Der neue Raika-Steg im Lienzer Draupark soll noch in der kommenden Niederwasserperiode errichtet werden – vom Vorgängermodell ist nicht mehr viel übrig. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Der neue Raika-Steg im Lienzer Draupark soll noch in der kommenden Niederwasserperiode errichtet werden – vom Vorgängermodell ist nicht mehr viel übrig. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Osttirol: Noch immer werden Unwetterschäden saniert

Bilanz ein Jahr nach dem großen Sturm. Drausteg in Lienz soll bald kommen.

„Diese extreme Hochwasserkatastrophe hat glücklicherweise keine Toten gefordert und auch die Infrastruktur blieb größtenteils verschont. Dennoch ist die Schadenssumme, die an den Flüssen Drau, Isel und Gail entstanden ist, enorm“, zieht der Leiter des Lienzer Baubezirksamtes, Harald Haider, rund ein Jahr nach dem verheerenden Wetterereignis in Osttirol Bilanz.

Die gesamte Schadenssumme beläuft sich laut Haider auf rund 7,9 Millionen Euro. Besonders die Drau und ihre Ufer wurden stark in Mitleidenschaft gezogen – 5,9 Millionen Euro müssen hier investiert werden.

Im Zuge der Sofortmaßnahmen wurden in Osttirol in diesem Jahr entlang der Drau zwei absturzgefährdete Masten der 110-kV-Leitung und mehrere gefährdete Brücken gesichert. Auf dem Flussabschnitt Leisach-Amlach-Lienz traten Sohlerhöhungen von bis zu eineinhalb Metern auf, weshalb in diesem Bereich rund 30.000 Kubikmeter Geschiebematerial aus der Drau gehoben wurde – in Sillian waren es 5.000 Kubikmeter. Rund 1100 Festmeter Holz wurden zwischen Lienz und Arnbach entfernt und unter anderem an Heizwerke übergeben. Hauptmaßnahme war jedoch die Wiederherstellung der Uferbegleitwege auf einer Länge von fünf Kilometern.

Harald Haider, Leiter des Lienzer Baubezirksamtes, spricht von einer enormen Schadenssumme, ist aber froh, „dass die Unwetterkatastrophe 2018 keine Todesopfer gefordert hat“.

Die Isel blieb von den Unwettern 2018 weitgehend verschont, einzig im Bereich Matrei/Seblas mussten gefährdete Straßenbereiche gesichert werden. Wesentlich problematischer gestaltet sich die Aufarbeitung der Schäden im Gailtal, wo der Fluss verlegt wurde. „Die Gail rinnt nun nicht mehr entlang ihrer ursprünglichen Parzellen“, so Haider. Konkret bedeutet das, dass die Gail stellenweise über fremden Grund fließt. Man dürfe dort noch nicht mit den Flussverbauungen beginnen, ohne zuvor Regelungen mit Gemeinden und Grundeigentümern getroffen zu haben. „Das gestaltet sich alles andere als einfach. Da gibt es immer Gewinner und Verlierer“, schildert Haider.

Mit dem kürzlich erfolgten Abschluss der Sofortmaßnahmen sei nun ein Drittel der Schäden abgearbeitet worden, der Rest werde innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre erledigt. Für die kommende Niederwasserperiode stehen Räumungen von Geschiebematerial und Planungen an. Für die Neuerrichtung des Raika-Steges im Lienzer Draupark wurde laut Haider bereits ein fertiges Projekt zur Bewilligung eingereicht. Bürgermeisterin Elisabeth Blanik stellt klar: „Der Steg muss schnellstens her. Wir werden alles daran setzen, noch in der kommenden Niederwasserperiode loszulegen.“

Kostenfaktor Drauradweg

Auch der, bei Italienern äußerst beliebte, Drauradweg wurde durch den Starkregen und das Hochwasser beschädigt. Die Radroute wurde in der vergangenen Saison über zwei provisorische Brücken geführt, die laut Haider neu gebaut werden müssen und bereits eingereicht wurden. Zwischen der Kläranlage Oberes Pustertal und der Brücke auf Höhe der Webhofer-Grube in Mittewald werden im kommenden Frühjahr drei kleine Brücken errichtet.

Als letzter Schritt soll dann – ebenfalls im Frühjahr – der Radweg auf einer Strecke von rund sechs Kilometern asphaltiert werden. „Wenn der Drauradweg – hoffentlich – mit Ende Mai 2020 wieder voll in Schuss ist, werden wir rund zwei Millionen Euro investiert haben“, so Haider. Dieser Betrag wurde in der erwähnten Schadenssumme von 7,9 Millionen Euro noch gar nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht enthalten sind die massiven Schäden in der Forstwirtschaft.

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