Der Krampus bleibt auch in diesem Jahr daheim

Kein Glockengeläut, keine Umzüge – dunkle Zeiten für die düsteren Gestalten.

Zwei Jahre ist es mittlerweile her, da haben in Osttirol noch die Krampusse Angst und Schrecken verbreitet. Jahrelang waren sie die Einzigen im Bezirk, die Maske trugen. Schon im Vorjahr war wegen der Pandemie kein Glockengeläut zu hören. Die ersehnte Rückkehr der düsteren Gestalten wird es aber auch heuer nicht geben – es droht ein bundesweiter Lockdown. Bis zuletzt hegten die Osttiroler Krampusvereine die Hoffnung, endlich wieder „ausrücken“ zu dürfen.

Daniel Lugger, Obmann der großen Krampusfamilie der Nikolaus- und Krampusgruppe Moarfeld, ist konsterniert: „Bis vor kurzem waren wir noch guter Dinge. Jetzt wissen wir, dass heuer nichts durchführbar sein wird.“ Die Truppe hatte bereits ein fertiges Konzept und wollte damit Anfang Dezember durch Patriasdorf ziehen. Der Haken dabei: Damals galt noch die 3G-Regel, der bekanntlich ein G gestutzt wurde. Trotz Absperrung sei die Abwicklung nahezu unmöglich, so Lugger. Zuletzt dachte er auch an Hausbesuche im kleinen Kreis: „Das wird es bei uns aber auch nicht geben, das Risiko ist zu groß.“

Wegen der strengen Corona-Regeln sind Umzüge oder „Tischziachn“ – wie hier in Thurn – praktisch nicht durchführbar. Foto: Brunner Images

Auch in Nußdorf-Debant und Thurn bleiben die Krampusse daheim. „Das hat sich erübrigt. Wir haben nun alles abgesagt“, berichtet Christian Infeld vom Verein in Nußdorf-Debant. In Thurn fällt das beliebte „Tischziagn“ aus, berichtet der Krampusverein aus dem Sonnendorf. Auch Marco Gander von den „Bergtoifln“, die ebenfalls in Thurn ihr Unwesen treiben, bestätigt: „Heuer wird es ruhig bleiben.“ Auch in den anderen Gemeinden wird man den Krampus nicht antreffen. Und darüber, was während der Klaubauf-Zeit in Matrei passiert, spricht man sowieso nicht – so will es das Gesetz.


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