Nasibat und ihre Töchter empfinden Osttirol nach fünf Jahren als ihre Heimat. Die kleine Safia ist hier geboren. Fotos: Dolomitenstadt/Werlberger

Nasibat und ihre Töchter empfinden Osttirol nach fünf Jahren als ihre Heimat. Die kleine Safia ist hier geboren. Fotos: Dolomitenstadt/Werlberger

Die Magomedovs sind eine Bereicherung für Osttirol

Bereits nach einem Tag 1.800 Unterschriften unter die Petition für humanitäres Bleiberecht.

Welche Mutter von drei kleinen Mädchen würde nicht an den Rand des Wahnsinns gedrängt, wenn diese Kinder aus einer schönen, behüteten und friedvollen Umgebung in eine ihnen unbekannte, vom österreichischen Außenministerium ganz offiziell als „gefährlich“ eingestufte Gegenwelt „abgeschoben“ würden, begleitet von den Flüchen manches Exekutivbeamten und der Angst um das eigene Leben?

Nasibat Magomedov ist eine starke Frau und doch am Rand des Zusammenbruchs, weil sie spürt, dass ihre Welt einmal mehr zu kippen beginnt und diesmal in ein unausweichliches Unheil, das ihrer Familie für immer seinen Stempel aufdrücken könnte. Zuerst eine Schießerei in der alten Heimat und die Flucht vor Polizeiwillkür. Dann die Hoffnung in einer neuen Heimat, Osttirol, wo fünf Jahre lang alles gut zu gehen scheint, noch ein Töchterchen geboren wird, die Kinder brav lernen und freundliche Menschen den Magomedovs das Gefühl geben: Hier ist ein neues, gutes Zuhause, hier seid ihr willkommen.

Magomed Magomedov hat eine fixe Jobzusage in Osttirol. Die Familie könnte und würde für sich selbst sorgen.

Jetzt stehen Nasibat, ihre Töchter und ihr Mann Magomed vor dem Scherbenhaufen eines kurzen Glücks. Dabei waren und sind die Magomedovs nicht blauäugig. Sie wissen, dass ihre neue Heimat gesetzliche Regeln hat, die einzuhalten sind. „Das sind nun einmal unsere Gesetze“ – diesen Satz kennen die Magomedovs nur zu gut. Sie haben immer akzeptiert, dass es für Flüchtende und für Einwanderer  Rahmenbedingungen gibt. Deshalb sprechen sie Deutsch, deshalb sind ihre Kinder gut in der Schule, deshalb hat Magomed eine fixe Jobzusage und sich bereits um eine Wohnung gekümmert. Niemand müsste für diese Menschen sorgen, das machen sie schon selbst. Sie wären tüchtige neue BewohnerInnen Osttirols. Martha Achhorner, Betreuerin bei der Lebenshilfe, spricht die vier Worte aus, die treffender nicht sein könnten: „Sie sind eine Bereicherung.“

Wie bei jeder Baugenehmigung und jedem Gerichtsakt gibt der Gesetzgeber auch im Fremdenrecht der Interpretation Raum – Spielraum zur Beurteilung durch kundige Menschen. Wenn BeamtInnen bei der Auslegung von Gesetzen die gebotene Objektivität mit politisch geforderter Härte anreichern, dann entsteht das, was man einen „Härtefall“ nennt. Die Magomedovs sind so ein Härtefall. Da kann man als Beamter oder Beamtin, auch als Politiker oder Politikerin, mit der Achsel zucken. Man kann aber auch einmal gegen den Strom, den Mainstream schwimmen, kann einfach nur Mut, Anstand, Einfühlungsvermögen und Zivilcourage zeigen. Jeder kann das.

Die Gesellschaft würde zusammenbrechen, wenn es den Ermessensspielraum nicht gäbe. Ich kann die mieselsüchtigen Zeitungskommentare und stereotypen Sonntagsreden über den „Abwanderungsbezirk Osttirol“ nicht mehr hören ohne einen Würgereiz zu bekommen angesichts der bewussten oder unbewussten Ausklammerung der Wirklichkeit unserer globalisierten Welt. Osttirol schrumpft, weil wir keine Zuwanderer haben! Wir brauchen die Magomedovs genauso, wie sie uns! Sie sind eine Bereicherung für den Bezirk und wenn sie abgeschoben werden, nimmt man nicht nur dieser fünfköpfigen Familie jede Perspektive auf ein normales Leben, sondern auch unserem Bezirk die Chance, bunter, offener und reicher zu werden.

Es gibt viele Menschen im Bezirk, die diesen Zusammenhang erkennen und sich engagiert für die Magomedovs einsetzen. Das zeigt eindrucksvoll die Unterstützung der Online-Petition „Familie Magomedov muss bleiben“. Schon nach 24 Stunden hatten 1800 Menschen unterschrieben. Was immer mit dieser Familie in den nächsten Tagen passiert, wir sollten nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern gemeinsam das Thema „Zuwanderung“ jenseits von Xenophobie und Angstmacherei diskutieren. Wir brauchen Zuwanderer und deshalb ist es keine Gnade, Menschen in unseren Bezirk einzuladen. Es ist eine Chance auch für uns selbst – und höchste Zeit, das einmal offen auszusprechen.

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19 Postings bisher
steuerzahler vor 5 Monaten

Warum überträgt man die Entscheidung über den Aufenthalt nicht an die Bevölkerung der Gemeinde, die sie aufnehmen soll? Die Behörden haben ja offensichtlich versagt, denn 5 Jahre für eine Entscheidung, das ist einfach unbrauchbar. 5 Jahre in Ungewissheit, 5 Jahre unbescholten, Kinder, die in Österreich geboren wurden, usw., das ist ein erheblicher Teil des Lebens dieser Familie. Die haben sich das Bleiberecht inzwischen verdient. Andererseits werden Straftäter auf freien Fuß gesetzt und tauchen für immer unter, da ist einfach der Wurm drin...

Dreieck vor 5 Monaten

Lieber Leonhard, es ist nun aber doch interessant, dass diese Existenzängste bezüglich Zuwanderung sehr groß zu sein scheinen, während gleichzeitig schon jetzt jeder dritte Euro unseres Staatsbudgets in die Pensionen fließt und sich jeder anhand der rückläufigen Geburtszahlen ausrechnen kann, dass der Crash hier unvermeidbar bevorsteht. Auch wird in den nächsten 20 Jahren ein großer Teil an Arbeitsplätzen an die Automatisierung verloren gehen. Wieso gibt es da keine Existenzängste, keine Sondersendungen, keine Titelseiten im Boulevard? Unstrittig ist, dass übermäßige Zuwanderung mit einen großzügigen Sozialsystem nicht funktioniert, aber wie aufgezählt gibt es genügend andere Gründe, warum unser Sozialsystem so nicht mehr funktioniert. Dann gibt es noch amerikanische Großkonzerne, die 2% Steuern zahlen, wo jeder von uns 40%+ abliefern darf. Das wird als normal hingenommen, juckt im großen und ganzen niemanden. Für mich jedenfalls alles größere Probleme als ob jemand mit Kopftuch durch die Stadt spaziert oder ohne. Wieso reicht ein einziges emotional aufgeladenes Thema, um alles andere auszublenden?

senf vor 5 Monaten

entgegen den behauptungen hier im forum finde ich keine einziges posting, das den schluss zulässt, dass die familie magomedov abgeschoben werden sollte. auch die kritischen hinterfragungen ergeben dieses bild nicht, ganz im gegenteil, die einträge sind überwiegend sachlich formuliert und nach dem heutigen zeitgeist durchaus berechtigt. im raum steht die geschichtsversion von der familie. den beschluss der asylbehörde dürften jedoch auch noch andere argumente begründen.

„bestialische triebe, keine skrupel, zu viele menschen beharren auf abschiebung, beamte abschieben, willkürliche bescheide, zwangsdeportierung, soziopath bar jeder empathie, kritik und misstrauen, rechtsextreme fpö, entgleisung, nazi, …“ das ist auszugsweise die argumentationkette derjenigen, die sich hinter die kolportierte geschichte stellen.

ich meine - wie leonhard@ und messer@ - dass auch das humanitäre bleiberecht hier angewendet werden kann und soll, wenn die behörde ein solches in diesem fall doch noch erkennt.

mit dem versuch, in die o p f e r r o l l e zu schlüpfen, wie es der /die poster Pdl@ offensichtlich versucht, ist keinem geholfen. auch der erguss von vielen zitaten als begründung hilft nicht weiter. das ist reine taktik, denn so schulmeisterisch kann, und braucht man hier nicht diskutieren!

für mich verwunderlich ist die statistik der petition. dort haben bisher 8 % unterzeichnet, die keinen bezug zum anliegen haben und nur weniger als 1% würden es finanziell unterstützen. aber der initiator brugger wird uns das dann wohl aus seinem blickwinkel beleuchten 

auch senf@ zieht sich in diesem fall gänzlich zurück!

Sonnenstrahl vor 5 Monaten

Wie soll Frieden, Gerechtigkeit und Menschlichkeit entstehen, wenn innerhalb unserer kleinen, sicheren Welt, dem am Rande liegenden Osttirol so viel Kritiksucht und Misstrauen herrschen? Hier geht es um Menschen und ihr Bedürfnis nach Sicherheit! Und mit ein wenig Empathie lässt sich leicht nachfühlen, wie es wäre, selbst betroffen zu sein. Frieden und Gerechtigkeit fangen immer noch bei uns selbst an! Kein Gesetz kann uns aus unserer Verantwortung nehmen, nur wir selbst können wählen uns hinter Paragraphen und politischen Ideologien zu verstecken, uns in Widerstände zu verstricken oder unser Herz zu öffenen wider allem Gegenwind. Könnte vielleicht ein überraschend menschliches Ergebnis rauskommen! Vielleicht liegt unsere größte Angst ja darin, dass wir uns vor Überraschungen fürchten? Im Fall der Familie Magomedov bin ich im besten Sinne für Überraschungen offen!

Messer vor 5 Monaten

Die linksgrünen Gutmenschen waren auch schon mal toleranter. Inzwischen mündet die Diskussion dieser lieben Mitbürger fast schon in verbaler Gewalt. "PdL" und einige andere hier haben jede Legitimation für eine sachliche Diskussion verspielt. Interessant ist, dass solche Entgleisungen hier erscheinen dürfen, islamkritische Inhalte aber fast durchwegs der Zensur zum Opfer fallen. Da es sich indirekt auch um das Thema Islam handelt, sollte sowas niemals passieren, denn ein Chefredakteur ist nur dann ein guter Journalist, wenn er ohne ideologische Brille arbeitet.

    nufets vor 5 Monaten

    Mehr Toleranz für die Intoleranten? Ist das so gemeint?

    Franz Brugger vor 5 Monaten

    Wie verkehrt Sie argumentieren lässt sich schon aus "linksgrüne Gutmenschen" ersehen.

    Frage: Wären dan rechts-schwarz, türkis-braune "Schlecht - und (gar keine) Menschen mehr?

    Und, wie "Aufenthaltsrecht aus humanitären Gründen" mit dem Islam zusammenhängt? - Grandiose Logik!

    Was mich aber stört, nicht wundert: Unter Anonymität lässt's sich leicht schreiben und hinhauen - ach ja - als Messer hinstechen!

    PdL vor 5 Monaten

    @Messer

    Ad Entgleisung

    Nennen Sie mir bitte explizit, welcher Entgleisung Sie mich beschuldigen - vielleicht finde ich Zeit und kann darauf näher eingehen.

    Ad „Linksgrüne Gutmenschen“

    Als jemand, der fast 30 Jahre lang die Entwicklung der rechtsextremen FPÖ mit Sorge beobachtet, ist mir dieses Wording der FPÖ mehr als geläufig. Es tritt fast ausschließlich nur in rechtsextremen Kreisen auf.

    Ja, ich mache keinen Hehl daraus, dass ich justament diese Partei in die Pflicht nehme, denn gerade diese Partei schürt seit Jahrzehnten Hass gegen Minderheiten. Mal waren es die Juden (Entgleisungen gab es erst in jüngster Zeit - „Finanzjudentum“), ein anderes Mal waren es die Flüchtlinge (Belakowitsch-Jenewein: „[…] ob man nicht [die Flüchtlinge] vielleicht mit der Hercules-Maschine abschieben könnte, denn dann könnten sie da drinnen schreien, so laut sie wollen.“ und wieder ein anderes Mal sind es Menschen mit dunkler Hautfarbe (jüngstes Beispiel: entwürdigende Äußerungen von Frau DI Evelyn Achhorner, Frauenbeauftragte der FPÖ gegenüber die SPÖ-Vize-Bezirksvorsteherin Frau Dr. Mireille Ngosso: „Frau oder Mann?“)

    Die FPÖ hat mit steten menschenverachtenden Äußerungen gegenüber Flüchtlingen mitunter bestehende Probleme nie wirklich gelöst, sondern nur verschärft. Der Schweizer Philosoph Rolf Dobelli beschreibt diese Taktik recht schön: „Wie oft hat die Nazi-Führung das Wort „Judenfrage“ wiederholt, bis die Massen überzeugt waren, dass ein ernsthaftes Problem vorliegt?“

    So kann man das natürliche Mitgefühl von Menschen „wegzüchten“ und leider stehen viele Menschen hasserfüllt gegenüber Asylwerbern, als hätten sie per se etwas Schlimmes verbrochen.

    Diese Familie stellt kein Problem dar, wie es Herr Dr. Pirkner sehr ausführlich beschreibt und trotzdem beharren leider zu viele Menschen auf deren Abschiebung. Warum? Nur einfach so? Weil die Mutter ein Kopftuch trägt? Ist es das, was Ihnen Sorgen bereitet?

    Das österreichische Außenministerium schreibt:

    „Hohes Sicherheitsrisiko (Sicherheitsstufe 3) im Nordkaukasus und an der ukrainischen Grenze!

    Von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Dagestan, Tschetschenien, Inguschetien und Kabardino-Balkarien wird angesichts der dortigen prekären Sicherheitslage abgeraten. Ein von Tschetschenien ausgehendes erhöhtes Gefährdungspotential ist darüber hinaus auch im gesamten Nordkaukasus (Regionen Krasnodar und Stawropol, Republiken Adygeja, Karatschai-Tscherkessien, Nordossetien) gegeben.“

    Sie, @Messer, haben also keinen Skrupel eine bestens integrierte Familie mit Kindern in dieses Land abzuschieben und echauffieren sich darüber, dass man Dinge beim Namen nennt?

    Wer so wenig Mitgefühl gegenüber Kindern aufbringt, hat nun mal eine extrem verringerte Empathie und das definiert man ganz klassisch als soziopathologisches Verhalten.

    Wie meine Vorredner dies schon vorweg nehmen, räume ich ein, dass ich keine Toleranz für Intoleranz aufbringe.

    Und wenn Ihre Diktion „Linksgrüne Gutmenschen“ alle bezeichnen sollen, die sich für das Wohl von Mitmenschen einsetzen, dann trage ich diese Bezeichnung gerne wie einen Orden vorweg!

      chiller336 vor 5 Monaten

      ich nehm jetzt nur bezug auf ihre ständigen nazi andeutungen: guten morgen im heute - das ewiggestrige kannst getrost beiseite legen, denn des is schon so abgedroschen, dass es kaum mehr wer hören kann und will. es muss auch mal ruhe einkehren, oder soll das thema nazi uns jetzt für alle zukünftigen generationen begleiten? das einzige das stimmt, ist dass man sehr wohl daran denken sollte, aber diese "nazikeule" nicht bei jeder gelegenheit schwingen sollte

      PdL vor 5 Monaten

      @chiller336

      Es tut mir leid, wenn ich Sie damit behelligt habe.

      Ich wollte lediglich damit beschreiben, dass man das Mitgefühl für eine Gruppe von Menschen eliminieren kann, wenn man sie permanent schlecht macht. Rolf Dobellis Vergleich war naheliegender - sowohl temporär wie auch lokal - gerade im Zusammenhang mit dem Gedenkjahr 1938/2018. Sie können sich natürlich auch mit dem nicht so bekannten „blue eyes - brown eyes“ - Experiment von Jane Elliot aus dem Jahr 1970 auseinandersetzen.

      Ob meine Assoziation zu Rolf Dobellis Vergleich zu besagtem Regime durch die drohende Zwangsdeportation dieser Familie hervorgerufen wurde oder durch die „Gutmensch“-Titulierung, vermag ich nicht zu sagen.

      Wollen wir hoffen, dass das humanitäre Bleiberecht für diese Familie durchgesetzt werden kann, alles andere sind Befindlichkeiten, die lächerlich gering sind, zu den Sorgen und Ängsten dieser Familie, insbesondere derer Kinder - darin werden Sie mir sicherlich zustimmen.

      le corbusier vor 5 Monaten

      @chiller: ja genau, guten morgen im heute:

      - Strache und Gudenus beschuldigen Soros (und das Finanzjudentum der Ostküste) Migrationswellen nach Europa zu orchestrieren.

      - Strache beschuldigt Kern "brunnen zu vergiften". Seit dem Mittelalter wurde Juden und Jüdinnen vorgeworfen, "Brunnenvergifter" zu sein - Pogrome waren die Folge.

      - Burschenschafter singen fröhlich ihre Lieder: "...Gebt Gas...wir schaffen die 7. Million"

Leonhard vor 5 Monaten

Ja wissen wir, dass es auch das humanitäre Bleiberecht gibt, Herr/Frau PdL. Ich wünsche auch jedem, dass er in einem sicheren Land leben kann. Auch dass jemand seine wirtschaftliche Situation und seine Lebensbedingungen verbessern will, ist verständlich, in Ordnung und nachvollziehbar. Aber wenn wir alle aufnehmen, wird das einfach zuviel und es geht auf unseren Wohlstand und die sozialen Errungenschaften. Vielleicht würde Sie das weniger betreffen, genauso wie Herrn Dr. Brugger und andere, die das Glück hatten, studieren zu dürfen und einen guten Job zu bekommen oder auch solche, die sich ihren Wohlstand hart erarbeitet haben. Aber weniger gut situierte Menschen, die vielleicht auch noch eine Familie erhalten müssen, haben hier oft auch begründete Ängste. Vielleicht wäre es hilfreich, dass man auch einmal andere Bevölkerungskreise in die Überlegungen miteinbezieht, und nicht nur immer in der eigenen Suppe schwimmt. Vielleicht hat das auch ein wenig mit Empathie zu tun und nicht nur, wenn man Menschen von weit her zu sich einlädt. Und mit animalischen oder bestialischen Trieben hat die Diskussion meiner Meinung nach überhaupt nichts zu tun.

    PdL vor 5 Monaten

    Sehr geehrter Herr Leonhard,

    ich bin die Letzte, die die Ängste von Menschen nicht ernst nimmt.

    Trotzdem muss es gestattet sein, selbige zu hinterfragen, ob diese Ängste auch tatsächlich gerechtfertigt sind oder vielleicht auch nur geschürt wurden.

    Ich bitte Sie, sich selbst zu hinterfragen, ob Sie vielleicht nicht auch dem machiavellischem Mechanismus des „divide et impera“ - des „Teilen und Herrschen“ auf dem Leim gegangen sind. Vielleicht kennen Sie den Bildwitz in dem ein Mächtiger mit einem riesigen Berg von Keksen, einem Armen mit einem Keks erklärt, dass der andere Arme ihm den Keks wegnimmt.

    Sie schreiben sehr allgemein, aber was genau haben Ihre Ausführungen mit diesem konkreten Fall zu tun?

    Haben Sie den Artikel von Herrn Dr. Pirkner gelesen oder zumindest die Überschrift?

    Oder benennen Sie zumindest Ihre eigenen Ängste, wodurch fühlen Sie sich von der Familie Magomedov konkret bedroht?

    Sehen Sie Ihren persönlichen Wohlstand oder den anderer durch diese Familie gefährdet?

    Begründen Sie bitte, weshalb es Ihnen dennoch ein besonderes Anliegen ist, dass diese Familie und ihre (osttirolerisch sprechenden) Kinder nach Dagestan zwangsdeportiert werden müssen unter der Berücksichtigung der Warnung des österreichischem Außenministerium?

    Österreichisches Außenministerium:

    „Hohes Sicherheitsrisiko (Sicherheitsstufe 3) im Nordkaukasus und an der ukrainischen Grenze!

    Von nicht unbedingt notwendigen Reisen nach Dagestan, Tschetschenien, Inguschetien und Kabardino-Balkarien wird angesichts der dortigen prekären Sicherheitslage abgeraten.“

    Ihre Ausführungen sind sehr allgemein gehalten, ich gebe zu bedenken, dass es in einem Rechtsstaat keine Sippenhaftung gibt, die Urteilsfindung des humanitären Bleiberecht, bezieht sich alleinig auf diese Familie.

    Da Ihr Mitgefühl in erster Linie offensichtlich rein pekuniärer Natur ist, könnte man die Familie als makroökonomischen Faktor betrachten, in dem in den letzten fünf Jahren bspw. in Rahmen von Bildung investiert wurden, wollen Sie diesen Wirtschaftsfaktor der Osttiroler Wirtschaft wieder entreißen? - (Zumindest) die Wirtschaft muss leben!

    MfG PdL

      Leonhard vor 5 Monaten

      Frau PdL, ich fühle mich weder durch diese Familie noch durch jemanden anderen bedroht. Es ist mir auch kein besonderes Anliegen, dass diese Familie abgeschoben wird. Wie kommen Sie auf das? Ich gebe nur zu bedenken, dass es zu Lasten unseres Wohlstandes und unserer Sozialleistungen geht, wenn zu viele Menschen zuwandern. Manche Menschen haben hier meiner Meinung nach berechtigte (Existenz)Ängste. Ich bat nur, dass man das auch einmal in seine Überlegungen einbeziehen sollte. Ich bin auch nicht sonderlich davon betroffen, weil ich relativ gut verdiene, aber ich verstehe Menschen die Angst um ihren Arbeitsplatz/ihren Lohn/ihre staatliche Unterstützung - für was auch immer - haben. Das nur zur Aufklärung. War mein letztes Posting zu diesem Thema.

Warum vor 5 Monaten

es ist sehr sehr traurig was mit dieser familie geschied, aber gesetze sind eimal einzuhalten und zu vollziehen. ein beispiel, in der gemeinde thurn hat ein gemeidebürger auf seinem baugrund ein gartenhäuschen für gartengeräte errichten dürfen, (ein fertig häuschen vom BAUMAX), es hat sich im nachhinein herausgestellt das es um 5 cm zu groß ist. die gemeinde hat einen abrißbescheit erlassen müssen. sollte der bürgermeister das nicht vollziehen hätte er einen amtsmißbrauch begangen. gesetz ist gesetz. ich wünsche der flüchtlingsfamilie ales gute und das sie bei uns in osttirol bleiben darf.

    ilk48 vor 5 Monaten

    Ein unzulänglicher Vergleich, hier geht es um Menschen und deren Sicherheit.

    PdL vor 5 Monaten

    Weil nicht wenige lautstark nach "Gesetz ist Gesetz!" brüllen, gestatten Sie mir zu ergänzen, dass es auch so etwas wie einen "Aufenthaltstitel aus humanitären Gründen" gibt - auch das ist Gesetz!

    Hier so zu tun, als ob erst genanntes Gesetz ein unabdingbares physikalisches Naturgesetz ist, das nicht umkehrbar sei und gleichzeitig das humanitäre Bleiberecht geflissentlich und wissentlich zu verschweigen, bezeugt den erbärmlichen Charakter dieser Protagonisten des Neides und des Hasses.

    Kein Osttiroler und keine Osttirolerin muss deshalb frieren oder hungern, wenn diese Familie in Osttirol verbleibt vice versa allerdings bringt man diese eine Familie mit ihren Kindern in höchste Not.

    Ich bin mir schon gewahr, dass es für eine bestimmte politische Partei von Vorteil ist, Minderheiten zu unterdrücken und zu drangsalieren, um den Hass und Neid derer Wähler zu befriedigen, aber hoffe doch stark, dass die Osttiroler und Osttirolerinnen sich diesen animalischen und bestialischen Trieben nicht hingeben.

ilk48 vor 5 Monaten

An alle (sich wichtig nehmenden) Politiker in Osttirol: Setzt euch für diese Familie ein und zeigt, dass ihr Vertreter des Volkes seid!

PdL vor 5 Monaten

Wer diese Abschiebung gutheißt, kann nur ein Soziopath sein, bar jeder Empathie.

Und ich bin entsetzt, wie himmelschreiend leise sich unsere Lokalpolitiker in dieser Angelegenheit verhalten, gerade die, die sonst bei jedem Kirchtag an vorderster Front mit dem Schnapsglaserl stehen.

Ihnen, Herr Dr. Pirkner, danke ich, für Ihre klaren, erfrischend humanistischen Worte!

Wollen wir hoffen, dass unsere Wünsche in Erfüllung gehen.