Günther Platter geht. Tirol vor Neuwahlen.

Anton Mattle wird zum Nachfolger vorgeschlagen. Landtagswahl soll auf Herbst vorverlegt werden.

Eine Ära geht zu Ende: Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) will sich nach 14 Jahren im Amt zurückziehen. ÖVP-Parteikreise bestätigten der APA am Sonntagabend einen Bericht der Online-Ausgabe der „Tiroler Tageszeitung“. Die für 2023 angesetzte Landtagswahl soll auf Herbst vorverlegt werden. Bis dahin will Platter im Amt bleiben.

Beim Landesparteivorstand am Montag will der 68-jährige Platter den Parteigranden Wirtschaftslandesrat Anton Mattle als seinen Nachfolger vorschlagen. Die Volkspartei will somit mit dem ehemaligen Bürgermeister von Galtür in die Wahl gehen. Der 59-Jährige war erst im vergangenen Jahr in die Landesregierung berufen worden.

Die Personalie will die ÖVP am Montag in einer Pressekonferenz nach dem Parteivorstand bekanntgeben, hieß es. Für eine avisierte Neuwahl im September oder Oktober wäre noch vor dem Sommer ein Landtagsbeschluss erforderlich. Die nächsten regulären Landtagssitzungen finden Anfang Juli statt.

Was hat Günther Platter zu seinem für viele überraschenden Rückzug bewegt? Noch wird darüber spekuliert. Foto: APA

Der Schritt Platters dürfte auch für die Bundespartei überraschend gekommen sein. Auf APA-Anfrage gab es Sonntagabend vorerst keine Reaktion. In den vergangenen Monaten hat es immer wieder vereinzelte Spekulationen über eine vorgezogene Wahl gegeben. Diese wurden von Platter und den Seinen allerdings stets dementiert, zuletzt diese Woche von Bildungslandesrätin Beate Palfrader, einer engen Vertrauten des Landeschefs, im APA-Interview.

Im Falle einer Neuwahl war zudem davon ausgegangen worden, dass Platter selbst in die Offensive gehen und erneut als Spitzenkandidat ins Rennen geht. Im vergangenen Jahr hatte der frühere Innen- und Verteidigungsminister im Zuge einer Regierungsumbildung erklärt, noch einmal für die ÖVP als Frontmann die Wahl zu schlagen. Ein Umdenken in Platters Überlegungen dürften einerseits wohl die personellen Rochaden beim Koalitionspartner Grüne und vor allem interne, konstant schlechte Umfragewerte gegeben haben.

Die Grünen hatten erst am Samstag eine wichtige Weichenstellung vollzogen. Klubobmann Gebi Mair wurde bei einer Landesversammlung zum Landtagswahl-Spitzenkandidaten gekürt. Er gewann gegen Soziallandesrätin Gabriele Fischer, die für einen eher konzilianten und sachlicheren Kurs gegenüber dem Koalitionspartner steht. Auch inhaltlich und atmosphärisch taten sich zuletzt etliche Gräben auf. Etwa nach einem grünen Vorstoß für eine generelle Temporeduktion auf den Straßen. Eine entsprechende Stellungnahme zur StVO-Novelle war offenbar mit der ÖVP nicht abgestimmt.

Mair zeigte sich Sonntagabend vom Schritt Platters „nicht überrascht“, wie er auf Twitter erklärte. Er habe bei seiner Rede auf der grünen Landesversammlung am Samstag „bewusst die Stabilität in den Mittelpunkt“ gestellt. Stabile politische Verhältnisse, das Vorantreiben der Energiewende, der Kampf gegen die Teuerung und für Transparenz seien gerade das „um und auf“ – „und das erwarten sich die Tiroler*innen zu recht“. „Selbst dann, wenn in der ÖVP gerade viele Vorgänge mit unbekanntem Ausgang stattfinden. Ich führe dazu aktuell Gespräche mit den Parteien“, schloss Mair.

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15 Postings

c.haplin

Das Feuer ist erloschen und er war noch nie platter, der Landeshauptmann! Man kann allerdings davon ausgehen, dass mit dem Herrn Mattle das Feuer wieder entfacht wird... leider halt am Dach!

 
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karlheinz

Platter dürfte für sich das Richtige getan haben und hat somit auch Neuwahlen möglich gemacht. Bis zum Frühjahr, wo sowieso neu gewählt worden wäre, wird vermutlich die Wirtschaftslage noch schlechter werden, was für die ÖVP sicher kein Vorteil gewesen wäre. Ob so oder so, diese Partei wird "Federn lassen müssen". Ist auch gut so! Der "Grüne Abgang" wird ihn sicherlich auch schmerzen.

 
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aktuell

Günther Platter war kein schlechter Landeshauptmann. Er wollte sicher das Beste für Tirol, war aber dem Clubzwang der korrupten Wiener Partie ausgeliefert! Siehe Zwangserklärung für den "Häuptling" Kurz. Warum sollte er sich das weiter antun? Bei den jetzigen Zuständen kann man nur die Flucht empfehlen.

 
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    Franz Brugger

    @aktuell: 1) Platter war schon ein wesentlicher Steigbügelhalter für Kurz, er hat bestimmt und war nicht ausgeliefert.

    2) Er wollte mit Sicherheit IMMER das BESTE für seine Familie - adlerrunde, auch für den Rest fiel Einiges ab

    3) Er war einfach zu lange im Amt

     
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bergfex

Schnell wählen bevor es Ergebnisse vom U-Ausschuß gibt.

 
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Ceterum censeo

@osttirol20: Mit dem Kommentar zu LH Platters Rücktritt haben Sie eine passende Gelegenheit wahrgenommen, um mit dem hochgeschwungenen Knüppel dreinzuhauen, auf alles, was Ihnen zu Tirol - angefangen von erzkatholisch usw.- eingefallen ist und nicht passt. Mit Ihnen, und allen anderen "Schmäh-Postern" an der Landespitze, hätten wir in Tirol "goldene Jahre" erlebt.

 
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    bergfex

    Es ist aber sehr modern gewordenden den Nachfolger zu "bestimmen" ! Warum nicht normal wählen?

     
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      senf

      bergefex, auch wenn du es nicht kapierst: wem die parteien als spitzenkandidaten für die postition oder nachfolge des LH bestimmen oder intern festlegen ist doch ihre sache.

      du kannst dann bei den landtagswahlen deine kluge entscheidung treffen und damit mitwirken.

      viel spass!

       
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      SCHWARZER Hannes

      'bergefex', wie senf schreibt. Keine Panik, Du darfst schon noch Dein Kreuzl machen! Wie stellst Du Dir diesen Vorgang (Rücktritt, Nachfolger etc.) vor? Es ist doch so einfach: Günther geht, Günther will Toni als Nachfolger, ÖVP wählt Toni zum Nachfolger.......und dann wählen wir !!! - Was ist daran modern oder unmodern ? Und in Sachen Walser: noch hat jeder 'Nachfolger' nicht gewonnen, der zu früh aus der Deckung kam, da gab es auch 2 Osttiroler Beispiele in der Vergangenheit!

       
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Der Graukofler

Ich glaube, er hat sich mit der Zustimmung zum Impfpflichtgesetz so richtig verrannt.

 
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SCHWARZER Hannes

Fahren heute die Seilbahnen auf Halbmast ?

 
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    r.ingruber

    Wenn die Gondeln Trauer tragen.

     
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Omo

Platter spricht von einem Feuer, das nicht mehr brennt! Welches Feuer meint er damit? Bei ihm war sicher nie ein Feuer wahrzunehmen!

 
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    Post_ler

    Da MUSS Feuer gewesen sein. Wo sonst käme die verbrannte Erde her? Zerstörung und Asche, wohin man schaut!

     
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osttirol20

Juhuuuuuuuu - Er hat endlich einmal etwas richtig gemacht - der Günther ist Geschichte und Tirol hat nun einen weiteren erzkatholischen Landesfeiertag - "Günther Heimfahrt" jährlich gefeiert am 12.06. und finanziert aus Tourismuseinnahmen der tiefgefallen türkis-schwarzen N/ÖVP-Gastfreunde, selbstverständlich werden, um den EX-Landesvater und Alt-Landeshäuptling gebührend Dank für nichts zu zollen, unsere ausländischen Freunde durch eine Kurtaxenerhöhung von 250% zur Kasse gebeten

 
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