Ein Monolog über die Freundschaft und die Musik

Audio: Daniela Gander liest aus „Novecento“ von Alessandro Baricco.

Alessandro Baricco, geboren 1958 in Turin, hat das Talent, Kultur und Kunst wunderbar erzählerisch zu vermitteln. Der studierte Philosoph und Musikwissenschaftler unterrichtet Schreiben an der von ihm gegründeten Scuola Holden und wurde in Italien als Journalist populär – mit Essays in La Repubblica und La Stampa – aber auch als Fernsehmoderator einer Sendung über klassische Opern und einer Literatursendung „für den „ungeübten Leser“. Sein Roman Seide wurde zum internationalen Bestseller.

Spätestens die Verfilmung seiner „Legende vom Ozeanpianisten“ machte Baricco auch in unseren Breiten bekannt, wobei der Film nicht unumstritten ist, weil er von der literarischen Vorlage – mit dem Titel „Novecento“ – relativ stark abweicht. 1994 geschrieben und im Juli desselben Jahres mit Eugenio Allegri in der Hauptrolle beim Theaterfestival in Asti uraufgeführt, zählt dieser Monolog zu den einflussreichsten und erfolgreichsten postmodernen italienischen Theaterstücken.

Alessandro Baricco. Foto: Wikicommons

Novecento erzählt von einem fiktiven, außerordentlich virtuosen Pianisten, der auf dem Passagierschiff Virginian am 1. Januar 1900 als Säugling herrenlos aufgefunden wird. Seine Eltern, offenbar arme Auswanderer, haben ihn in einer Pappschachtel für Zitronen auf dem Piano des Ballsaals hinterlassen. Danny Boodman, ein schwarzer Maschinist, findet das Kind und zieht es groß. Zusätzlich zu seinem eigenen Namen erhält das Kind in Anlehnung an die Beschriftung der Zitronen-Pappschachtel den Namen T.D. Lemon und wegen des Fundzeitpunkts außerdem den Namen Novecento. Der Pianist wird dieses Schiff niemals verlassen. Sein bester Freund ist der Trompeter Tim Tooney, der die Geschichte Novecentos auch erzählt.

Daniela Gander liest eine Passage, in der Tim Tooney, der eben auf der Virginian angeheuert hat, erstmals auf Novecento trifft.


Die Lesereihe „Tiefe Gefühle“ wird vom Literaturkreis der Stadtbücherei Lienz realisiert, dessen Mitglieder die Texte ausgewählt und selbst eingelesen haben. Ursprünglich waren adventliche Lesungen in der Bücherei geplant, die aber der Pandemie zum Opfer fielen. 

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