Im vergangenen Herbst wurde für das Inntal zwischen Landeck und Erl eine regionale Klimaanalyse erstellt. Im heurigen Jahr wurde diese Analyse ausgeweitet, wodurch nun unter anderem auch für den Lienzer Talboden Ergebnisse vorliegen.
Datenbasis für Hitzeschutz
Grundlage der Untersuchung ist der Umstand, dass die Zahl der Hitzetage in Tirol in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen hat und besonders in den Talräumen immer mehr Menschen von der Hitzebelastung betroffen sind.
Die Regionalklimaanalyse soll nun eine fundierte Datengrundlage für die Fragen bieten, welche Gebiete besonders von Hitze betroffen und welche Bereiche für ein kühleres Siedlungsklima von zentraler Bedeutung sind. Auf diese Weise soll eine Ausgangsbasis für gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Hitze, für eine vorausschauende Raumplanung und für klimaangepasste Siedlungsräume geschaffen werden.
Starker Hitzestress in besiedelten Gebieten
Die Klimakarte für Lienz und Umgebung gibt einerseits über die wesentlichen Kaltluftleitbahnen Auskunft, über die kühle Frischluft in den Siedlungs- und Talraum gelangt, und informiert andererseits über die Wärmebelastung am Tag.
Die vonseiten des Landes darüber hinaus angekündigten Analysekarten mit Temperaturen in der Nacht werden derzeit noch nicht angezeigt.

Dabei zeigt sich deutlich, dass nahezu im gesamten Talkessel und insbesondere in den besiedelten Gebieten starker Hitzestress vorherrscht. Auffallend sind außerdem die großen, orange gefärbten Flächen zwischen Tristach und Amlach, nördlich der Kärntner Straße sowie rund um die Industriezone in der Peggetz. Punktuell erscheint auch extremer Hitzestress, wie beispielsweise in der Lienzer Innenstadt.

Deutlich für Abkühlung sorgen dagegen sowohl Drau als auch Isel sowie andere Grün- und Freiflächen. Auch die höheren und offeneren Randlangen sind erkennbar weniger belastet als das Zentrum. Kaltluft wird insbesondere von den umliegenden Bergen, wie dem Zettersfeld sowie dem Gebiet rund um den Rauchkofel, in den Talboden transportiert.

Information für Stakeholder und Bürger:innen
Aus Sicht von Raumordnungslandesrat Josef Geisler steht Stakeholdern nun „ein öffentlich zugängliches Werkzeug zur Verfügung, das dabei unterstützt, Bauprojekte klimawandelangepasst umzusetzen.“
Für Klimaschutzlandesrat René Zumtobel wird durch die Klimakarten ersichtlich, „wie stark versiegelte Flächen und dicht bebaute Gebiete sich an warmen Tagen erhitzen.“ Die Klimaanalyse sei zwar „insbesondere für Gemeinden und Planungsverbände sowie die Bauwirtschaft interessant, aber auch Privatpersonen erhalten durch die enorme Detailtiefe von 25 Quadratmetern interessante Einblicke“, so Zumtobel, der die Bürger:innen dazu einlädt, „sich von ihrem Wohnort online ein 'Hitzebild' zu machen.“
Die Klimakarte kann über das Tirol Rauminformationssystem tiris aufgerufen werden.
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