seine Schuhe für Dellach/Gail in der Kärntner Liga. In den ÖFB-Statistiken hält Nuhanovic mittlerweile bei 457 Toren aus 437 Spielen, erzielt im Schnitt also mehr als einen Treffer pro Partie. Seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor bekamen jüngst auch die Osttiroler Klubs zu spüren: In der laufenden Saison warf er zunächst Nußdorf-Debant mit fünf Treffern quasi im Alleingang aus dem Cup, eine Runde später besiegelte er im Tauernstadion das Cup-Aus für Matrei.

Samir Nuhanovic nach der Operation. Fotos: Nuhanovic

Im September ist im Meisterschaftsspiel gegen Maria Saal eingetreten, was kein Verantwortlicher, Spieler oder Fan der Gailtaler zu denken gewagt hätte: Der Leistungstäger verletzte sich schwer und fällt mit einem Kreuzbandriss monatelang aus. Im Interview mit dolomitenstadt.at spricht der 32-Jährige über die schwierige Zeit nach der Verletzung und seine Ziele für die Zukunft:


Samir, der Kreuzbandriss ist die erste schwere Verletzung in deiner Karriere. Wie war die erste Zeit nach der Diagnose für dich? Dachtest du daran, die Schuhe an den Nagel zu hängen?

Nach der Verletzung war es sehr schwer für mich und ich dachte, ich würde nie wieder spielen. Ich bin wirklich jede Woche in Gefahr, weil meine Gegner mich verletzen wollen. Aber nach der Operation sagte ich mir, dass ich noch stärker und besser zurückkommen werde.

Neben dem Fußball bist du auch im Futsal sehr erfolgreich. Welche Auswirkungen hat die Verletzung auf diesen Bereich? Die neue Saison beginnt ja schon Ende November…

Ich habe über drei Saisonen in der Österreichischen Bundesliga für Murexin Allstars in Wiener Neustadt gespielt. Dort habe ich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, wurde dreimal Österreichischer Meister und zweimal Torschützenkönig und bester Spieler der Bundesliga. Dann habe ich von LPSV Kärnten aus der zweiten Liga ein Angebot erhalten, ab heuer Trainer und Spieler zu werden. Weil ich nun aber verletzt bin, werde ich nur Trainer.

Was sind dort deine Ziele als Trainer?

Meine Ziele sind immer die gleichen – für mich gibt es nur Platz eins.

Du weist in den ÖFB-Statistiken und auch im Futsal eine beeindruckende Trefferquote auf, schießt Tore am Fließband. Was ist dein Geheimnis?

Alle meine Statistiken sind meinen Teamkollegen und Trainern zu verdanken, ohne sie hätte ich das alles nicht erreicht. Ich werde nächste Saison zurückkommen und dort weitermachen.

Während der Verletzungspause will der Goalgetter noch mehr Zeit mit seiner Familie verbringen.

Wie verbringst du die Zeit während deiner Verletzungspause?

Ich lebe in Villach und arbeite dort in einem Autohaus. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie, die mir im Leben am meisten bedeutet. Meine Frau Almasa und unsere Kinder Tajra und Adin sind die größte Unterstützung für mich.

Wir wünschen schnelle Genesung!

Die Arbeit von
dolomitenstadt.at unterstützen

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade in Krisenzeiten ist faktenorientierte und schnelle Information wichtig.
Wir arbeiten trotz Rückgang bei den Werbeeinnahmen mit großem Einsatz, um Sie bestmöglich – und kostenlos! – zu informieren.

Wenn Sie unsere journalistische Arbeit mit einem einmaligen Beitrag unterstützen möchten, haben Sie jetzt Gelegenheit dazu. Wir würden uns freuen!

Sie möchten dolomitenstadt.at unterstützen?

Ein Posting verfassen

Sie müssen angemeldet sein, um ein Posting zu verfassen.
Anmelden oder Registrieren

1 Posting bisher
Koal

Wünsche schnelle Genesung + baldigen Wiedereinstieg in's Fußballgeschehen. Samir war/ist stets ein fairer Spieler und sieht die Schiri's nie als Gegner an.