Stichwahl in Ainet: Staller gegen Steinbrugger

Vor der einzigen Stichwahl in Osttirol steigt die Spannung. Wer folgt auf Karl Poppeller?

In 31 Tiroler Gemeinden ist die Entscheidung über den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin noch nicht gefallen, im Bezirk Lienz gibt es am kommenden Sonntag nur eine Stichwahl. Gemunkelt wurde über eine „zweite Runde“ in Lienz, Assling und Ainet, doch im Oberland und auch in der Bezirkshauptstadt fiel die Entscheidung schon am ersten Wahltag. Der Blick richtet sich am 13. März daher auf Ainet, wo die Namen Alexander Steinbrugger und Berta Staller auf dem Stimmzettel stehen.

Alexander Steinbrugger hat die Bürgermeisterliste von Karl Poppeller übernommen und muss in die Stichwahl. Foto: Privat

Nachdem Bürgermeister Karl Poppeller nicht mehr kandidierte, brachten sich gleich drei Kandidat:innen mit ihren Listen in Stellung. Poppellers Liste „Gemeinsam für Ainet“ hat bei der Wahl am 27. Februar neben ihrem Kopf auch die absolute Mehrheit im Gemeinderat verloren. Nachfolger Alexander Steinbrugger holte fünf der elf Mandate und ist angesichts der neuen Situation zufrieden: „Das ist nicht schlecht bei drei Listen, wir sind zufrieden.“

In der Bürgermeisterfrage überflügelte allerdings Berta Staller Poppellers Nachfolger. Mit 47,60 Prozent lag sie beim ersten Urnengang vor Steinbrugger, der 39,46 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinte. Stallers Liste „Ainet aktiv“ wird künftig auf vier Sesseln im Gemeinderat Platz nehmen und hat damit das Wunschziel erreicht, so Staller: „Nachdem unser Ersatzmitglied Kai Putzhuber eine eigene Liste gegründet hat, war der Sprung von drei auf vier Sitze unser Ziel und das haben wir erreicht.“ Putzhuber hatte in der Bürgermeisterwahl das Nachsehen, gemeinsam mit Andreas Gander wird er aber für die junge Liste „Zukunft Ainet“ in der Dorfstube sitzen. Steinbrugger und Staller freuen sich auf den frischen Wind.

Berta Staller hatte im ersten Durchgang die Nase vorn. Foto: Staller

Begrüßen würde sie die jungen Gemeinderäte am liebsten vom Bürgermeistersessel. Damit das gelingt, rückten beide Teams in den letzten Tagen erneut aus. „Vormittags haben wir Hilfsgüter für die Ukraine gesammelt und am Nachmittag sind wir um die Häuser gezogen“, erzählt Staller. Den Wahlkampf empfindet sie als „feine Zeit“, Steinbrugger berichtet von „intensiven Wochen“. Mit einer Stichwahl hat Staller schon im Vorhinein gerechnet, sie hatte aber auch Putzhuber auf dem Zettel: „Er ist sehr beliebt und engagiert. Ich habe ihm mehr zugetraut.“

Das hat auch der Moderator so gesehen. „Wir haben unsere Ziele erreicht, es gibt keine Absolute und die Jungen sind dabei. Das Abschneiden bei der Bürgermeisterwahl war doch etwas überraschend, aber wohl auch meinem Alter geschuldet“, sagt Putzhuber. Für die Stichwahl will er keine Empfehlung abgeben. „Ich weiß, wen ich wählen werde“, scherzt Steinbrugger, der weiß, „dass sich die Leute schon ihre Gedanken machen werden.“ Auch seine Gegnerin lässt sich keine Prognosen entlocken: „Alles ist möglich.“


Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2022 Osttirol

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz Journalismus und Public Relations. Er ist Reporter mit Leib und Seele, am liebsten mit Mikrophon und Kamera unterwegs und leitet das Sportressort bei Dolomitenstadt.

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