Tirol befasst sich mit Lkw-Transitverbot auf der B100

Geprüft wird, unter welchen Bedingungen schwere Brummer ausgesperrt werden könnten.

Die B100 durch Osttirol zählt nicht erst seit gestern zu den meistbefahrenen Bundesstraßen Tirols. Während auf anderen wichtigen Verkehrswegen Tirols 2019 geringfügige Abnahmen beim Lkw-Aufkommen verzeichnet wurden, nahm laut dem Verkehrsbericht des Landes der Transitverkehr auf der B100 durch Osttirol im Vergleich zu 2018 um etwa 0,5 Prozent zu. Besonders viele tonnenschwere Kolosse rollten an der Zählstelle in Sillian vorbei. Dort passierten 2019 täglich im Schnitt 512 Lastwägen und damit um 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor den Grenzübergang nach Südtirol. Durch Lienz fuhren 2018 im Schnitt 463 große Brummer pro Tag.

An der Zählstelle in Sillian rollten 2019 täglich im Schnitt 512 große Brummer vorbei. Foto: Dolomitenstadt/Wagner

Im Drautal sprachen sich bereits mehrere Gemeinden für ein Transitverbot aus. Die Stadt Spittal hat ein solches Verbot für den Hauptplatz beantragt. In Osttirol kam die Forderung zuletzt von der Klimabewegung Fridays for future. Nun ist die Thematik endgültig in der Tiroler Landesregierung angekommen. Die Osttiroler Landtagsabgeordnete Elisabeth Blanik (SPÖ) brachte mit ihrer Fraktion zunächst im Ausschuss für Wohnen und Verkehr einen Antrag für ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen auf der B100 ein. Der Ziel- und Quellverkehr soll davon ausgenommen sein.

Der Antrag wurde von den Regierungsparteien abgeändert, angenommen und landete in der Dezember-Landtagssitzung. Die Landesregierung wird darin ersucht, „unter Berücksichtigung der Erfahrungen auf der Fernpassstraße zu prüfen, ob und unter welchen Rahmenbedingungen ein Lkw-Fahrverbot für den Transitverkehr auf der B100 Drautalstraße erlassen werden könnte.“ Angedacht sei, sich mit Kärnten abzustimmen und die Auswirkungen auf die Felbertauernstraße, den Bezirk Kitzbühel sowie auf das Pustertal und Belluno mit einfließen zu lassen. Der Antrag wurde am 17. Dezember einstimmig angenommen.

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16 Postings bisher
Majo

Dieses leidige Thema wird eigentlich nur vor Wahlen auf den Tisch gebracht, siehe Sillian, zuerst voll motiviert, jetzt hört man nichts mehr davon. Überall geht's, siehe Brixental, teilweise im Drautal, im Pinzgau, ganz zu schweigen vom Pustertal,usw. In Südtirol geht's anscheinend leicht, mitunter mit Geldern aus Tirol. Osttirol hat leider nur sehr sehr wenige Politiker mit Rückgrat, die auch Ideen für den eigenen Bezirk haben, außer es geht um die eigene Geldtasche. Ein Verkehrskonzept für Osttirol hat man leider verschlafen, aber schon vor Generationen nicht erst jetzt, daran wird sich so schnell nichts ändern. Viel Lärm um nichts !!!

Lz

Jahrzehntelanges Versäumnis und Visionslosigkeit der Politik! Was in jeder Stadt weltweit geht, Tunnel oder Niederflur oder nur Teilstücke siehe Ellmau oder Untervintel, Niederndorf u.a. ist bei uns nicht möglich! Wie bei den Lienzer Bergbahnen! Im Drautal und Pustertal die Bahn 2 spurig ausbauen, wo nicht einmal ein Direktzug nach Inns rucm geht, zeigt die Ideenlosigkeit der Bürgermeisterin!

wolf_c

diese generation wird mit solch zaghaften rettungsversuchen den planeten und auch unseren lebensraum nicht retten, das wird dem fff-knowhow vorbehalten sein. trotzdem darf man in die sonne treten und endlich das richtige tun. es sollte auch für die ganzen aktuellen sinnlosen großen tunnel und autobahnprojekte und ähnliche infrastrukturpläne gleiche anträge geben, aber wie gesagt: diese generation wird ...

defregger

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oder

http://www.daub-ita.de/projektdatenbank/deutschland/michaelstunnel-baden-baden/

Eine wertvolle Totallösung die auch in Lienz umsetzbar ist. Die Größenordnungen ähnlich.

Brainstorming für die Politiker.😎

Ceterum censeo

Wo hätte ein 2. Gleis Platz? Auf Stelzen ginge es. Straße "Unterflur" in Lienz: Koste es was es wolle! Andernorts gehts.

pierina

Das Rad der Zeit können wir vermutlich nicht zurückdrehen. Also müssen wir uns auf mehr Verkehr einstellen. Verzichten will auch niemand auf irgendetwas. Lösungsansätze nach dem Floriani Prinzip sind egoistisch. Wer den Transit durch Osttirol verbieten will, verschiebt ihn halt auf den Brenner oder ins Kanaltal. Oder glaubt auch nur irgendjemand, dass der LKW, der nicht mehr durch Osttirol fahren darf, verschrottet wird.

defregger

Es ist NIE zu spät.

Kostet etwas mehr , aber in vielen Städten geht man unter die Erde. Sicher auch in Lienz möglich. Der Tunnelbau dauert allerdings 3-5 Jahre. Die Politik soll Geld rausrücken und die EU zahlt sicher auch die Hälfte dazu. Dann ist Ruhe im Sonnenstädtl. Das freut alle Dolomitenstädtler.😎

    rebuh

    im sonnenstädtl ist ruhe, nicht nur jetzt zu coronazeit. nirgends kann man ruhiger bzw. gemütlicher an kaffee trinken wie im zentrum von lienz. und was sich auf der bundesstr. abspielt geht mir am berühmten a.... vorbei. nur schon interessant, jetzt, als es an der bahnhofkreuzung keine ampel gab, gab es dort trotz behinderungen auch keinen stau. ist wohl nicht so weit her mit der ampelintelligenz.

    Ceterum censeo

    Alternativ: Eine Seilbahn Lienz-Debant-Lienz. In den neuen ISP zum billigen Mittagessen. Habe ich den Weihnachtsfrieden negiert?

pierina

"Die Stadt Spittal hat ein solches Verbot für den Hauptplatz beantragt." Was soll denn diese Aussage. Spittal ist ja überhaupt nicht mit Lienz vergleichbar. Spittal kann nämlich kleinräumig (A10) umfahren werden, während dies im Falle Lienz unmöglich ist. Nebenbei wenn wir schon bei den "dummen" Vergleichen sind: Der Lienzer Hauptplatz hat dieses Verbot schon lange😉

Hoamat

Meiner Meinung nach ist dies ein Versagen von Landes, Stadt und Gemeindepolitik und liegt mindenstens 40 Jahre zurück,dort hätte man schon reagieren müssen, aber das liegt an dem fehlenden Weitblick der Politik und ist heute auch nicht anders.Mann denkt nur bis zum Ende der Amtszeit. Denn, dass der Verkehr nur mehr wird ist nur logisch und keine Wissenschaft,denn wer lässt sich heute eine Umfahrung vor die Haustüre knallen, und andere Maßnahmen wie "intelligentes Ampellsystem, Fahrverbote etc. ist nur Kosmetik und wenig zielführend.

xxktil

Leider wird das Problem mit einem Verbot nur verschoben aber nicht behoben! Die "großen" LKW's werden dann halt auf kleinere aufgeteilt. Für Sillian und das Oberland bringt nur eine Umfahrung wirklich Entlastung. Auch für Lienz wäre eine Umfahrung ein Segen gewesen. Diese wurde aber beiderorts verschlafen. Für mich ist es unverständlich wie so lange weggeschaut werden konnte. Nehme man das Beispiel Innichen so ist ersichtlich, wie florierend das Leben und der Tourismus im Dorf ist, wenn die Hauptroute nicht durch die Ortsmitte verläuft und man gemütlich Kaffeetrinken kann, ohne den Stau und die Abgase gratis dazuzubekommen!

    unholdenbank

    Umfahrungen bringen keinesfalls weniger Verkehr, sondern mehr - besonders durch Schwer-LKW. Damit wird das Problem lediglich aus den Orten verlagert. Der Lärm und die giftigen Abgase bleiben gleich oder werden sogar mehr. Die Abgase bleiben nicht wie ein Tunnel um die Umfahrung hängen. Für den Schwertransport gibt es die Eisen- oder die Autobahn. Auf die kleinen LKW's aufteilen: Das macht sicher kein Transportunternehmen, weil das ist für die kostenmäßig uninteressant. Und gegen den Ziel- und Quellverkehr ist ja nichts einzuwenden. Nur gegen die unmäßig hohe Zahl an Mautflüchtlingen und das zum Teil sinnlose Hin- und Hertransportieren von Gütern. Das braucht keiner!

      steuerzahler

      Volle Zustimmung!

      Nur wo ist die Alternative? Die Bahn ist noch immer eingleisig. Wie soll der Transit-LKW von Italien nach Osten kommen? Es wird höchste Zeit, daß die ÖBB aus dem jahrzehntelangen Winterschlaf geweckt wird. Und die Politiker sollen ihren Aufgaben nachkommen und Lösungen präsentieren statt mit Lobbyisten zu kuscheln.

Kiew

Wenn das tatsächlich gelingen würde, den Transitverkehr zu verbieten, würde ich meinen Hut ziehen. So etwas würde die Lebensqualität sehr steigern. Nur durch Osttirol durchfahren, weil es die billigste Strecke ist, dafür feht mir der Sinn!

    steuerzahler

    Ich fürchte, ohne regelmäßige LKW-Blockaden wird sich da nichts bewegen, das ist leider die Realität.