Die Schülerinnen der Fachrichtung Ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement kochten gemeinsam mit geflüchteten Frauen auf und servierten Spezialitäten der syrischen Küche. Fotos: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

Die Schülerinnen der Fachrichtung Ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement kochten gemeinsam mit geflüchteten Frauen auf und servierten Spezialitäten der syrischen Küche. Fotos: Dolomitenstadt/Unterwurzacher

LLA: Ein interkultureller Dialog in der Schulküche

„Grenzenlos kochen“: Lienzer Schülerinnen und geflüchtete Frauen kochen gemeinsam.

Der interkulturelle Dialog geht – wie so vieles – am besten durch den Magen. Auf diesen Gedanken könnte man kommen, wenn man einen Blick auf diverse Projekte wirft, die im Bezirk Lienz in den letzten Jahren über die Bühne, oder besser gesagt durch die Küche gegangen sind. Im Klösterle tischte unlängst die Integrationsklasse Speisen aus aller Welt auf, im Hotel Hinteregger in Matrei fanden 2016 mehrere kulinarische „Come togethers“ statt und auch in der Flüchtlingsunterkunft in Prägraten wurde schon gemeinsam gekocht.

Mit dem Projekt „grenzenlos kochen“, einer Kooperation der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz (LLA) mit den Vereinen „Mia helfen“, „Marjam“ und dem Freiwilligenzentrum Osttirol, reihte sich am Donnerstag, 12. April, auch die Schulküche der LLA in diese internationalen Küchen ein. Die Schülerinnen der Fachrichtung Ländliches Betriebs- und Haushaltsmanagement kochten gemeinsam mit geflüchteten Frauen aus arabischen Ländern, dem Iran und Afghanistan, ein Vier-Gänge-Menü der syrisch-arabischen Küche. Serviert wurden die Speisen an geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Bildung, außerdem einige Sponsoren und Förderer der Freiwilligenarbeit.

Neu an dem Projekt ist der Ansatz, die „Integrationsweiterbildung“ in der Form eines Kochkurses durchzuführen. „Wir wollen ja nicht nur eine Küche ausleihen, sondern gemeinsam voneinander lernen“, erklärt Elisabeth Schwarzenbrunner, eine der Initiatorinnen des Projekts. An insgesamt vier Nachmittagen – drei weitere sollen folgen – lernen so nicht nur die Schülerinnen der LLA die arabische, iranische und afghanische Küche kennen, sondern werden sich auch die geflüchteten Frauen mit der österreichischen Küche vertraut machen. Die Rezepte werden gesammelt und am Ende soll ein kleines Rezeptheft zusammengestellt werden. Der positive Nebeneffekt: Übers gemeinsame Kochen kommt man miteinander ins Gespräch.

Auch Direktor Markus Einhauer griff – kurz – zum Kochlöffel.

Geleitet wird der Kochkurs von Diätologin Marion Steiner-Binder und Fachlehrerin Monika Kollreider. Direktor Markus Einhauer freut sich besonders, dass die LLA, die ja durchaus eine Schule der Tradition sei, mit diesem Projekt einen Akzent setze und zu einem Platz für den Kontakt mit anderen Kulturen werde. „Das macht den Schulalltag abwechslungsreich und erweitert außerdem den kulinarischen Horizont.“ Nach den ersten vier Terminen, die in zweiwöchigem Abstand in diesem Schuljahr stattfinden, soll das Projekt evaluiert werden – und möglicherweise auch fortgesetzt. In welcher Form genau das passieren soll, müsse man allerdings noch diskutieren.

Bevor dann endlich Gemüsesuppe, Tabuleh mit Baba Ranug, gefüllte Weinblätter auf Lammfleisch und als Dessert Baklava mit arabischem Kaffee und Tee auf dem Tisch landeten, ergriff Hanin Alsaleh das Wort. Die junge Frau, die aus Syrien flüchtete und eine Kochlehre beim Tirolerhof in Dölsach absolviert, bedankte sich bei allen Beteiligten und schloss mit den Worten: „Integration klappt hier so gut.“

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