Aufstieg? Nein, danke! Nußdorf-Debant verzichtet

Nach einem erfolgreichen Herbst hat der FC-WR keine Lust auf die Kärntner Liga.

Letzte Woche hat der Kärntner Fußballverband sämtliche Meisterschaften abgebrochen, die Frühjahrssaison wurde bereits vor dem ersten Spiel beendet. Offen ist nur noch, ob die ausstehenden Spiele der Herbstrunde nachgeholt werden. Bis Ende Mai will der Verband abwarten.

Weniger Zeit nimmt man sich bei Nußdorf-Debant mit der Entscheidung über den Aufstieg. Die Osttiroler überwinterten als Tabellenführer der Unterliga West und liegen nun bei zwei Spielen mehr sechs Punkte vor Verfolger Admira Villach. Unabhängig davon, ob die Villacher ihre ausstehenden Partien noch spielen dürfen, legt man sich beim FC-WR nun fest. „Wir verzichten auf den Aufstieg“, betont Vereinsobmann Werner Idl. Weil es heuer keine Absteiger gibt, ist dieser Verzicht auch ohne große Konsequenzen möglich. Einen kleinen Haken hat die Sache dennoch – die Osttiroler werden nun an das Tabellenende zurückgereiht.

Nußdorf-Debant spielte eine starke Herbstrunde. Mit dem Aufstieg will man aber noch ein, zwei Jahre warten. Foto: EXPA/Lukas Huter

Im Gespräch mit dolomitenstadt.at spricht Idl von vielen Gründen, die zu dieser Entscheidung geführt hätten: „Einerseits ist unsere Mannschaft noch zu jung für diesen Schritt und soll so zusammenbleiben. Wir haben diese Saison meist mit einem Schnitt von 19 Jahren gekickt, diese Burschen fallen in der Kärntner Liga durch den Rost.“ Auch wirtschaftlich würde sich die Unterliga mehr rentieren. „Weil Dölsach aller Voraussicht nach aufsteigt, hätten wir dann vier Derbys mit größeren Einnahmen. In der Kärntner Liga würden uns lange Fahrten zu Auswärtsspielen im Lavanttal erwarten. Das ist doppelt schwierig, weil wir viele Spieler haben, die in Innsbruck studieren und am Montag dann nicht ihren Unipflichten nachgehen könnten“, so Idl. Auch das neue Stadion ist noch nicht ganz fertig.

Bei einem drohenden Abstieg hätte Nußdorf den Aufstieg laut Idl aber abgenommen. Nun steht Admira Villach vor dem Sprung in die nächsthöhere Spielklasse. Durch die Entscheidung der Hanser-Elf mischt plötzlich aber ein anderer Osttiroler Verein im Rennen um den Titel mit. Thal/Assling fehlen noch drei Spiele – darunter das direkte Duell gegen Villach. Werden die Spiele nachgeholt und siegt Assling im Spitzenspiel, könnte das Team von Ibel Alempic an der Spitze landen und aufsteigen. „Sollte uns das wirklich gelingen, würden wir natürlich nicht verzichten und wären bereit, aufzusteigen“, betont Sektionsleiter Michael Jungmann. Für die Zukunft schließt auch Nußdorf-Debant nicht aus: „Sollten wir in zwei Jahren wieder an der Spitze stehen, würden wir anders entscheiden.“

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

2 Postings

osolemio

Traurige Entscheidung für den Fussball in Osttirol. Wann wenn nicht jetzt ist die Mannschaft aus Debant reif für die Liga (natürlich mit 1-2 Verstärkungen). Unterwurzacher (22 Jahre), Suntinger (33), Klancar (36), Tagger (32), Infeld (29), Jeller Denis (29), Simic Aleks (28), Brandstätter (27), Neunhäuserer (24), Sporer (24), Simic D. (23), Jeller T. (23), Brandner (22), Eder L. (21), Eder D. (20), Zeiner (19), Gomig (18), Müller (17). Herr Idl kennt vielleicht seine Spieler nicht genau, aber im Vergleich mit den anderen Osttiroler Unterliga Mannschaften im Altersdurchschnitt die älteste Mannschaft.

 
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Motre

Eine mutige Entscheidung und gut begründet. Wir freuen uns auf zwei weitere Derbys in der nächsten Saison. Ich wünsche der jungen Mannschaft alles Gute für die kommende Meisterschaft!

 
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