Jugend plant Mobilität: Preis für #gemmason-Projekt

Der VCÖ zeichnete insgesamt vier Tiroler Einreichungen mit dem Österreichischen Mobilitätspreis aus.

Jedes Jahr vergibt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) einen Mobilitätspreis an Projekte, welche sich damit auseinandersetzen, wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen. In diesem Jahr stand der Ideenwettbewerb unter dem Motto „Verkehrswende umsetzen“. Insgesamt 384 Projekte wurden eingereicht, in 13 Kategorien hat eine Fachjury die Konzepte bewertet und prämiert.

Bundessieg für Vorarlberger Unternehmen

Gesamtsieger beim heurigen VCÖ-Mobilitätspreis ist die Julius Blum GmbH, die ein umfassendes Mobilitätskonzept umgesetzt hat. Ziel des Vorarlberger Unternehmens mit acht Standorten und 7.000 Mitarbeiter:innen ist es, den Anteil der Arbeitswege, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den Öffis zurückgelegt werden, von 38 auf 60 Prozent zu erhöhen.

Die Zwischenbilanz des Projektes kann sich sehen lassen: 420 Beschäftigte haben nun das Klimaticket Vorarlberg als Öffi-Jobticket statt eines Pkw-Abstellplatzes. Bereits 2.000 Beschäftigte haben ein Jobrad, bei dem der Firmenzuschuss steigt, wenn das ganze Jahr kein Pkw-Parkplatz beansprucht wird. Neue Beschäftigte erhalten im ersten Monat eine Monatskarte für den Öffentlichen Verkehr gratis. Wer umweltverträglich zur Arbeit kommt, wird mit Ecopoints belohnt, die für Gutscheine eingelöst werden können. Bereits 4.000 Beschäftigte erhalten Ecopoints.

Ulla Rasmussen (Geschäftsführerin VCÖ – Mobilität mit Zukunft), Vera Hofbauer (Sektionsleiterin BMK), Thomas Kranebitter (Raumschmiede), Elisa Wallensteiner (ARGE Vordenken für Osttirol), Silvia Kaupa-Götzl (Vorständin Österreichische Postbus AG) und Ulrich Herzog (Sektionsleiter im Sozialministerium). Foto: VCÖ/Schmid

Auszeichnung für #gemmason

Auch das Osttiroler Projekt „Jugendbeteiligung #gemmason Mobilitätsmonat“, welches im Rahmen von „Vordenken in Osttirol“ umgesetzt wurde, erhielt eine Auszeichnung. Die Projekt-Verantwortlichen Thomas Kranebitter und Elisa Wallensteiner nahmen in Wien den ersten Preis in der Kategorie „Generationengerechte, sozial inklusive, barrierefreie Mobilität“ entgegen.

Im Rahmen des Projektes hatten zehn Jugendliche im Juni die Möglichkeit, die unterschiedlichen Mobilitätsarten in der Region zu testen. Unterwegs waren sie mit Bus, Bahn, Gemeindemobil, Anrufsammeltaxi, zu Fuß, mit dem E-Scooter und dem E-Bike. „Wir haben jungen Menschen einen Experimentierraum geboten, um die Mobilität in Osttirol buchstäblich erfahren zu können“, freut sich AK-Leiter Wilfried Kollreider.

Die Jugendlichen haben dabei entdeckt, dass sie viel eigenständiger agieren können, wenn sie – anstatt jedes Mal einen Erwachsenen zu bitten, sie mit dem Auto zu bringen – beispielsweise mit dem E-Scooter den Berg hinunter zur Bushaltestelle fahren. Außerdem wünschen sie sich einen FLUGS in jeder Gemeinde sowie günstigere Öffi-Tickets. Die Anregungen der Jugendlichen werden im Herbst 2022 mit Expert:innen und der Bevölkerung weiter diskutiert.

VCÖ-Geschäftsführerin Ulla Rasmussen ist überzeugt, dass „die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in die Mobilitätsplanung sehr wichtig ist, denn nur sie wissen, wie sie sich in Zukunft bewegen möchten.“ Sie hoffe, dass dieses Projekt österreichweit Schule macht.

Neben der Osttiroler Initiative erhielten noch drei weitere Tiroler Projekte eine Auszeichnung: In der Kategorie „Energie- und Ressourcenschonung“ erzielte die Lebensmittelkette M-PREIS den ersten Platz, in der Kategorie „Raumgestaltung“ die Stadt Innsbruck mit der klimafitten Gestaltung von öffentlichen Plätzen und die Stadtwerke Kufstein entschieden mit dem E-Carsharing-Projekt „Beecar“ die Klasse „Mobility as a Service and Sharing“ für sich.

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