1.000 Festmeter Holz werden derzeit im Bereich Margarethenbrücke mit Hochdruck abgearbeitet, um den Zeitplan einzuhalten. Ab 7. Jänner soll die Fahrleitung wiederhergestellt werden. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

1.000 Festmeter Holz werden derzeit im Bereich Margarethenbrücke mit Hochdruck abgearbeitet, um den Zeitplan einzuhalten. Ab 7. Jänner soll die Fahrleitung wiederhergestellt werden. Fotos: Dolomitenstadt/Wagner

Eine Million Euro Schaden an der Drautal-Bahnstrecke

Bahnverbindung Lienz-Innichen bleibt bis Ende Jänner gesperrt. Ein Lokalaugenschein.

Die extremen Wetterverhältnisse im November haben auch an der Bahnstrecke zwischen Lienz und Innichen großen Schaden angerichtet. Am 18. November meldeten die ÖBB, dass die Schäden an der Oberleitung und an sonstiger Streckeninfrastruktur schwerwiegender seien als zunächst angenommen. Zu dieser Erkenntnis habe ein Erkundungsflug geführt.

Bäume sind wegen der Schneelast in die Bahn-Oberleitungen gestürzt. Als notwendige Konsequenz wurde die seit 13. November andauernde Sperre der Drautal-Bahnstrecke bis voraussichtlich Ende Jänner 2020 verlängert.

(V.l.): Robert Unterrainer (ÖBB), Siegfried Moser (ÖBB-Infrastruktur-Regionalleiter), Herbert Fleißner (Forst- und Holzmanagement) und Heinz Gatterer (ÖBB).

Um einen Einblick in das Ausmaß der angerichteten Schäden zu geben, lud die ÖBB die Osttiroler Medien am 4. Dezember zu einem Lokalaugenschein im Bereich der Margarethen-Brücke bei Mittewald. Siegfried Moser, Infrastruktur-Regionalleiter der ÖBB, fasste vor Ort zusammen: „Insgesamt wurden zweieinhalb Kilometer Fahrleitung und sechs Kilometer Spitzenleitung zerstört.“ Den entstandenen Schaden schätzt er auf etwa eine Million Euro.

Im Audiointerview mit Dolomitenstadt.at spricht er über den aktuellen Stand und den Zeitplan:

Seit mittlerweile drei Wochen arbeiten rund 25 Mitarbeiter der ÖBB an der Beseitigung der Schäden an Fahr- und Spitzenleitungen. Externe Unternehmen arbeiten an der Beseitigung des Schad- und Bruchholzes. „Bis zu 1.000 Festmeter müssen beseitigt werden, um den Zeitplan einzuhalten“, betont Herbert Fleißner, Geschäftsführer der Firma Forst- und Holzmanagement.

Sein Team verarbeitet derzeit mit schwerem Gerät das Schadholz:

Auch eineinhalb Tonnen Armaturen wurden durch die starken Niederschläge und ihre Folgen beschädigt. Dabei handelt es sich in erster Linie um Anschlüsse der Fahrleitungen, die nun bis 7. Jänner ausgetauscht oder repariert werden müssen. „Das nimmt natürlich einige Zeit in Anspruch. Wir bitten die Bevölkerung um Verständnis dafür“, erklärt Moser. Nach Abschluss dieser Arbeiten soll ab 7. Jänner die Fahrleitung wiederhergestellt werden.

Spätestens Ende Jänner will die ÖBB den Normalbetrieb mit E-Loks wieder aufnehmen. In der Zwischenzeit verkehren Ersatzbusse zwischen Lienz und Innichen. Über die Schäden an der Bahntrasse auf Südtiroler Seite haben wir vor Kurzem berichtet.

Slideshow:

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3 Postings bisher
bb

Eine Vision: neben der Bahn einen Streifen in der Breite einer durchschnittlichen Fichtenhöhe nieder halten - dann sind solche Schäden seltener und es entsteht ein Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere. Hasel- und Hollerstauden, Himbeeren und Hochstaudenfluren beschädigen keine Oberleitungen... Gilt auch für Straßen...

    senf

    ist gut vorstellbar, aber was sagen die grundeigentümer dazu?

      bb

      Sind sicher nicht begeistert, klar. Als Anrainer einer Landesstraße z.B. habe ich allerdings auch einen Streifen Grund über den ich nicht verfügen kann. Ist nur 1 m aber man wird da auch de facto enteignet - im öffentlichen Interesse und der Sicherheit wegen... Da fragt auch niemand ob mir das passt, der Streifen wurde zu Baulandpreis gekauft...