Blanik rechnet mit einer Stichwahl in Lienz

Lob für das politische Klima in Stadt und Talboden.

Der Wahlkampf nimmt langsam Fahrt auf, die Listen wurden zumindest in Lienz – teilweise schon mehrfach – den Medien präsentiert, gelegentlich werden auch schon Inhalte sichtbar und Prognosen abgegeben. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik rechnet in der Stadt mit einer Stichwahl gegen Meinhard Pargger: „Durch die Zahl der Bewerber ist das wahrscheinlich“. Neben ihr und Pargger bewerben sich auch Uwe Ladstädter und Josef Blasisker um den Bürgermeistersessel. Ein paar Tage Zeit bleiben noch für etwaige Überraschungskandidaten.

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Sechs der SpitzenkandidatInnen der SPÖ für die Gemeinderatswahl fanden sich zur PK im Gösserbräu ein, von links: Karl Zabernig, Jürgen Hanser, Siegfried Schatz, Elisabeth Blanik, Jeannette Mair und Wilhelm Lackner.

Für wenig wahrscheinlich halten Blanik und SPÖ-Stadtparteiobmann Siegfried Schatz eine neuerliche absolute Mehrheit der ÖVP im Lienzer Gemeinderat. „Das elfte Mandat fiel der ÖVP aufgrund der Wahlarithmetik sehr knapp zu, weil vor sechs Jahren LSL, Grüne und FPÖ Mandate verloren haben“, erläutert Schatz.

Man rechnet bei den Sozialdemokraten mit einem bunteren Stadtparlament, wobei die Bürgermeisterin betont, dass auch mit der VP-Mehrheit einiges machbar gewesen sei. „Die ÖVP hat relativ schnell umgeschwenkt, von totalem Widerstand auf ein vor allem in den Ausschüssen recht konstruktives Klima“. Manchmal mache die Arbeit mit den VP-Spitzen Zanon, Tagger, Pargger und Kashofer richtig Spaß, gab die Bürgermeisterin zu, die sich insgesamt mehr Mut zur Mitarbeit bei den Osttiroler GemeindebürgerInnen wünscht: „Alle Glücksforscher sind sich einig – etwas für andere zu tun, ist auch ein Beitrag zum eigenen Glück. Das gilt auch für die politische Mitgestaltung in der eigenen Gemeinde“.

Naturgemäß lang und rundum positiv fiel dann die Aufzählung der Leistungen aus, die sich die Bürgermeisterin – zumindest federführend – auf die eigene Fahne schreibt, von Ganztages-Kindergarten Eichholz über Bücherei, Urnenfriedhof, Jugendzentrum und schulischer Tagesbetreuung bis zur selbstständigen Leitstelle des Roten Kreuzes. „Fünf spannende umsetzungsstarke Jahre“ seien das gewesen, seit der gewonnenen Stichwahl gegen Hannes Hibler.

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Elisabeth Blanik zählt auf, was sie in den letzten fünf Jahren für Lienz geleistet hat, die voraussichtliche Neo-Gemeinderätin Jeannette Mair hört aufmerksam zu. Fotos: Dolomitenstadt/Pirkner

Mit Dolomitenbad, Mobilitätszentrum und Schulcampus bei der HTL seien große Projekte auf Schiene, andere sollen im Zuge einer umfassenden Bürgerbeteiligung und mit viel strategischer Planung auf Schiene gebracht werden. Blanik will verschiedene Stadtteile analysieren und dann Prioritäten setzen, wobei sich der Grafenanger und das RGO-Areal als Schwerpunkt abzeichnen.

Den Hauptplatz findet man auf der offiziell verteilten Themenliste nicht. „Was dort passiert, kann auch im Zuge der Bürgerbeteiligung diskutiert werden“, erklärt die Bürgermeisterin, die mit ihrer Rolle in den Gemeindeverbänden ebenfalls zufrieden ist. Im Planungsverband sei Sepp Mair, der dort vorsitzende Dölsacher Bürgermeister, ein guter Verbindungsmann zu den Umlandgemeinden und bei zwei weiteren wichtigen Verbänden gelte ein Pakt zwischen ihr und Andreas Köll, dem Matreier Bürgermeister. „Ich habe ihm gesagt, in der Stadt Lienz hab ich das Sagen und du von mir aus im Iseltal. Und in den Verbänden ist es auch so. Ich leite den Verband der Wohn- und Pflegeheime, er den Krankenhausverband. Dort bin ich zwar eingebunden, aber das BKH ist sein Part.“

Unten die vollständige SP-Liste für die Gemeinderatswahl 2016 zum Download. Auf Platz 15 findet sich ein Pensionist, der lange im Gremium saß und als Jurist wesentlich daran beteiligt war, dass die Bürgermeisterwahl 2010 vom Verfassungsgericht gekippt und anschließend die Stichwahl Hibler gegen Blanik wiederholt wurde: Gerwald Lentner.

SP-Wahlvorschlag_Gemeinderat

Gemeinderatswahlen 2016 Osttirol

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7 Postings bisher
fb vor 2 Jahren

Diese Frage könnte man quer durch alle Parteien stellen. Wieweit ein L-Abgeordneter als Fulltime Job gilt ist wohl nicht so erklärbar. Umgekehrt kann man ja nicht verlangen, dass z.Bsp. der Herr Mayerl seine GF-Tätigkeit beim Maschinenring ruhen lässt, wenn er jetzt Abgeordneter ist. Von weiteren Beispielen im Iseltal ganz zu schweigen...

In jedem Fall erscheint mir das Insider Posting ein gezieltes Anpatzen, doch leicht durchschaubar.

Insider vor 2 Jahren

Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, ob das eine gute Wahlwerbung ist, wenn die Frau Derzeit-Bürgermeister in Zeiten einer so hohen Arbeitslosenquote auch hier in Lienz bzw Osttirol noch dazu als Sozialdemokratin gleich zwei (bestbezahlte) Fulltime-Jobs hat. Zusätzlich könnte man noch das Argument einbringen, dass man 2 Vollzeitstellen ja nicht wirklich ordentlich ausüben kann...

skepsis vor 2 Jahren

Liebe Frau DI Blanik!

Da von "Bessawissa" dankenswerterweise der Zustand des Schleinitzweges erwähnt wurde, möchte ich Frau Bgm. auch bitten, den Teil nördl. der Hauptschule asfaltieren zu lassen.

Ich schreibe dies deshalb, da wir öfter mal vom Krankenhaus aus eine Runde mit dem Rollstuhl machen und dieser (zudem abschüssige) Bereich für den Rollstuhlfahrer unangenehm und schwierig zu bewältigen ist. Alleine schafft man das hier sowieso nicht, ganz zu schweigen vom Zustand im Winter. Vielleicht kann man dieses Teilstück ja mal schließen, am Geld sollte dies wohl nicht scheitern. Eventl. kann man das durch das heuer nicht notwendige Schneeräumen verbliebene Geld dafür verwenden, uns wäre damit sehr geholfen und das Geld wäre sinnvoll eingesetzt, danke!

Bessawissa vor 2 Jahren

Jetzt ist auch die GR-Kandidatenliste der SPÖ-Fraktion da. Schon bei der Erstpräsentatin gab es Kritik wegen der Häufung von Lok-Führern (gegen die ich persönlich nichts einzuwenden habe) auf den vorderen Plätzen. Mir fällt nun eine weitere Ungereimtheit auf: Im Wahlsprengel VS-Nord sind, von insgesamt 21 Listenplätzen, 9 (in Worten neun! Kandidatinnen und Kandidaten aus diesem Stadtteil - mit ca. 900 Wahlberechtigten - platziert. Was sagen die anderen ca. 9100 Wählerinnen und Wähler aus den anderen Stadtteilen dazu? Braucht die Frau Bürgermeisterin wirklich eine so große "Hausmacht" (sie wohnt im Sprengel VS-Nord) um bestehen zu können? Da frag ich mich schon, wer bei der SPÖ Lienz das Sagen hat.

Übrigens: Der Vielzahl an SPÖ-GR-Kandidaten sei aufgetragen, endlich für eine bessere Beleuchtung des Schleinitzweges, die Vorarbeiten wurden Ende 2015, (dank der jahrelangen Intervention von Bewohnern abgeschlossen), zu sorgen. Wenn die "dunkle" Zeitt vorbei ist, ist die Dringlichkeit nicht mehr so gegeben. Man fürchtet sich beim Heimgehen und eisig ist es auch. Die tüchtigen Leute vom Bauhof müssen nur den Auftrag bekommen. Dann gehts schnell! Am Geld für die Lampen wird`s hoffentlich nicht fehlen?

heinrich4 vor 2 Jahren

Nicht zu vergessen, zu loben wäre auch das politische Klima innerhalb der SPÖ. Gemeinderätinnen die für mehr Frauen usw. eintreten werden kurzer Hand hinaus komplementiert. Kritische Zeitgeister und Aufdecker in den eigenen Reihen kann man nicht ausstehen!

Gratulation Frau Blanik, ist das ihre Vorstellung von Gemeinschaft und Teamarbeit?

Der Pakt mit Köll ist genial. Köll hat sowohl im Krankenhaus, als auch im Wohn- u. Pflegeheim das Sagen. Köll mischt überall mit! Tolle Argumentation die eigene Mutlosigkeit zu umschreiben. „Macht braucht Kontrolle“, sind Slogans die nur in Wahlkampfzeiten für Sie Bedeutung haben! Ansonsten schwimmt man lieber im ÖVP-Sumpf mit.

Das Dolomitenbad wurde ohne jedwede Ausschreibung an Architekt Machne zur Planung vergeben, weil die ÖVP das so wollte. Wo war ihr Widerstand? Sie wollten doch gegen Freunderlwirtschaft und mehr Transparenz eintreten. Für den Urnenfriedhof hat es einen teuren Architektenwettbewerb gebraucht. Als Architektin hätte ich mir mehr Mumm und Fachkompetenz von ihnen erwartet.

Macki vor 2 Jahren

Ja, da musste ich auch schmunzeln. Und was man so hört liegt das an selbigen Mair Sepp. Die Begeisterung für ihn ist auch - abgesehen von Sturmfrisur Blanik - nicht weit verbreitet bei den anderen Bürgermeistern.

mischmaschin vor 2 Jahren

Ganz tief dürfte die Verbindung in die Umlandgemeinden wohl nicht sein, sonst müsste es geläufig sein, dass der Planungsverband nur beim Glasfaserkabel rührig ist - alles andere darbt mehr schlecht als dahin... Beispiel? - Flugplatz, Radwegverbindung nach Oberkärnten usw.