Mit vereinten Kräften wurde das zehn Meter hohe Kreuz am Speikboden, dem Hausberg der St. Veiter, aufgestellt. Alle Fotos: Schützenkompanie St. Veit

Mit vereinten Kräften wurde das zehn Meter hohe Kreuz am Speikboden, dem Hausberg der St. Veiter, aufgestellt. Alle Fotos: Schützenkompanie St. Veit

Neues Gipfelkreuz für den St. Veiter Speikboden

Mit Hilfe von Spillwinden wurde das fast 1000 Kilogramm schwere Gipfelsymbol auf den Berg transportiert.

Gipfelkreuze wissen einiges zu erzählen, sie bescheren unzähligen Bergsteigern Glücksgefühle beim Erreichen ihres Zieles und trotzen Wind und Wetter auch an Tagen, an denen sich sonst niemand am Berg aufhalten möchte.

So auch das Gipfelkreuz am Speikboden in St. Veit im Defereggen: „1949 wurde das erste Kreuz auf dem Speikboden, dem Hausberg der St. Veiter errichtet“, weiß Michael Berger, Obmann der Schützenkompanie St. Veit zu erzählen. Damals wurde es von den Heimkehrern des 2. Weltkrieges errichtet –  aus Dankbarkeit, dass sie zurückkehren konnten und um ihrer gefallenen Kameraden zu erinnern.

Etwa drei Jahrzehnte später wurde das Kreuz von einem Sturm erfasst, abgeknickt und 1981 erneuert. Seither trotzte das Kreuz den Witterungen, jedoch machten ihm die Schneemassen im vorletzten Winter zu schaffen: Der Querbalken wurde abgedrückt und „es war einfach zu gefährlich, das Kreuz so zu belassen“, erklärt Berger.

Die Schützenkompanie der 630-Seelen-Gemeinde fühlte sich dafür verantwortlich, die Tradition der Heimkehrer weiterzuführen und entschied, ein neues Kreuz aufzustellen. „Wir orientierten uns dabei am Vorgängerkreuz: Eine zehn Meter hohe Holzkonstruktion, auf welcher Eisenkränze angebracht sind“, erzählt Berger. Damit ist das Kreuz eines der höchsten in Osttirol.

Der Beschluss, ein neues Kreuz aufzustellen, war schnell gefasst, der Transport hinauf auf den 2.632 Meter hohen Gipfel durchaus anspruchsvoll. Vielfach werden Gipfelkreuze heute mit dem Hubschrauber auf den Berg transportiert: „Das wäre auch gut gegangen, weil die Agrargemeinschaft aus diesem Gebiet ohnehin Schadholz ausfliegen ließ. Allerdings haben wir die Genehmigung, im Zuge dessen das Kreuz hinauffliegen zu lassen, von der Bezirkshauptmannschaft nicht bekommen“, so Berger.

„Aber Schützen mussten schon immer mit Widerständen kämpfen“, meint er pragmatisch und so packten 15 Kameraden der Kompanie mit an, um das fast 1000 Kilogramm schwere Gipfelkreuz in mehreren Teilen mit Hilfe von benzinbetriebenen Spillwinden nach oben zu transportieren. „Das war ziemlich aufwändig, weil wir immer nur hundert Meter vorankamen, dann das Material wieder umhängen und anders sichern mussten usw.“, kann Berger jetzt über die Strapazen lachen. Einen ganzen Tag arbeiteten sich die 15 Männer mit dem Gipfelkreuz die 800 Höhenmeter nach oben.

Die Mitglieder der Schützenkompanie St. Veit vor dem neu errichteten Kreuz.

Einige Tage später wurde das Kreuz dann schließlich am Gipfel zusammengebaut und aufgestellt. Nun strahlt es wieder in neuem Glanz und bildet ein lohnendes Ziel für Wanderer. Im Frühjahr soll das Gipfelkreuz im Rahmen einer Bergmesse feierlich eingeweiht werden.

Anna Maria Huber studiert in Innsbruck, schreibt nicht nur für dolomitenstadt.at sondern auch für die Straßenzeitung 20er und betreut unser Redaktionsbüro in der Landeshauptstadt. Annas Stärken sind penible Recherchen und die Fähigkeit, komplexe Inhalte in klare und verständliche Artikel zu verwandeln.

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iwases@

Interessante Musikunterlegung des St.Veiter-Reimmichl-Schützen-Videos: "Rainermarsch", DER Salbzburger Traditionsmarsch!

 
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    Kaffeesud

    man kann nur das spielen was man kann!

     
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Haberg21

Bravo Männer! Tolle Arbeit und der Transport und das Aufstellen auch mit Muskelkraft! Respekt! Ein schönes Gipfelkreuz!

 
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