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Kuhherde griff auch ein zweites Ehepaar an

Hergang des tödlichen Ereignisses in Oberlienz bleibt unklar. Update: Polizei sucht Zeugin mit Hund.

Nach der tödlichen Attacke auf eine 67-jährige Fußgängerin durch eine Kuhherde am Sonntag in einem Weidegebiet in Oberlienz in Osttirol ist der genaue Hergang des tragischen Unfalls vorerst weiter unklar gewesen. Der schwer verletzte 65-jährige Ehemann der Frau habe noch nicht befragt werden können, hieß es von der Polizei am Montag zur APA. Dies sei entscheidend, ansonsten gebe es keine Zeugen. Zu dem folgenschweren Angriff kam es auf einem Spazier- bzw. Wanderweg.

Das Weidegebiet war mit Schildern bzw. Warnhinweisen versehen, eine Einzäunung gab es dort nicht. Es befand sich eine mittlere, zweistellige Anzahl an Kühen in dem Bereich. Mehrere Bauern hatten sich dabei zusammengeschlossen. Den Weg benutzen regelmäßig Spaziergeher und Wanderer. Die einheimische 67-Jährige war noch an Ort und Stelle ihren schweren Verletzungen erlegen.

Der 65-Jährige befand sich unterdessen weiter in der Innsbrucker Klinik auf der Intensivstation. Es bestehe aber „keine akute Lebensgefahr“, sagte Kliniksprecher Johannes Schwamberger zur APA am Montag.

Drei Menschen wurden bereits zuvor von dieser Herde angegriffen

Kurz vor der tödlichen Attacke auf die Osttirolerin wurden drei weitere Personen von den Kühen dieser Herde attackiert. Das meldet die Polizei in einem aktuellen Bericht (Stand 18. Mai, 17.15 Uhr). Beim ersten Vorfall wurde ein 70-jähriger, schon lange in Österreich lebender Deutscher gegen 09:25 Uhr am Wanderweg im Weidegebiet von einer Kuh attackiert und zu Boden gestoßen. Er zog sich Verletzungen unbestimmten Grades zu und wurde im BKH Lienz ambulant behandelt. Die Anzeige über diesen Vorfall erstattete der Mann erst am 18. Mai vormittags.

Gegen Mittag – also unmittelbar vor dem tödlichen Ereignis – wurden ein Tierarzt und seine Frau von den Kühen umzingelt und von einer Kuh attackiert. „Das Glück war, dass die Kuh von uns abgelassen hat und der Herde wieder weiter gefolgt ist“, beschrieb er gegenüber dem ORF Tirol die Situation. Beide Ehepartner wurden laut Polizeimeldung bei diesem Vorfall unbestimmten Grades verletzt, meldeten diese Verletzungen jedoch erst heute, 18. Mai, am frühen Nachmittag bei der Polizei.

Laut Angaben des Tierarztes könnte die Herde, der auch Kälber angehörten, durch eine Spaziergängerin mit Hund aufgeschreckt worden sein. Die 67-jährige tödlich verunglückte Frau und ihr Ehemann hatten dagegen keinen Hund bei sich. Nach der Spaziergängerin sucht jetzt auch die Polizei. Es wird ausdrücklich betont, dass diese Frau „nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Vorfällen“ stehe, aber möglicherweise nähere Informationen liefern könnte. Sie wird deshalb ersucht, sich unter der Telefonnummer 059133 / 7230 zu melden.

Alpenverein erinnerte an Empfehlungen für Wanderer

Der österreichische Alpenverein (ÖAV) wies jedenfalls auf Empfehlungen hin, die vom Landwirtschaftsministerium, der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und dem Alpenverein erarbeitet worden waren. Demnach sollte etwa der Kontakt mit den Tieren - insbesondere wenn Hunde und Mutterkühe im Spiel sind - vermieden und stets Ruhe bewahrt werden. Hunde sollten immer an der kurzen Leine geführt und im Fall eines Angriffs sofort abgeleint werden. Bei Anzeichen einer unruhigen Herde sollte die Weidefläche zügig verlassen werden. ÖAV-Präsident Wolfgang Schnabl zeigte sich überzeugt, dass durch „umsichtiges Verhalten“ Konflikte vermieden werden können, denn „Wege zu verlegen oder durch Zäune abzutrennen wäre weder realistisch noch zielführend.“


Dieser Artikel wurde am 18. Mai um 17.30 Uhr aktualisiert.

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