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Das Gros der häufig sehr bergtauglichen Osttiroler Pensionist:innen dürfte auch diesen Schwierigkeitsgrad schaffen. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Das Gros der häufig sehr bergtauglichen Osttiroler Pensionist:innen dürfte auch diesen Schwierigkeitsgrad schaffen. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Isellounge: „Nicht für Kinder und Pensionisten.“

Die Bürgermeisterin hätte sich eine größere Einbuchtung gewünscht. Noch keine Antwort auf die Kostenfrage.

Leicht hatte es die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik bei der Gemeinderatssitzung am 14. September wirklich nicht. Nach einer eher emotionslosen Abhandlung der offiziellen Tagesordnung führte beim Punkt „Allfälliges“ die lapidare – und nach wie vor unbeantwortete – Frage nach der Zusammensetzung der Lienzer Amerika-Delegation zu einem teilweise sehr persönlichen Schlagabtausch zwischen Elisabeth Blanik und Team Lienz-Mandatarin Ursula Strobl.

Dieses Streitgespräch war gerade abgeklungen, als Christl Lassnig von der Liste MFG die Isellounge als „Schandfleck“ bezeichnete und nach den Kosten für die Stadt fragte, „von der ersten Planung über die Umplanung bis zur Umsetzung“. Außerdem wollte Lassnig wissen, „für welche Zielgruppe das eigentlich gedacht ist, denn ältere Menschen können da unmöglich reingehen und Kinder sowieso nicht.“

Bürgermeisterin Elisabeth Blanik erklärt, für wen die neue „Sonnenlounge“ an der Isel gedacht ist. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

Elisabeth Blanik musste Lassnig bei den Kosten vertrösten, „das weiß ich nicht auswendig“ und versprach Aufklärung in der nächsten Sitzung. Dann ließ sie aufhorchen: „Die Zielgruppe waren tatsächlich nicht ältere Personen und Kinder, sondern die Personen, die in der Stadt arbeiten und Schüler aus höheren Klassen, die da zu Mittag unten sitzen und die Isel genießen können.“

SPÖ-Ersatzgemeinderat Alfred Luneschnig, selbst im Pensionsalter, outete sich dann als Nutzer der Lounge, forderte aber Stufen, weil „da braucht man Bergschuhe, um runterzukommen. Ich betrachte mich noch als fit genug, um da runterzurutschen oder raufzukrabbeln, aber jetzt im Herbst wird´s rutschig und dann geht es um die Haftung. Da gehören Stufen rein, und zwar jetzt.“

„Ich betrachte mich noch als fit genug, um da runterzurutschen oder raufzukrabbeln.“

SPÖ-Gemeinderat Alfred Luneschnig

Die Bürgermeisterin signalisierte in dieser Frage Gesprächsbereitschaft und „bei aller Wertschätzung Herr Gemeinderat, aber das war tatsächlich nicht für Pensionisten gedacht“. „Ich hab von den biologischen Alten gesprochen, nicht von den kalendarischen“, konterte der Arzt im fortgeschrittenen Alter.

„Ich kann damit leben, dass ganz viele die Sonnenlounge für einen Blödsinn halten. Ich hätte es nur gern größer gemacht. Oben ist ein Zaun, niemand wird gezwungen, sich reinzusetzen.“ Als daraufhin Ursula Strobl andeutete, das sei diskriminierend gegenüber älteren Bürgern, schließlich sollten doch alle gefahrlos die Lounge nutzen können, wies die Bürgermeisterin den Diskriminierungsvorwurf „auf das Schärfste“ zurück und drohte der Mandatarin: „Seien Sie vorsichtig mit solchen Aussagen“.

Den versöhnlichen Schlusspunkt setzte Luneschnig: „Die Nicht-Zielgruppe meldet sich noch einmal zu Wort. Ein paar Stufen und oben ein Schild 'Auf eigene Gefahr'. Punkt, fertig.“ Damit war die Sitzung geschlossen.

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

14 Postings

isnitwahr
vor 2 Stunden

Ich dachte zuerst, dass vergessen wurde, Ironie off einzufügen, aber das ist offensichtlich ihr Ernst. Also mein Vorschlag wäre, in Kooperation mit Berg- und Wasserrettung ein paar Kurse für Eltern mit Kindern und "patscherten" Pensionisten abzuhalten...Frau Bürgermeisterin, hier ist Kritik wohl verständlich, nicht nur, was Ihre Aussage betrifft, auch was die Lounge selbst betrifft, denn das ist keine Lounge, es ist eine steile Böschung mit Steinen und Bank, so schade. Die Visualisierung von Aberjung war perfekt!

 
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ruhigblut
vor 3 Stunden

...mal eine ganz andere Frage...kann man nicht durch ein paar Anpassungen den Mehrwert für alle erhöhen?...zum Bsp. weiter reingraben und etwas terassenförmiger gestalten? und wenn ja, was würde das kosten?...an sich finde ich die Idee ja gut, die Umsetzung ist allerdings etwas in die Hose gegangen wie`s aussieht......kann ja mal passieren........das jedoch alleine der Bürgermeisterin anzulasten ist auch dürftig, da haben ja ein "Haufen Experten" daran mitgewirkt....

 
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    Hannes Schwarzer
    vor einer Stunde

    Stimme vollkommen zu! Das Problem war in diesem Fall das Dazwischenquatschen der Osttirol Natur Damen und das Eingehen bzw. Verkleinern....man sollte halt doch besser auf die Profis hören.

     
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Nasowas
vor 3 Stunden

OHNE WORTE!!! Muss man sich das als Gemeindenürger eigentlich alles gefallen lassen? Man komnt sich eigentlich ziemlich VERHÖHNT vor, bei diesen wutentbrannten, bürgermeisterlichen Aussagen! Jetzt ist die kostspielige Isellounge für 2 Personengruppen nicht zugänglich, im Sommer werden die unter der Hitze leidenden älteren Menschen ins Mobilitätszentrum und in die Geschäfte geschickt, um sich dort abzukühlen... möchte wissen, was zB der "Take five" Inhaber sagen würde, wenn man auf Empfehlung von frau blanik, sich dort abkühlen möchte?!? Ist die Dame mittlerweile so abgehoben, dass sie meint, sie kann alle niederschreien und "verhöhnen"?

 
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Koal
vor 4 Stunden

Paradebeispiel unserer Stadtpolitik ! Viel Geld in "Gulli" (Isel) g'schmissn !!

 
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    Ist es so
    vor 2 Stunden

    Hier tatsächlich in die Isel, völlig sinnloser Umbau! Wenn man schon zur Isel will, dann kann man das jetzt eh bei der Schoßbrücke machen, zudem gefahrlos und bei Sandstrandfeeling. Zumindest wurde hier mal was Sinnvolles geschaffen, die Isellounge ist hingegen ein echter (finanzieller) Rohrkrepierer.

    Fr. Bgm., Sie und die Ihren überziehens zuletzt sehr arg mit manchen Beschlüssen. Ich hoffe mal, Sie treten nicht mehr an, das könnte nämlich plamabel werden, ich wähle Sie sicher nimmer. Zu lange an der Macht und alle ticken sie gleich, Abgehobenheit kommt auch vorm Fall...

     
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zu guter Letzt
vor 5 Stunden

Schandfleck ist das richtige Wort für das, was mit unseren Steuergeldern um jeden Preis durchgepresst wurde. Und das, obwohl die Sinnhaftigkeit und die Kosten immer wieder von anderen Fraktionen im Gemeinderat hinterfragt wurden. Reichen die 250.000 Euro denn überhaupt aus, oder sind es gar mehr geworden? Schade um das viele Geld. Stattdessen hätte man viel Sinnstiftendes für unsere Pensionisten und Kinder umsetzen können.

 
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Lukasser
vor 5 Stunden

beworben wurde diese steinansammlung mit einet visualisierung von aberjung. war sicher nicht gratis - eher kosten von 50.000 € (geschätzt). und jetzt dieses geplänkel wer da runtet darf ist reif für den fasching. das ganze würde als rampe für rafter passen, iselschwimmer, lebensmüde 🫤 mein vorschlag: entschuldigen, zaun durchgehend aufstellen und als zusätzliche absicherung gegen hochwasser betiteln. die leute vergessen eh viel!

zur gemeinderatssitzung: hut ab vor frau strobl. wie oft müssen unsere abgesandten noch abgesandt werden? und was tun unsere abgesandten 10 tage in amerika, dass wir das dringend finanzieren wollen?

 
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    wolfgangwien
    vor 5 Stunden

    so eine Visualisierung kostet nicht so viel. Ich würde max. € 1.500 dafür zahlen.

     
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      senf
      vor 18 Minuten

      du kennscht die oschttiroler marktpreise anscheindend nit :-) hast aber recht!

       
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karlheinz
vor 5 Stunden

Punkt fertig! So wird ein teurer Murks abgehandelt! Ein Zugang und auch ein Verweilen bei etwas Derartigem sollte wohl zumindest für jeden reiferen Alters gefahrlos möchlich sein. Oder??

 
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Shusha
vor 5 Stunden

Eine mit öffentlichen Mitteln geschaffene Anlage – aber bitte nicht für Kinder und Pensionisten? Diese Aussage muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Seit wann werden öffentliche Räume nach Altersgruppen gedacht, statt möglichst sicher und zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger gestaltet? Mindestens ebenso erstaunlich ist, dass auf die berechtigte Frage nach den Gesamtkosten von Planung, Umplanung und Umsetzung offenbar noch immer keine konkrete Zahl genannt werden kann. Bei einem öffentlichen Projekt sollte Transparenz über die Kosten keine lästige Nebensache sein, sondern eine Selbstverständlichkeit. Und Sätze wie „damit kann ich leben“ mögen persönlich selbstbewusst klingen. Von einer Stadtführung erwarte ich mir allerdings etwas anderes: Kritik ernst nehmen, Fragen beantworten und nachvollziehbar erklären, warum Steuergeld auf diese Weise eingesetzt wurde. Kinder, ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind keine lästigen „Nicht-Zielgruppen“. Sie gehören genauso zu dieser Stadt. Genau deshalb sollte öffentlicher Raum möglichst für ALLE da sein. Vielleicht wäre manchmal etwas weniger „damit kann ich leben“ und etwas mehr „dafür trage ich Verantwortung“ angebracht.

 
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Gertrude
vor 6 Stunden

Geldverschwendung par excellence!

 
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mischmaschin
vor 6 Stunden

Entschuldigung - das ist jetzt die Isellounge? Nicht dass ich mich irre - das ist das, wo von einem Designstudio ein Plan vorgestellt wurde in Ganzbeton, riesengroß und bis zum Fluss reichend? So hätte ich das in Erinnerung gehabt. Wenn das der klägliche Rest von dem ist, dann buaaaaaahahahaaaa. Was ist, wenn da jemand runter fällt, wo der Zaun offen ist?

 
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