V.l.: Barbara Hassler (Felbertauern AG), Reinhard Lobenwein (INNOS), Philipp Schlemmer (RMO) Johann Kollreider (WKO) und Wilfried Kollreider (AK). Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

V.l.: Barbara Hassler (Felbertauern AG), Reinhard Lobenwein (INNOS), Philipp Schlemmer (RMO) Johann Kollreider (WKO) und Wilfried Kollreider (AK). Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Vordenker befragten abgewanderte Osttiroler:innen

60 Menschen haben einen Fragebogen beantwortet. Nun wurden die Ergebnisse präsentiert und Schlüsse gezogen.

Ausbildung und Beruf als Gründe für den Wegzug, eine hohe Heimatverbundenheit in der Ferne und Lust auf gemeinsames Netzwerken. Gemeinsam mit Umwelt- und Politikökonom Florian Bottner hat die Arbeitsgemeinschaft „Vordenken für Osttirol“ am Montag, 3. Juli, die Ergebnisse einer im Herbst durchgeführten Umfrage präsentiert.

Die Vordenker haben eine Datenbank angelegt und über eine Social Media-Kampagne mit den Kontakten von rund 200 abgewanderten Osttiroler:innen gefüllt. Die „Osttiroler:innen umadum“ hat Florian Bottner anschließend befragt und die Ergebnisse verarbeitet. Insgesamt haben 60 Personen den Fragebogen beantwortet, der Großteil von ihnen ist zwischen 35 und 64 Jahre alt und hat einen Hochschulabschluss.

„Die meisten Befragten nannten Ausbildung oder Job als Gründe für die Abwanderung. Der Großteil bleibt aber relativ nahe an der Region. Daraus resultiert ein hohes Interesse am Geschehen in der Heimat“, so der aus Limassol zugeschaltete Bottner. Die Ausbildungsmöglichkeiten würden hingegen bei einer möglichen Rückkehr eine untergeordnete Rolle spielen. Am Bezirk schätze das Gros der Befragten die intakte Natur und das Wohnumfeld.

Wilfried Kollreider leitet die Osttiroler Arbeiterkammer und will das Image des Bezirks aufpolieren.

„40 Prozent tendieren zu einer Rückkehr oder stufen diese zumindest als ‚eher wahrscheinlich‘ ein“, erklärt der Ökonom. Den Antworten wollen die Vordenker nun Rechnung tragen. „Wir müssen reagieren, damit Osttirol kein Altenheim Österreichs wird. Daraus können wir keine Innovation schöpfen“, warnt Wilfried Kollreider, Geschäftsführer der Arbeiterkammer im Bezirk. Er will Osttirol ein positives Image verleihen und dafür die Abgewanderten, aber auch die Menschen vor Ort ins Boot holen.

Wie Reinhard Lobenwein, Geschäftsführer der INNOS GmbH, erklärt, habe man sich in der Arbeitsgemeinschaft bereits auf konkrete Schritte geeinigt. So will man einen Antrag stellen, damit Osttirol künftig als MINT-Region gekennzeichnet wird. Außerdem ist geplant, mit den Schulen die Wissensvermittlung in den Bereichen IT und Digitalisierung zu forcieren. Ebenfalls auf der Wunschliste steht ein Studium mit Informatik-Schwerpunkt am Standort Lienz.

Auch die Abwanderung soll eingedämmt werden. Als erste Zielgruppe haben Lobenwein und Co. Beschäftigte aus dem Bereich Handwerk und Produktion auserkoren. „53 Prozent der Beschäftigen im Bezirk arbeiten in diesem Bereich. Wir sprechen hier von über 8.000 Menschen, deshalb müssen wir in diesem Bereich bereits bei der Ausbildung ansetzen“, so Lobenwein. Für die „Osttiroler:innen umadum“ wird am 28. Juli im Zuge des OLALA-Festivals ein Get-together organisiert.

Dolomitenstadt-Redakteur Roman Wagner studierte an der FH Joanneum in Graz und ist ein Reporter mit Leib und Seele. 2022 wurde Roman vom Fachmagazin Österreichs Journalist:in unter die Besten „30 unter 30“ gewählt.

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13 Postings

Vlad Tepes

Bei einer solchen Befragung sollte das gesamte Spektrum einer Bevölkerung abgebildet werden, nicht bloß Hochschulabgänger. Ein Großteil der Menschen, die das tägliche Leben einer Gesellschaft am Laufen halten werden hier nicht abgebildet, weil sie nicht in der Wahrnehmung der selbsternannten Vordenker vorkommen. Auch solche Menschen gehen viel "Auswärts" arbeiten und verlagern ihren Lebensmittelpunkt dorthin, weil Organisationen wie u.A. die WKO Lohndumping im Bezirk fördern. Unter der osttiroler Bevölkerung gibt es viele Ausgewanderte, welche keine akademische Bildung besitzen und doch enorm viel zum positiven Zusammenleben beitragen. Diese Leute müssen bei so einer Umfrage auch dargestellt werden, sonst wirkt sie spaltend und ist ohne echte Aussage.

 
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oschtirola

Ich finde es grundsätzlich nicht schlecht, wenn sich junge Menschen woanders mal die Hörner abschlagen und dann mit vielen Erfahrungen zurückkommen. Wichtig ist nur das es ausgeglichen ist, wieviele gehen und dann auch wieder kommen.

 
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Franz Brugger

"Außerdem ist geplant, mit den Schulen die Wissensvermittlung in den Bereichen IT und Digitalisierung zu forcieren. Ebenfalls auf der Wunschliste steht ein Studium mit Informatik-Schwerpunkt am Standort Lienz."

Schule getrimmt für die Wirtschaft? In VS streicht man Musikunterricht für "Tabletklasse". Zusätzlich - jede Schule wie HTL, HAK, Gymnasium - erhöht den Abgang der Jugend, weil eben nicht alle Abgänger einen Platz in der Osttiroler Wirtschaft finden. Eien Rolle spielt dann auch noch das niedrigere Lohnniveau (@WolfgangWien), vielleicht bessert sich das ein wenig.

Zuzüglern gefällt offensichtlich unsere Natur, unseren Jugendlichen gefällt das Rauskommen aus dem Bezirk, mehr Großstadt, Studentenleben, etc. Ich finde das gut so!

 
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andipaul

Ein vom Steuerzahler finanzierter Verein dem ein Pensionierter WKO Chef vorsteht anstatt einen jungen das Zepter zu übergeben, eine Studie die nur Geld kostet eigentlich nix bringt sauber.

 
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wolfgangwien

Entschuldigt bitte, aber ich hab jetzt überhaupt nicht verstanden, was diese Umfrage gebracht hat.

Man will in den Schulen die Abwanderung stoppen?

Man will Osttiroler zurückholen aber kein Altersheim werden?

Osttirol will jetzt plötzlich MINT Region werden?

Schöne Natur gibt es auch anderswo.

Ich glaube, dass man Menschen nur mit einem hohen Lohnniveau halten oder anlocken kann.

Aber das wird's nicht spielen!

Liebe Vordenker, genug gedacht.....

 
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zu guter Letzt

Das ist keine überraschende Erkenntnis, sondern statistisch belegt: Menschen verlassen ländliche Regionen wegen Job oder Ausbildung. Es ist zu wünschen und ich gehe davon aus, dass sich noch wesentliche Daten, die wirklich auf Osttirol abzielen, in dieser Umfrage offenbarten. Sicher wichtig: Im Bezirk ausgeschriebene öffentliche Stellen sollten unbedingt mit qualifizierten Heimkehrern besetzt werden, anstatt politische Gegengeschäfte zu bedienen. Adäquate, in der Region dringend benötigte Exil-Osttiroler könnten sonst nämlich abgeschreckt werden, sich in der Heimat zu bewerben.

 
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    senf

    @zu guter Letzt:

    a du bisch ma oana,

    "Im Bezirk ausgeschriebene öffentliche Stellen sollten unbedingt mit qualifizierten Heimkehrern besetzt werden ..." und die anderen werden dann wohl die neuen abwanderer.

    wie soll denn des gian, damit wa ma jo wieda beim alten muster, das du als "Gegengeschäfte" bezeichnest.

    teiflnoamolinne, a eignungstest, wettbewerb, chancengleichheit isch dann wohl fia di katz.

     
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      zu guter Letzt

      Google einfach qualifiziert und adäquat, dann hast du es!

       
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e-mission

den platz der abgewanderten ersetzen zur genüge andere.

 
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wolf_C

''Am Bezirk schätze das Gros der Befragten die intakte Natur und das Wohnumfeld.'' --- Intakte Natur kann wohl eher nit stimmen bei dieser Aufregung um die Schaf; und wohnen in einer Lärmhölle kann ich in GU zB kaum schlechter

 
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    karli8

    Eigentlich ignorier ich deine Antworten, da sie meist nur pure Polemik sind und mehr oder weniger abfällig über meine Heimat herziehen - Stichwort der hässlichste Talboden etc.. Es ist schon faszinierend wie blind man für die Schönheiten von Osttirol sein kann. Ich geb dir schon recht, dass wir Verkehrsprobleme haben - diese sind aber Vergleichbar mit anderen Regionen - mit dem Unterschied das man in Lienz nicht gewillt ist, etwas daran zu ändern.

    Unabhängig davon bietet bereits Lienz und seine umgebenden Gemeinden hervorragenden Lebensraum nahe an der Natur (dort kann man Zufuß oder mit dem Fahrrad in Minuten im freien Naturraum sein), ideal für Familien oder Menschen die das genießen wollen. Man kann bei uns auch abseits des Ballungsraums hervorragend Leben, dort noch etwas weiter weg vom urbanen und noch näher an der Natur. Man kann es sich schon etwas aussuchen, wie man es mag.

    Was man aber nicht kann ist bei jedem 2. Beitrag teilweise geschmacklose Kommentare über die Landschaft und/oder handelnde Personen abzuliefern. Wenn du kritisieren willst, dann liefer auch Lösungsvorschläge und Maßnahmen, wie man es besser machen kann. Damit wirst du viel mehr Erfolg haben und vl. etwas deinen Groll gegenüber Osttirol abbauen, wenn sich etwas (vl. von dir getriggert) zum positiven verändert.

     
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      Her Anonym

      Weil es ja keine Lösungsvorschläge gibt 🫠Diese Osttirol wo nur alte was zu sagen haben wollen ja den Pensionistenbezirk ... Was will denn ein Junger mensch hier gibt ja absolut nix in Lienz alles macht zu jeder alte raunzt wegen jeder kleinigkeit . Man darf ja nichtmal mehr nach 22:00 in der Zwergergasse drausen was trinken bei einem schönen sommertag weils den alten ja zu viel lärm ist.

       
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    senf

    intakte natur im bezirk muss wohl stimmen, andernfalls müsst ma ja unseren preisträgern für jahrzehntelange verdienste für und um den naturschutz die urkunden wegnemmen und zafetzn und das geld zruggefordern. und do triffts gor anige!

    also lieabs wolfele, tu in zukunft erscht no a nocht drüba schlofn, bevor du in dein eifa an so an schmarrn schreibsch.

    du wasch schun, wos i man?

     
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