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Das Weiße Haus wird die Lienzer Delegation vermutlich nur von außen sehen. Was genau auf dem Reiseprogramm steht, ist nicht bekannt. Foto: iStock/Lucky Photographer

Das Weiße Haus wird die Lienzer Delegation vermutlich nur von außen sehen. Was genau auf dem Reiseprogramm steht, ist nicht bekannt. Foto: iStock/Lucky Photographer

Lienz: Groteske um offizielle Amerikareise

Obwohl eine Delegation der Stadt am 16. September abfliegt, hält man sich mit konkreten Infos bedeckt.

„Wortgefecht“ ist fast schon untertrieben, wenn man den verbalen Schlagabtausch zwischen Ursula Strobl (Team Lienz) und Bürgermeisterin Elisabeth Blanik am Montag, 14. September, im Lienzer Gemeinderat beschreiben möchte.

Strobl wagte sich unter dem Tagesordnungspunkt „Allfälliges“ an ein offensichtliches Tabuthema und erkundigte sich bei Bürgermeisterin Elisabeth Blanik betont sachlich nach einigen Fakten rund um die geplante Amerikareise einer Lienzer Stadtdelegation. Wann diese Reise stattfinde, wollte die Mandatarin wissen und wer denn daran teilnehme?

Was sich dann als hochemotionales Streitgespräch zwischen Bürgermeisterin Elisabeth Blanik und Ursula Strobl entwickelte, mit gelegentlich auftretenden Nebendarstellern vorwiegend aus den Reihen der SPÖ, beschreibt man lieber nicht wörtlich.

Gemeinderätin Ursula Strobl von der Liste Team Lienz wollte wissen, wer in den nächsten Tagen Lienz in den USA repräsentieren wird. Sie erhielt darauf keine präzise Antwort. Foto: Dolomitenstadt/Pirkner

In der Sache kann man festhalten: Weder das Programm, noch die Zusammensetzung der Delegation oder die kalkulierten Kosten der nun stattfindenden USA-Reise wurden im Lienzer Gemeinderat oder über eine Medieninformation vorgestellt.

Selbst zwei Tage vor der Abreise war bei der Sitzung des Gemeinderats nicht zu erfahren, wer mitfliegt. Es seien zehn Personen, erklärte die Bürgermeisterin lapidar und verwies darauf, dass die Reisenden rund 1.600 Euro aus eigener Tasche für die Flüge bezahlen. Im Voranschlag der Stadt für das Jahr 2026 sind 60.000 Euro für diese Reise budgetiert. Weil das Budget einstimmig beschlossen wurde, sieht sich die Stadtführung auch nicht unter Rechtfertigungsdruck.

Gemeinderat Willi Lackner – der nach unseren Informationen auch nach Washington und Jackson Hole reisen wird – verwies auf einen Dolomitenstadt-Artikel vom vergangenen Dezember, in dem nachzulesen wäre, wer mitfliegt. Offizielle Infos hat unsere Redaktion allerdings auch schon damals keine erhalten.

Im Gegensatz zu bisherigen Reisen nach Jackson Hole – die Heimat des greisen ehemaligen Lienzer Skiidols Pepi Stiegler – wird diesmal neben der Rocky-Mountains-Metropole auch im entfernten Washington Station gemacht, weil dort in der österreichischen Botschaft eine von Historiker Martin Kofler kuratierte Fotoausstellung über Stiegler gezeigt wird. Zur Vernissage sollen – neben den angereisten Lienzer:innen – weitere 150 Gäste kommen.

Wen man in Washington und in Jackson Hole treffen werde und zu welchem Zweck wurde ebenfalls nie kommuniziert. Auf Strobls – sichtlich als provokant empfundene – Frage, nach dem Nutzen dieser Reise für Lienz, konterte die Bürgermeisterin mit dem Hinweis, dass man ja genauso nach dem Nutzen einer Partnerschaft mit Görz fragen könne und in Jackson zum Beispiel der Nationalpark ein Thema sei. Blanik betonte: „Das ist kein Urlaub. Das ist richtig Arbeit.“

Strobls Informationsdefizit wollte die Bürgermeisterin ebenfalls nicht auf die eigene Kappe nehmen: „Sie müssen mehr mit ihrem Fraktionsführer reden, der war über jeden Schritt informiert und hat sogar selbst überlegt, mitzufliegen.“

Besagter Fraktionsführer ist TVBO-Boss Franz Theurl, der aus gesundheitlichen Gründen bei dieser Sitzung abwesend war und sich vertreten ließ. Im Telefonat mit Dolomitenstadt zeichnet Theurl ein anderes Bild: „Das war für mich nie Thema. Ich habe schon im November klargestellt, dass ich nicht mitfliege.“ Auch vertiefende Infos über Programm und Teilnehmende an diesem Trip hat der Listenführer von Team Lienz nach eigenen Angaben nicht erhalten: „Ich weiß nur, dass die Bürgermeisterin mitfliegt.“

Und die anderen Fraktionen? Christl Lassnig von der MFG stieß in das selbe Horn wie Strobl: „Ich habe null Information bekommen und frage mich auch: Ist das noch zeitgemäß?“ Ganz anders Gerlinde Kieberl von den Grünen, die an die Ursprünge der Jackson-Verbindung erinnerte, die vom ehemaligen Englischlehrer Emil Erhart eingefädelt wurde. „Ich fühle mich meinem alten Lehrer gegenüber verpflichtet“, erklärt die Mandatarin der Grünen ihren Beweggrund für einen Flug über den großen Teich.

Gerhard Pirkner

Gerhard Pirkner ist Herausgeber und Chefredakteur von „Dolomitenstadt“. Der promovierte Politologe arbeitete als Kommunikationsberater in Salzburg, Wien und München, bevor er nach Lienz zurückkehrte und 2010 „Dolomitenstadt“ ins Leben rief. 2025 erhielt Pirkner für seine journalistische Arbeit den Walther-Rode-Preis. Mehr von Gerhard Pirkner

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16 Postings

Cogitat
vor 35 Minuten

Auf Nachfragen reagierscht die rote Frau emotional und ungehalten. Unglaublich, aber wahr! Die Quittung gibt es hoffentlach bei der Wohl.

 
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felix1960
vor 54 Minuten

und beim. nächsten Urnengang stürmen die Lemminge wieder das Wahllokal,vergessen die letzten 6 Jahre und alle Unzulänglichkeiten und geben ihre Stimme ihrem "Lisserl". Wobei man ihnen zugute halten muss, dass die Alternative, ÖVP ?, keine Alternative ist. Armes Lienz, sich zwischen Pest oder Cholera entscheiden zu müssen.

 
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Niemand
vor 2 Stunden

Und wieder mal Bürgerfernes Totalversagen, kennt man ja schon.

 
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Hindi
vor 2 Stunden

Ich denke durchaus, dass Lienz von Jackson Hole lernen kann. Beide Städte liegen in einer beeindruckenden Berg- und Naturlandschaft und leben stark vom Tourismus. Jackson Hole zeigt, wie sich eine Stadt konsequent als Tor zu einem Nationalpark positioniert und Natur, Ortsidentität, Handel, Gastronomie und Tourismus zu einem gemeinsamen Erlebnis verbindet.

Für Lienz wäre besonders interessant, wie der Nationalpark Hohe Tauern stärker mit der Stadt verknüpft werden kann, wie man Naturgäste in die Innenstadt bringt, die Aufenthaltsdauer erhöht und mehr regionale Wertschöpfung schafft. Auch bei Besucherlenkung, öffentlicher Mobilität und der Zusammenarbeit zwischen Stadt, Tourismus und Schutzgebiet könnte Jackson wertvolle Erfahrungen liefern.

Und Lienz kann ebenso aus den Problemen Jacksons lernen – etwa aus den hohen Immobilienpreisen und dem fehlenden Wohnraum für Einheimische und Beschäftigte.

Die Reise kann daher sehr wohl sinnvoll sein. Voraussetzung ist allerdings, dass konkrete Fragestellungen, Gesprächspartner und Ziele festgelegt wurden und danach transparent berichtet wird, welche Erkenntnisse Lienz gewonnen hat und welche Maßnahmen daraus tatsächlich umgesetzt werden. Denn nicht die Reise an sich schafft einen Mehrwert, sondern das, was anschließend daraus entsteht. Ich hoffe, dass wir auch davon hören werden.

 
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senf
vor 3 Stunden

Die Städnerpartnerschaft wurde 1971 gegründet. Sie lebte, doch erst 1986 erfolgte ein erster Gegenbesuch durch Huber, Lamprecht, Horwath und Panzl. Und sie sollte alle sechs Jahre im Austausch gepflegt werden, so der ehemalige BM Hiebler, woraufhin ein positiver Beschluss des GR erfolgte, zumindest einmal pro GR-Periobde Wyoming zu bereisen. Vbgm. Steiner bekräftigte diese Absicht, organisierte und ein weiterer Delegationsbesuch in die Partnerstadt folgte 2018.

Die heurige Reise wurde mehrheitlich befürwortet, ebenso der Kostenbeitrag dafür. Ein Antrag um Auflösung, Ruhigstellung oder gar Einschläfern der Partnerschaft wurde formal bisher sicher nicht eingebracht.

Erst ist man dagegen, dann zögert man, und am Ende kann man es sich gar nicht mehr anders vorstellen. Ist das etwa der Grund der Nachfrage von GR Frau Dr. Strobl?

 
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    Gertrude
    vor 2 Stunden

    Sie meinen sicher BM Hibler?

     
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Gagamel
vor 3 Stunden

Noch schnell eine Amerikareise.Bei den Politikumfragen wird es wohl die Letzte sein

 
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Ist es so
vor 3 Stunden

Alles so lächerlich, als ob es nichts Wichtigeres gäbe in der Politik, als auf Kosten der Steuerzahler herum zu fliegen. Noch dazu in die "trumpverseuchte" USA. Darf ich auch mitfliegen, um 1600,- gönne ich mir die Schwerstarbeit dort drüben gerne! 😄

 
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pizzi1014
vor 4 Stunden

Ja, so ist sie, die Frau Bürgermeisterin: Solange alles nach ihrem „Kopf“ geht, gibt sie sich freundlich, höflich und nett. Wenn allerdings auch nur das Kleinste nicht passt, zeigt sie schnell ihr „wahres Gesicht“. Dass es in der Lienzer Stadtpolitik so auffallend ruhig ist, dürfte wohl weniger an allgemeiner Harmonie liegen als vielmehr daran, dass eine echte Opposition – insbesondere seitens der ÖVP – praktisch nicht vorhanden ist. Was diese Reise betrifft, wird wohl im Nachhinein eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz notwendig sein. Vielleicht kann sich Frau Blanik dazu bei ihrem Koalitionspartner im Land, LH Mattle, erkundigen – dort weiß man schließlich, wie man solche Auskünfte möglichst lange hinauszögert.

 
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nachdenken
vor 4 Stunden

Die schlaflosen Nächte der Frau Kieberl, mit den Albträumen vom bedrohlichen CO2 Ausstoß der Flugzeuge, möcht ich nicht haben. Frau Kieberl, machen sie sich nichts draus. Es gibt genug andere Menschen, die sich von ihrer Partei das Fliegen verbieten haben lassen. In dem Sinne: Frohes Fliegen. In der Luft gibt es hinter ihnen eh ka Sintflut . 😉

 
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dolo1871
vor 4 Stunden

Ich denke man kann das alles über das IFG nach der Rückkehr erfragen. Aber viel wichtiger: Bitte bitte Emil Erhart (statt Erhard) richtig schreiben. Er hat mir Steno beigebracht und war wirklich einer der Lehrer am Gym, die mich menschlich beeindruckt haben.

 
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    Gerhard Pirkner
    vor 3 Stunden

    Sorry, hab´s ausgebessert! Emil Erhart hat versucht, auch mir Steno beizubringen. Mit mäßigem Erfolg.

     
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wolfgangwien
vor 4 Stunden

Ein tolles Betriebsklima im Lienzer Gemeinderat! So kann man es natürlich auch machen. Aber ziemlich kindisch, außer man hat etwas zu verbergen.

 
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mischmaschin
vor 4 Stunden

Da hat sie sich ja schon einiges abgeschaut von den Kollegen im Planungsverband, die Elisabeth...

 
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LaraLektora
vor 5 Stunden

Schade, dass das hier so "ausgefochten" wird. Ein offizieller Bericht über die Reise im Nachhinein sowie darüber was aus so einer Partnerschaft entstehen kann, würde sicher viele Bürgerinnen und Bürger interessieren. Natürlich wäre es auch schön im Vorhinein Eckpunkte zu erfahren. Vielleicht können die Stieglers jetzt jemanden nach Lienz schicken, um hier ein gescheites Ski- und Skischulzentrum aufzubauen ;)

 
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    wolfgangwien
    vor 4 Stunden

    Am Zettersfeld brauchst du kein Ski- und Skischulzentrum mehr aufbauen. Dort sind schon viele Luftschlösser zerplatzt. Die Infrastruktur ist dementsprechend rückständig.

    Jedes Jahr ein Zittern wann kommt der Schnee und kommt überhaupt einer.

    Dort ist Rückzug angesagt.

     
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