Baustart für das Hotelprojekt an der B100 in Lienz

Andreas Hofer-Straße bis zur Fertigstellung einspurig. Nichts Neues über die Kaufhauspläne der SES.

Mit einem beachtlichen Aufgebot an Topmanagement wurde am 18. August im Lienzer Ratsaal ein bereits bekanntes Hotelprojekt neuerlich vorgestellt.  Schon vor der Gemeinderatswahl im Frühjahr hatte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik auf die Baustelle für das Harry's Home-Hotel an der Tirolerstraße B100 geladen, nun fand am selben Ort wieder ein Fototermin statt, diesmal mit Bagger, weil ab 1. September mit dem Bau begonnen wird. Zuvor gab es eine kurze Medieninformation im Ratsaal in der Lienzer Liebburg. 

Die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik freut sich mit Harald Ultsch (harry’s home), Christoph Andexlinger (SES) und Martin Hellweger (Kronberg Immobilien) über den Beginn der Bauarbeiten an einem 170-Betten-Hotel an der Tirolerstraße B100 in Lienz. Foto: SES/Brunner Images

Konkret wird der Hotelbau vor allem Auswirkungen auf die Andreas-Hofer-Straße haben, die als Zubringer zur Baustelle dient und während der Bauzeit deshalb nur einspurig befahrbar sein wird. Die Bundesstraße soll von den Bauarbeiten weitgehend unbehelligt bleiben. Das gab SES-Geschäftsführer Christoph Andexlinger bekannt, der sich beim Pressegespräch einmal mehr keine genaueren Angaben zu den Plänen der Spar European Shopping Centers auf der gegenüberliegenden Straßenseite entlocken ließ. 

In Sachen „Kaufhaus“ sind sämtliche Botschaften bereits bekannt: Es wird ein wesentlich kleineres als das ursprünglich geplante Monsterprojekt kommen und die SES werde mit Augenmaß ihrem Slogan folgen, nämlich „pulsierende Lebensräume mit hoher Kundenrelevanz“ zu schaffen, versprach Andexlinger. Immerhin war ihm zu entlocken, dass die Tiefgarage nur nördlich der Straße und nicht wie ursprünglich geplant unter dem gesamten Areal gebaut wird. Die Bauteile 1 und 2, Kaufhaus und Hotel, werden völlig unabhängig voneinander realisiert.

Das Hotel hat 42 oberirdische Stellplätze und ist nicht auf die Tiefgarage angewiesen. Hotelbetreiber ist mit Harald Ultsch ein auf flexiblen 3-Stern-Komfort spezialisierter Familienunternehmer, der neben den Flagship-Häusern „Schwarzer Adler“ und „Adlers“ in Innsbruck vor allem modulartig buchbaren 3-Stern-Komfort für Business- und Urlaubsreisende anbietet und auf schmale Belegschaft setzt: „Das ist aktuell ein Vorteil“, meint Ultsch. Er rechnet mit 12 bis 13 Beschäftigten im neuen „harry's home Lienz“, das 85 Zimmer mit 170 Betten haben wird und im Frühjahr 2024 die Türen öffnen soll. 

Ebenfalls am Tisch im Ratsaal saß mit Martin Hellweger ein alter Bekannter, der 2016 als eine Art Vermittler zwischen den in Konkurs geschlitterten Eigentümern der Südtiroler HOBAG-Gruppe und dem neuen Grundstückseigentümer SES auftrat. Hellweger, ein aus Bruneck stammender Immobilien-Investor mit Büro in Berlin, klärte darüber auf, wie die Hotelinvestition exakt finanziert wird, was sich vermutlich am Ende auch in den Beteiligungsverhältnissen wiederspiegelt. 

Von den geplanten 17 Mio Euro Investitionsvolumen übernimmt SES die Hälfte, Hellwegers Firma Kronberg International ein Viertel und in das verbleibende Viertel investiert die steirische Ärztekammer mit ihrem Pensionsfonds. „Förderungen bekommen wir nach derzeitigem Stand keine“, erklärte Christoph Andexlinger auf Nachfrage. Nachsatz Martin Hellweger: „Vielleicht haben wir uns nicht ausreichend darum bemüht.“ Von 25.500 Euro Förderung der Stadt Lienz war nicht die Rede, obwohl dafür ein Gemeinderatsbeschluss vorliegt.

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik war auch bei der neuerlichen Vorstellung des Projekts voll des Lobes, erhielt dafür auch Komplimente von der Entwicklerseite, die immer wieder betonte, wie reibungslos und angenehm die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Lienz verlaufe. Mehrfach wurde von allen Seiten darauf verwiesen, wie wichtig zusätzliche Hotelbetten für Lienz und Osttirol seien. 

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe und Kommunikationswissenschafter arbeitete Jahrzehnte als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er mit seiner Familie im Jahr 2000 nach Lienz zurückkehrte und dort 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief.

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26 Postings

wolf_c

Hoffentlich werden da nicht wieder so viele wertvolle Bäume umgeschnitten wie das bis jetzt von den Ziviltechnikern und Bauträgern halt so praktiziert wird als Brauch von alters her. Die Baustellenplattmachung in unserer zuständigen Stadt ist in dieser Beziehung der Ausdruck einer wundervollen Barbarenkultur in vernichtender Brutalität.

 
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isnitwahr

13 Angestellte für 170 Betten, na dann...

 
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MagdaLe

Wenn man durch die Stadt spaziert, sieht man leere Geschäftsflächen, wohin man sieht. Besser wäre es wohl, den Stadtkern wieder zu beleben als ein Einkaufszentrum zu bauen! Ein EKZ wäre jetzt wohl wirklich das letzte, das Lienz jetzt braucht. Wichtiger wäre ein Veranstaltungssaal, aber darauf kann man vermutlich lange warten.

 
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    SCHWARZER Hannes

    Bitte wo siehst Du leere Geschäftsflächen? Sogar das alte Lokal vom Werkzeug Mair ist wieder besetzt! Ein Wechsel aus Pensionierungs-, oder sonstigen Gründen hat eben manchmal einen kurzfristigen Leerstand zur Folge, manchmal muss umgebaut werden (Max Kelller), manchmal ist's einfach zu teuer (Lauben) und manchmal muss man auch hinter die Kulissen schauen (HM Moser)! Ich sehe momentan 5 leere ( Messinggasse bis incl Hauptplatz) Lokale davon nur 1 von dem mir die weitere Verwendung (noch) nicht bekannt ist!

     
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      MagdaLe

      Als jemand, der als Auswärtsosttiroler vor Kurzem Heimaturlaub gemacht hat, sehe ich Lienz vielleicht mit anderen Augen. Und als ich so durch Lienz spaziert bin, ist mir halt viel Leerstand aufgefallen (meine persönliche Meinung) und deshalb denke ich nicht, dass Lienz ein Einkaufszentrum braucht. Wenn man die Muchargasse, Schweizergasse und alles unterm Hauptplatz ausblendet, geht's eigentlich eh mit dem Leerstand. Aber ich bleibe dabei: Ein Veranstaltungssaal an der Stelle würde der Stadt mehr nützen als ein Einkaufszentrum.

       
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      senf

      hannes, wenn das gegenwärtig stimmt, freut es mich fürs städchen. vielleicht haben doch einige über ihren mietwucher nachgedacht, der besonders bei den vergaben von verkaufslokalitäten an jungunternehmern ein großer hemmschuh war.

       
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    Migranten Kind

    Es kommt doch kein EKZ wie in Wörgl oder Schwaz hin . Die werden bestimmt den Spar hinverlegen , vielleicht an Hervis und ich hoffe auf Gastronomie Profis die Sonn und Feiertags geöffnet hat , weil sowas wie am Montag ( Feiertag ) ist eine zumutung für Gäste .

    Sonst sehe ich es genauso das die Geschäftsflächen gut vermietet sind . Messinggasse mit einen 24/7 Stadtmarkt Laden der in der Form einzigartig in Österreich ist . Schöner neuer moderner Friseur , jetzt no der Kosmetik und Maniküre Laden und alles viel hochwertiger wie zuvor . Wo der Edelsteine Laden war , müsste nur der Boden tiefergelegt werden , dann würde Deliziosa erweitern . Nachfrage ist da , es muss halt alles passen und das geht nicht von heute auf morgen . Hotel finde ich sehr gut , da so ein Konzept in Lienz fehlt .

    Ich hoffe das die Schweizergasse verändert wird , füt Auto und Radfahrer ist es zu eng , Bürgersteig mit Kinderwagen oder grössere Einkäufe a Hindernisstrecke . Würde Bürgersteig entfernen und eine Begegnungszone daraus machen , mit Pflanzen , Bänke und Fahhrad Abstellplätze . Das selbe mit der Muchargasse , des ist ja a Witz der Fussgänger ist gezwungen schnell durch zu gehen da der Bürgersteig viel zu eng ist . Begegnungszone daraus macheb und die zwei freien Läden finden schnell an Mieter .

     
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    wolf_c

    ''Besser wäre es wohl, den Stadtkern wieder zu beleben'' --- diesem edlen Ansinnen stehen robuste Verkehrsplaner bestärkt von bewußt ahnungslosen Politikern im Weg: der SCHLÜSSEL zu einer modernen Raumordnung ist der VERKEHR.

     
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ganga0815

wo werden die bh mitarbeiter in zukunft parken? ich habe das gefühl, dass die bh die einzige "firma" ist, die für ihre mitarbeiter und besucher viel zu wenig parkplätze hat.

 
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    Redcap

    Wessen Problem sollte das sein? Das „Problem“ löst sich vielleicht von alleine. Die Haltestellen sind vor der Türe, ich denke es ist in diesem Falle zumutbar, mit Öffis zur Arbeit zu fahren. Beschäftigte im öffentlichen Dienst fahren mit Öffis – wäre auch ein guter Werbeslogan?

     
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      senf

      öffis? das tun ja die meisten in der BH und am FA, der rest fährt vermutlich eh mit dem dienstaut von und zur arbeit :

       
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    chiller336

    nun zu der zeit wo die bh gebaut wurde, war der verkehr wohl ein bruchteil im verhältnis zu heute. ausserdem, wenn den bh angestellten versucht wird, die öffis schmackhaft zu machen - dann können auch die besucher die öffis benutzen - oder?

     
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steuerzahler

Nachdem schon so lange nichts gebaut wurde, vermute ich mal, daß nicht mal die Investoren sicher sind, daß ein Kaufhaus ein Erfolg wäre. Die Gemeinde sollte das Grundstück rückkaufen, eine Tiefgarage bauen und oben einen Park anlegen.

 
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    wolf_c

    . . . garage wie in Matrei wäre richtiger . . .

     
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      iwases@

      Der Lienzer Talboden ist eh schon sooo schiach! Aber die Matreier sind den Lienzern auf den Fersen. Mit ihren Lager- und Parktürmen verdrängen sie vielleicht bald den schiachsten Talboden Österreichs vom ersten Platz!

       
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Her Anonym

Wie lange steht diese Projekt und wie lange gibs das Projekt EKZ lächerlich!!!

 
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multi 1

Ohne Worte.

 
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so ist es vielleicht

Am Parkplatz reicht ein neuer Spar, mit tiefer Tiefgarage und darüber event. Büros oder Ordinationen o.ä.. Mehr brauchts nicht, die Stadt fluriert bestens ohne EKZ, hoffentlich versteht die Spargruppe und vorallem die Stadt Lienz das auch so!

 
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    wolfgangwien

    Dort braucht es gar nichts!

     
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      chiller336

      doch - ein media markt wär mal a echte neuerung für lienz .... auch wenns viele geschäftsleute nicht wollen. warum ausgerechnet ein spar markt hinterfrage ich hier mal - gibts doch nur wenige meter entfernt den spar in der defreggerstraße

       
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      le corbusier

      doch, bäume und vielleicht einen brunnen. pirkners harfenbrunnen wär noch zu haben, oder?

       
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      senf

      @le corbusier: Mit dem Bäumen hast du recht, aber Pirkners Harfenbrunnen gehört in den Schlosspark, oder am Weg dorthin. Am Sparareal würde eventuell eine kleine Teichlandschaft besser passen.

       
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      so ist es vielleicht

      @chiller: der Defreggerstraßen-Spar ist wahrlich nimmer zeitgemäß und würde wohl sicher verlegt werden, wenn schon Spar neu bauen möchte. Wichtig ist nur, dass keine neuen Ketten angesiedelt werden, die der Innenstadt Kaufkraft abziehen, denn so wie die Wirtschaft in Lienz floriert, sollte man gerade darauf sehr achten, denn sonst kann es ganz schnell einiges an Leerstand geben, was ja niemand (lt. ORF-Tirol Interview auch die Spargruppe nicht) will. Darauf muss die Fr. Bgm. sehr achten, denn noch kann man dies beeinflussen und steuern, hoffentlich ist ihr das klar. Denn wenn mal alles steht, sind Tatsachen geschaffen! Ich hätte ja damals den Thum-Parkplatz (im Besitz der Gemeinde) nicht verkauft, sondern wäre im Grundbuch geblieben, sodass man jetzt z.B. ein Stockwerk für den Eigenbedarf nutzen könnte, event. als Musikschule oder sogar als Stadtsaal!

       
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      achso

      Ihr glaubt wohl nicht, dass Spar das Grundstück gekauft hat um Bäume zu setzen oder einen Teich zu bauen? Auch Brunnen wird dort keiner stehen...

       
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      rebuh

      @achso, nein sicher nicht, aber ganz sicher deshalb, damit kein anderer lebensmittelkonzern dort zugreift!

       
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      achso

      @rebuh Ganz sicher sogar👍

       
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