„Er war wie ausgesetzt in einem fremden Land”

Audio: Claudia Kopf liest aus „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ von Carson McCullers.

Carson McCullers (1917-1967) Leben war von schwerer Krankheit und persönlichen Beziehungsproblemen bestimmt, ihr Werk ist schmal, aber gewichtig und vom Existenzialismus geprägt. Bereits ihr gefeierter Debütroman „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ kreist um das Thema der Kommunikationslosigkeit des Einzelnen, um die Unmöglichkeit erfüllter Liebesbeziehungen, körperliche Abnormität und die oft scheiternden Versuche, die Isolation des Individuums durch Engagement und Mitleid zu überwinden. Immer wieder wird die Selbstfindung – das Verhältnis des Ichs zum anderen– zum zentralen Thema.

Carson McCullers, 1959. Foto: Carl van Vechten/Wikicommons

Es ist eine trostlose Welt, in die Carson McCullers ihre Leser versetzt: eine Kleinstadt im Süden der USA Ende der 30er Jahre. McCullers begann 1937 mit den Arbeiten an diesem Buch und schloss es 1939 ab. Ursprünglicher Titel des Romans war „The Mute“, der Stumme.

Erzählt wird die Geschichte des Taubstummen John Singer, dessen Alltagsleben McCullers zum Angelpunkt für eine Reihe von Begegnungen macht. Die Protagonisten, darunter der Wirt Biff Brannon, der trinkende Revolutionär Jake Blount, der scharze Arzt Benedict Copeland oder Mick Kelly, die Tochter von Singers Vermieterin, sehnen sich nach Nähe, können jedoch ihre Isolation nicht durchbrechen. Singer, der sich nur in Gebärdensprache ausdrücken kann, hegt Zuneigung für den geistig beschränkten Spiros Antonapoulos. Nur mit ihm, der ebenfalls taubstumm ist, kann er kommunizieren. Als Antonapoulos stirbt, nimmt sich auch Singer das Leben.

Einführung in das Buch und Leseprobe:


Die Lesereihe „Tiefe Gefühle“ wird vom Literaturkreis der Stadtbücherei Lienz realisiert, dessen Mitglieder die Texte ausgewählt und selbst eingelesen haben. Ursprünglich waren adventliche Lesungen in der Bücherei geplant, die aber der Pandemie zum Opfer fielen. 

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