Gesundheitsdirektor Pollak nicht mehr im Amt

Es kriselt im Tiroler Covid-Krisenmanagement. Theresa Geley übernimmt interimistisch.

Tirols Gesundheitsdirektor Thomas Pollak ist nicht mehr im Amt. Dies teilte das Land am Donnerstag mit. Zuvor war in Medienberichten von einer Abberufung Pollaks unter anderem wegen interner Streitigkeiten in der Gesundheitsdirektion hinsichtlich der Abwicklung des Corona-Krisenmanagements und Differenzen mit Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) die Rede gewesen. Das Land wollte dies auf APA-Anfrage nicht bestätigen, genauere Gründe für den Abgang wurden nicht angegeben.

Ein Dreivierteljahr nach seiner Berufung als Tiroler Landesgesundheitsdirektor nimmt Thomas Pollak den Hut. khsj/Claudia Egger

Pollak, der seit 1. Februar im Amt ist, werde mit 1. Jänner in die landeseigenen tirol kliniken zurückkehren und dort „die Geschäftsführung in medizinisch-strategischen und betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten unterstützen“, hieß es. Vorerst übernimmt die Ärztin sowie langjährige Mitarbeiterin im Gesundheitswesen des Landes, Theresa Geley, die Position interimistisch. Sie bringe viel Erfahrung im Bereich Prozess-, Projekt- und Qualitätsmanagement mit und war zuletzt Mitarbeiterin im Büro von Gesundheitslandesrätin Leja, so das Land. Die Stelle des Landesgesundheitsdirektors werde neu ausgeschrieben und so rasch wie möglich nachbesetzt.

Die Gesundheitsdirektion war im Zuge der Aufarbeitung der Causa Ischgl installiert worden. Der Schritt basierte auf Empfehlungen der Ischgl-Untersuchungskommission rund um Ex-OGH-Vizepräsident Ronald Rohrer.

Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger sah in Pollak indes ein „politisches Bauernopfer“ und nahm Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) ins Visier. Platters Corona-Krisenmanagement sei gescheitert, es brauche eine „komplette personelle Neuaufstellung“, forderte Abwerzger in einer Aussendung und verlangte auch den Abgang des Leiters der Abteilung Krisen- und Katastrophenmanagement des Landes, Elmar Rizzoli. Die „Plattersche Freunderlwirtschaft“ müsse ein Ende haben.


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